«Kann meinen Töchtern nicht in die Augen schauen»: Republikaner zieht Kandidatur zurück
Der Republikaner Chris Madel hat am Montag seinen Rückzug aus dem Rennen um das Gouverneursamt im US-Bundesstaat Minnesota bekanntgegeben. In einer Videoansprache erklärte der Anwalt aus Minneapolis, er könne die Linie der nationalen Parteiführung nicht länger mittragen. Madel hatte sich um die republikanische Nominierung beworben, nachdem Amtsinhaber Tim Walz Anfang Monat auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.
Madel war Teil eines breiten republikanischen Bewerberfeldes. Bekannt wurde er zuletzt auch, weil er einen ICE-Beamten juristisch unterstützt hatte, der in Minneapolis die 37-jährige Renee Good erschossen hatte. Die Tat hatte landesweit Proteste ausgelöst und die Debatte über das Vorgehen von Bundesbehörden im Inland neu entfacht.
Scharfe Worte gegen die eigene Partei
In seiner Erklärung distanzierte sich Madel deutlich vom Vorgehen der Bundesbehörden und von der Rhetorik der Republikanischen Partei auf nationaler Ebene. Die jüngsten ICE-Operationen bezeichnete er als «völlige Katastrophe». Besonders deutlich wurde er mit Blick auf die Auswirkungen auf Minderheiten.
Wörtlich sagte Madel:
Er könne sich nicht länger als Teil einer Partei bezeichnen, die solche Praktiken dulde oder unterstütze. Auch eine von Republikanern angekündigte «Vergeltung» gegen den Bundesstaat Minnesota könne er nicht mittragen.
Zweifel an Wahlchancen der Republikaner
Madel bezeichnete sich selbst als Pragmatiker und stellte grundsätzlich infrage, ob Republikaner unter den aktuellen politischen Vorzeichen landesweite Wahlen in Minnesota gewinnen könnten. Die nationale Parteiführung habe es «fast unmöglich gemacht», mit einem republikanischen Label erfolgreich anzutreten, sagte er.
Der Rückzug gilt als weiteres Zeichen für innerparteiliche Spannungen innerhalb der Republikanischen Partei, insbesondere im Zusammenhang mit der verschärften Einwanderungspolitik und dem Auftreten von Bundesbehörden fernab der Grenze. (mke)
