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Ursache für Brände in Bündner Tälern war wohl Unachtsamkeit



ZUR MEDIENKONFERENZ UEBER DEN EINSATZ ZUR BEKAEMPFUNG DER WALDBRAENDE IM MISOX UND CALANCATAL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - A fire fighting helicopter discharges water over the forest fires near Mesocco in Southern Switzerland, Wednesday, December 28, 2016. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Im Misox wüteten Brände. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Unachtsamkeit ist eine mögliche Ursache der Brände in den Bündner Südtälern Misox und Calanca über den Jahreswechsel. Die Behörden zogen am Montag in Chur Bilanz über den grössten Löscheinsatz der Armee seit 20 Jahren.

Der Einsatz der Armee, der kurz nach Weihnachten begann, dauerte zweieinhalb Wochen: Vom 27. Dezember 2016 bis am 12. Januar 2017 bekämpften täglich bis zu 100 Einsatzkräfte mit Unterstützung von militärischen und zivilen Löschhelikoptern die Waldbrände im Misox und im Calancatal GR.

Die Zusammenarbeit von Gemeinden, Kantonspolizei, Feuerwehr, Forstdienst, Sanität, Zivilschutz und Schweizer Armee unter regionaler Führung war laut der Bünder Regierung sehr kooperativ. Für die Armee war es der grösste Löscheinsatz seit 20 Jahren. Zumal sie gleichzeitig auch in der Tessiner Leventina wegen eines Waldbrandes im Einsatz stand.

Die Helikopter warfen während der Brände 1600 Tonnen Wasser im Südtal Misox ab sowie 200 Tonnen in Braggio im benachbarten Calancatal. Ohne Einsatz des Militärs wären die Schutzwälder im Misox Raub der Flammen geworden.

150 Fussballfelder

Die Flammen wüteten auf einer Fläche von insgesamt über 100 Hektaren, was etwa 150 Fussballfeldern entspricht. Menschen kamen nicht zu Schaden. Beschädigt wurde vor allem der Schutzwald.

In Mesocco im Südtal Misox mussten vier Personen aus zwei Wohnhäusern evakuiert werden, ein drittes war wegen Steinschlaggefahr nicht mehr zugänglich. Die Autostrasse A13 und die Kantonsstrasse H13 waren zeitweise wegen Steinschlaggefahr gesperrt. In Braggio im Calancatal näherte sich das Feuer den Wohnhäusern bis auf fünfzig Meter.

Ursache «im Bereich der Unachtsamkeit»

Weshalb die Schutzwälder im südlichen Graubünden in Brand gerieten, ist noch nicht geklärt. Regierungsrat Christian Rathgeb sagte am Montag in Chur, die Brandursache könne «im Bereich der Unachtsamkeit» liegen. Tatsache ist, dass die Landschaft zum Zeit des Brandausbruchs sehr trocken war. Es hatte seit eineinhalb Monaten nicht mehr geregnet.

Die Ermittlungen zur Brandursache sind laut Rathgeb im Gange. Die Behörden wollen zu gegebener Zeit darüber informieren sowie über die Kosten des ganzen Löscheinsatzes, die offenbar noch nicht feststehen.

Angewiesen auf eine gute Miliz

Rathgeb fand ausschliesslich lobende Worte für die Zusammenarbeit der Brandbekämpfer. Der Sicherheitsverbund Schweiz habe funktioniert.

«Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass wir angewiesen sind auf eine gute Miliz», sagte der Regierungsrat. Die Frage stellte sich aber, ob die Schweiz genügend gerüstet sei, wenn zur gleichen Zeit mehrere Grossereignisse stattfänden. (sda)

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