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Video: Alex Pretti geriet Tage vor Tod mit ICE-Beamten aneinander

This image taken from video by Max Shapiro shows Alex Pretti, center left, scuffling with federal immigration officers in Minneapolis on Jan. 13, 2026. (Max Shapiro via AP)
Alex Pretti
Alex Pretti, der von US-Grenzschutzbeamten getötet wurde, geriet bereits zuvor mit diesen aneinander.Bild: keystone

Er trat gegen SUV: Alex Pretti zoffte sich bereits Tage vor Tötung mit ICE-Leuten

Der in den USA getötete Alex Pretti geriet bereits elf Tage vor seinem Tod mit US-Beamten aneinander. Ein Video zeigt, wie er in die Richtung von ICE-Einheiten spuckt und gegen ein Auto tritt.
29.01.2026, 05:1429.01.2026, 05:52

Das Video, über das unter anderem CNN berichtete, zeigt eine Auseinandersetzung zwischen Pretti und Staatsagenten. Es wurde elf Tage vor dem tödlichen Vorfall, bei dem zwei Grenzsschutzbeamte den am Boden liegenden Pretti mit mehreren Schüsse töteten, aufgenommen.

Ein Anwalt der Familie Pretti bestätigte, dass es sich beim im Video zu sehenden Mann um Alex Pretti handelt. Auf den Aufnahmen ist der Krankenpfleger bei einem früheren Protest gegen die rabiate Vorgehensweise von ICE und der US-Border-Patrol zu sehen, die durch die Quartiere von Minneapolis streifen, offiziell um illegale Einwanderer festzunehmen.

Pretti spuckt dabei in Richtung der Beamten, als diese den Ort des Geschehens verlassen. Nachdem sie ins Auto eingestiegen sind, kickt der 37-Jährige zwei Mal gegen den SUV. Dabei geht ein Rücklicht zu Bruch. Die Beamten steigen daraufhin wieder aus, packen Pretti und bringen ihn zu Boden. Nachdem sie ihn kurz festhalten, lassen sie ihn gehen. Es scheint, als wäre eine Waffe in Prettis Hosenbund zu sehen. Es ist unklar, ob die Beamten diese sahen, sie entwaffneten Pretti jedenfalls nicht und gingen wieder zurück zum Auto.

pretti ICE Minneapolis
Alex Pretti trat gegen das Fahrzeug der Beamten.Bild: nwt/screenshot

Die Waffe Prettis stand auch bei seinem Tod im Fokus. Die US-Regierung behauptete zunächst, Pretti habe sich mit der Waffe in der Hand auf die Beamten zubewegt und sprachen von Notwehr dieser. Videos vom Vorfall entlarvten diese Darstellung als Lüge: Pretti wurde entwaffnet, als er am Boden lag und kurz darauf mit mehreren Schüssen getötet. Es gibt keine Indizien, dass er die Waffe ziehen wollte.

Beim nun publizierten Video sind Dutzende Menschen zugegen, die die Szene filmten und protestierten. Die Staatsbeamten setzten Tränengas und Pfefferspray ein, wie das Portal The News Movement, das die die Aufnahmen zuerst publizierte, berichtet. Laut dem Portal entstand die Aufnahme nur drei Kilometer von dem Ort entfernt, wo Pretti elf Tage später getötet wurde.

Die ganze Szene im Video:

Der Anwalt der Familie sagte zum nun veröffentlichten Video, dass Pretti «eine Woche, bevor er auf offener Strasse erschossen wurde, obwohl er keine Gefahr für irgendjemanden darstellte, von einer Gruppe brutal angegriffen» worden sei. Er betonte:

«Nichts, was eine ganze Woche zuvor geschah, hätte Alex’ Tötung durch ICE-Beamte am 24. Januar rechtfertigen können.»

Bereits bekannt war, das Pretti nicht zum ersten Mal gegen das Vorgehen der US-Staatsbeamten protestierte. Bei einer früheren Protestaktion hat er laut CNN einen Rippenbruch erlitten. Es ist unklar, ob es sich dabei um den Vorfall im neuen Video handelte. (con)

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281 Kommentare
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Luenchen
29.01.2026 05:34registriert November 2015
und jetzt …. rechtfertigt diese seine Tötung ? Nein tut es nicht. Trägt er eine Waffe? ja, wie 1000 andere Amis auch, legal. Auch das rechtfertigt seine Tötumg nicht. Die Stimmung ist aufgeheizt auf beiden Seiten und am Schluss wird es nur Verlierer geben. Solche Berichte sind unnötig und tragen nicht tur Beruhgung der schrecklichen Situation bei.
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Ban-One
29.01.2026 05:53registriert Januar 2024
Bei aller neutraler Berichterstattung, aber bei Trump und ICE müssen wir nicht mehr neutral sein. Die Fronten sind klar, die Meinungen auch. Jetzt da Trump und ICE in die Hände zu spielen und irgendwie was in Richtung Rechtfertigung zu lesen muss ich hier nicht haben. Das enttäuscht mich.
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bokl
29.01.2026 06:11registriert Februar 2014
Spucken könnte von der Trump-Administration als Angriff mit einer Bio-Waffe gewertet werden.

Zumindest zeigt das Video, dass ICE durchaus in der Lage ist einen bewaffneten Mann ohne tödliche Schüsse zu neutralisieren. Die Notwehr-These ist also nur eine Ausrede.
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