Jetzt wird's elektrisch: Diese bezahlbaren Kleinwagen kommen 2026
Lange hat’s gedauert: Die Elektrifizierung hält nun auch bei den Kleinwagen Einzug. In den vergangenen Jahren war das Angebot bezahlbarer Einstiegsmodelle spürbar geschrumpft: Ford strich den Fiesta, auch Modelle wie der Mitsubishi Space Star verschwanden. Zwei wichtige Gründe: Immer höhere Anforderungen an die Abgasreinigung und die Assistenzsysteme, sodass die Produktion kaum noch wirtschaftlich möglich war, hiess es von den Herstellern.
Nun kommt eine Reihe neuer Modelle auf den Markt, ein guter Teil davon ist elektrisch. Der Grund: Die Herstellung von Batteriezellen ist günstiger geworden. Doch die tiefsten Preise früherer Verbrenner-Kleinwagen werden nicht mehr erreicht.
Renault Clio
Der französische Kleinwagenklassiker zählt zu den wenigen nichtelektrischen Neuheiten. Die sechste Generation tritt optisch selbstständig, fast schon aggressiv auf – wohl auch, um sich so stark wie möglich vom im freundlichen Retro-Stil gehaltenen E-Modell Renault 5 abzusetzen. Antriebsseitig geht es aber vor allem um Effizienz, beispielsweise in Form eines Vollhybrids (ab 26’500 Franken). Einstiegsoption ist aber ein Dreizylinderbenziner für knapp 20'000 Franken.
Renault Twingo Electric
Noch ein Retro-Modell aus dem Hause Renault: Die elektrische Neuauflage des knuffigen Twingo besinnt sich auf ihre Wurzeln und ähnelt dem Ur-Modell noch stärker als die Neuauflagen von Renault 4 und Renault 5.
Mit dem sehr günstigen Basispreis von 18'900 Franken – in Deutschland nur 14'000 bis 17'000 Euro mit staatlicher Kaufprämie – könnte der Fünftürer ab März neue Kundenkreise erschliessen. Diese müssen allerdings Kompromisse bei Ladegeschwindigkeit und Reichweite (260 Kilometer) machen.
Aktuell ist nur die Version ab 20'900 Franken bestellbar, die Basisversion soll ab Frühjahr bestellbar sein.
VW ID. Polo
Der Polo gehört zu den Klassikern im Kleinwagensegment. Während die Version mit Verbrennungsmotor wohl noch bis mindestens 2030 produziert wird, kommt im Spätsommer 2026 parallel die Elektroversion als ID. Polo auf den Markt.
In der Elektro-Variante wächst der Kofferraum um 24 Prozent von 351 auf 435 Liter. Der vier Meter lange Stromer wird mit der grösseren von zwei Akku-Varianten Reichweiten bis 450 Kilometer bieten.
Bestechen soll er aber vor allem mit seinem günstigen Einstiegspreis von 24'990 Euro – wobei mit der staatlichen Kaufprämie von 3000 bis 6000 Euro beim Kauf eines E-Autos in Deutschland Endkundenpreise unter 20'000 Euro möglich sind. Damit wird der neue ID. Polo günstiger als der Verbrenner-Polo ab rund 22'500 Euro. Einschränkend gilt, dass die Basisversion mit schwächerem Motor und kleinem LFP-Akku (300 Kilometer Reichweite) erst etwas später nachgereicht wird.
Was feststeht: Mit dem ID. Polo besinnt sich VW auf alte Tugenden, setzt auf ein konservativeres Äusseres und einen hochwertigen Innenraum, wie der erste Check von t-online zeigt. Damit setzt der Kleine Massstäbe für alle Elektromodelle der Marke – auch das Facelift von ID.3 und ID.4 dürfte davon profitieren.
Der ID. Polo wird ab April bestellbar sein.
VW ID. Cross
Der elektrische Polo ist nicht die einzige Neuheit, mit der VW elektrisch durchstarten will. Neben dem klassischen Kleinwagen gibt es als Ableger einen kleinen Elektro-SUV mit dem Namen ID. Cross. Der orientiert sich am bisherigen Verbrenner-Modell T-Cross, dessen Nachfolge er auch mittelfristig antritt. Der ID. Cross soll Reichweiten bis 450 Kilometer und erschwingliche Preise ab «rund 28'000 Euro» bieten (mit der neuen Kaufprämie sinkt der Preis in Deutschland nochmals um 3000 bis 6000 Euro).
Er dürfte ab Sommer bestellbar und ab Herbst erhältlich sein.
In Sachen Design kehrt VW wie auch bei seinen anderen neuen Stromern zum klassischen Verbrenner-Stil zurück, der Innenraum der seriennahen Studie sieht aufgeräumt aus.
Skoda Epiq …
…und Cupra Raval
Ableger von VW ID. Polo und ID. Cross wird es auch von den anderen Konzernmarken geben: Der Skoda Epiq kommt noch eine Spur kantiger und alltagspraktischer daher, der Cupra Raval spielt die Rolle des sportlichen Nonkonformisten. Da beide Modelle auf der gleichen Technik wie die Schwestermodelle von VW basieren, sind ebenfalls je nach Akku-Variante Reichweiten von 300 bzw. bis 450 Kilometer erwartbar.
Cupras Kleinwagen Raval ist wie der ID. Polo rund 4 Meter lang und ab Ende März bestellbar. Sie werden in Spanien im gleichen Werk produziert. Die Preise beginnen bei 25'950 Euro (Schweizer Preise sind noch nicht bekannt).
Skodas 4,1 Meter langer Elektro-SUV Epiq dürfte einen Basispreis unter 30'000 Franken haben.
Nissan Micra
Kommt Dir die Form bekannt vor? Die Technik des neuen Nissan Micra stammt vom Renault 5, optisch tritt der Japaner aber relativ eigenständig und mit leichter Offroad-Optik auf.
Das vor allem für die Kurzstrecke entwickelte Einstiegsmodell mit gut 300 Kilometer Reichweite startet bei 28'200 Franken, die «Langstrecken»-Variante mit mehr als 400 Kilometern Reichweite kostet über 30'000 Franken.
Kia EV2
Die Koreaner bauen ihre starke Position im Elektrosegment konsequent aus – diesmal nach unten. Der gut vier Meter lange SUV EV2 (4,06 Meter) übernimmt ab dem Frühjahr zunächst die Rolle des Einstiegs-Stromers unterhalb des grösseren EV3, dem er optisch nahesteht.
Je nach Akkugrösse mit 42 oder 61 kWh bietet der EV2 eine Reichweite von rund 300 oder bis zu 450 Kilometern. Zunächst startet die EV2-Produktion im Februar mit der kleinen Akku-Variante. Die Long-Range-Variante folgt voraussichtlich ab Juni. Ein konkreter Termin für den Verkaufsstart steht noch aus.
Die Preise dürften unterhalb von 30'000 Franken beginnen.

