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Kosten für ÖV-Benutzer steigen stärker als für Autolenker



Der Schienenverkehr verliert gegenüber dem Strassenverkehr zusehends an Attraktivität. Trotz Negativteuerung wurden Zugfahrer in den vergangenen Jahren stärker zur Kasse gebeten als Autofahrer. Dies zeigt eine neue Untersuchung des Preisüberwachers.

Der öffentliche Verkehr habe seit 2013 in preislicher Hinsicht an Boden verloren, schreibt der Preisüberwacher in seinem am Donnerstag erschienenen Newsletter. Dagegen habe der motorisierte Individualverkehr von sinkenden Benzinpreisen und tieferen Neuwagenpreisen profitiert. Im Vergleich zur allgemeinen Teuerung sei er sogar günstiger geworden.

Damit setzt sich ein Trend fort, den der Preisüberwacher bereits in einer früheren Untersuchung festgestellt hatte. 2013 war er zum Schluss gekommen, dass die Kosten für Bahnreisende im Vergleich zu jenen der Autolenker seit 1990 deutlich stärker gestiegen seien.

Im Privatverkehr erhöhten sich die Kosten für den einzelnen Autolenker um rund 30 Prozent. Bei den einfachen Einzelbilletten im öffentlichen Verkehr betrug die Preissteigerung hingegen über 45 Prozent, bei den Retourfahrten im öffentlichen Verkehr sogar fast 80 Prozent. Das Halbtaxabonnement wurde gegenüber 1990 um rund 60 Prozent teurer, das GA um 65 Prozent.

Im Widerspruch zu Zielen des Bundes

Dass sich die Kostenschere zwischen dem Schienen- und Strassenverkehr nun weiter öffnet, gibt dem Preisüberwacher zu denken. Diese gegensätzliche Kostenentwicklung stehe im Widerspruch zu den Mobilitätszielen des Bundes, die einen grösseren Anteil des öffentlichen Verkehrs erwarteten.

Zudem ist der Ausblick alles andere als rosig. Die Bahnpreise würden auf den Fahrplanwechsel Ende Jahr erneut steigen, schreibt der Preisüberwacher im Bericht. In den nächsten Jahren erwartet er weitere Kostensteigerungen im regionalen Personenverkehr.

Fünf Strecken verglichen

In der Studie wurden die Kosten untersucht, welche den Verkehrsteilnehmern beim Benutzen eines Autos beziehungsweise der Bahn auf fünf Strecken anfallen (Bern-Zürich, Lausanne-Genf, Wattwil-Romanshorn, Locarno-Bellinzona und Disentis/Mustér-Chur). Die fünf Strecken wurden aufgrund der beim Verband öffentlicher Verkehr (VöV) vorhandenen Daten zur Entwicklung im Schienenverkehr bestimmt.

Die Fahrkosten beim Strassenverkehr wurden aufgrund des Kilometerkosten-Index des Touring Club Schweiz (TCS) bestimmt. Beim Bahnverkehr lag der Fokus auf der Entwicklung der Einzelfahrtentarife in der 2. Klasse ohne zusätzliche Ermässigung. (sda)

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