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Auf dem Foto ist auch Fatic' Baby samt Buch mit Hitler-Bild und Hakenkreuz auf dem Cover zu sehen.
Auf dem Foto ist auch Fatic' Baby samt Buch mit Hitler-Bild und Hakenkreuz auf dem Cover zu sehen.

Serbiens Medienchef präsentiert sich auf Facebook in Wehrmachtsuniform

15.05.2015, 14:2215.05.2015, 15:43

Ein Foto des Medienkoordinators von Serbiens Staatspräsident Tomislav Nikolic in Wehrmachtsuniform sorgt für Aufregung. Die Belgrader Tageszeitung «Blic» veröffentlichte am Freitag ein entsprechendes Bild von Vuk Fatic. «Blic» gehört der Ringier Axel Springer Media AG.

Fatic ist im Kabinett von Präsident Nikolic für die Zusammenarbeit mit den Medien zuständig. Auf dem Foto ist auch Fatic' Baby samt Buch mit Hitler-Bild und Hakenkreuz auf dem Cover zu sehen.

Verlag streitet sich mit Präsident Nikolic

Das Foto von Fatic in Wehrmachtsmontur wurde veröffentlicht, während ein Streit schwelt zwischen dem schweizerisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Media AG, zu dem auch «Blic» und das serbische Boulevardblatt «Alo» gehört, und Präsident Nikolic.

Nach Recherchen von «Alo» über die Vermögensverhältnisse einer seiner Söhne hatte Präsident Nikolic den Verlag kritisiert. Das Staatsoberhaupt veröffentlichte in diesem Zusammenhang auch den albanischen Namen der recherchierenden Journalistin vom Boulevardblatt «Alo» und ihren Geburtsort im Kosovo.

«Aufruf zum Lynchmord»

«Blic», ein Schwesternblatt von «Alo», sah angesichts der Feindschaft zwischen Serben und Kosovo-Albanern darin einen «Aufruf zum Lynchmord» an der Journalistin. Nikolic habe für die Sicherheit auch von Bürgern Rechnung zu tragen, deren Namen nicht auf das typisch serbische «ic» enden, stellte «Blic»-Chefredaktor Veselin Simonovic in einem Kommentar am Freitag fest.

Das Bild des Medienverantwortlichen Fatic stamme «von seiner eigenen Facebook Seite», hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bei der Ringier Axel Springer Media AG. «Unsere Journalisten lassen sich nicht einschüchtern. Sie setzen sich für eine freie Presse ein und haben unsere volle Unterstützung», sagte die Kommunikationsverantwortliche Alexandra Delvenakiotis. (whr/sda)

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