Wahlen 2019
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Die 6 spannendsten Erkenntnisse aus der Nachwahl-Analyse

Junge haben grün gewählt und die SVP hat ihre Wähler enttäuscht. Die wichtigsten Erkenntnisse der SRG-Wahltagsbefragung im Überblick.



Warum SP und SVP verloren haben

Einige Parteien, darunter die SP, SVP und BDP, mussten herbe Verluste einstecken. Die Gründe sind vielseitig: Einerseits gab es Wähler, die mit der Politik der Parteien nicht mehr zufrieden waren.

Dies war vor allem bei den ehemaligen Wählenden der FDP und SVP der Fall. So gaben 46 Prozent bzw. 44 Prozent der Befragten an, dass sie von den beiden Parteien enttäuscht seien und deshalb gewechselt hätten.

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bild: srg wahlbarometer/Screenshot

Bei SP und BDP ist nicht primär die Enttäuschung der ausschlaggebende Punkt für die nationalen Sitzverluste der Parteien. Besonders bei der SP stehen mit 43 Prozent weit häufiger veränderte Prioritäten im Vordergrund. Das könnte beispielsweise darauf hindeuten, dass viele treue SP-Wähler bei diesen Wahlen zwar weiterhin links wählten, ihre Prioritäten sich aber verstärkt auf Klimathemen fokussierten – und deshalb die Grünen zum Zug kamen.

Zur Studie

Die Datenerhebung zur SRG-SSR-Wahltagsbefragung fand vom 18. Oktober bis am 21. Oktober statt. Die Befragung erfolgte online. 17'392 Stimmberechtigte nahmen an der Umfrage teil.

Bestätigt wird diese Vermutung ebenfalls durch eine weitere Analyse: Die Studienteilnehmer mussten Gründe nennen, warum sie glauben, dass SVP, SP, FDP und BDP Wählerverluste einstecken mussten. Auf Platz eins der aufgeführten Gründe wird der allgemeine Bedeutungszuwachs des Klimathemas genannt.

Die Grünen punkten bei den Jungen

Die Grünen haben klar von der Mobilisierung durch die Klimajugend profitiert. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist die Umweltpartei klar die stärkste Kraft. Rund 21 Prozent legten die Grünen-Liste in die Urne. Auf dem zweiten Platz folgt die SVP (17 Prozent), gefolgt von den Grünliberalen (14 Prozent).

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bild: srg wahlbarometer/screenshot

Auch jene, die 2019 das erste Mal wählen durften, entschieden sich in der Mehrheit (21 Prozent) für die Grünen. 2015 war es noch die SVP, die auf Platz eins der Neuwählenden stand.

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bild: srg wahlbarometer/screenshot

Frauen wählen grün, Männer grünliberal

Unterschiede bezüglich Wahlverhalten gibt es nicht nur beim Alter, sondern auch beim Geschlecht. Der Aufstieg der Grünen wurde auch durch die Frauen getragen. Während 11 Prozent der Männer grün gewählt haben, taten dies 15 Prozent der Frauen.

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bild: srg wahlbarometer/screenshot

Die Frauen wählten zudem häufiger die SP, während die Männer vermehrt auf die GLP setzten.

Die Schweiz hat ganz andere Probleme

Bei den Wahlen vor vier Jahren, im Zenit der europäischen Flüchtlingskrise, stand das Thema Zuwanderung hoch im Kurs. In den Augen der Befragten haben sich die Herausforderungen, denen sich die Schweiz stellen muss, aber nun verändert. Das Klima schafft es auf Platz zwei mit 27 Prozent. Einen Prozentpunkt vor dem Klima liegen die Krankenkassen und die AHV. Zuwanderung und Ausländer-Themen rutschen auf den vierten Platz zurück.

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bild: srg wahlbarometer/screenshot

Betrachtet man die Antworten etwas genauer und splittet sie nach Alter auf, zeigt sich Interessantes: Für 45 Prozent der 18- bis 25-jährigen Wählenden war der Klimawandel relevant für den Wahlentscheid.

Diese Meinung sinkt jedoch mit dem Alter. Für Personen, die älter als 75 sind, war vielmehr die Beziehung zur EU ausschlaggebender Punkt, eine Partei zu wählen.

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bild: srg wahlbarometer/screenshot

Mehrheit wünscht sich einen Grünen-Bundesrat

Anders als bei der Tamedia-Umfrage wünscht sich die Mehrheit der Befragten einen Grünen- oder Grünliberalen-Bundesratssitz. 60 Prozent der Wählenden sind der Ansicht, dass ein Sitz nötig wäre. Interessant ist dabei besonders die Haltung der CVP-Wähler. 55 Prozent wünschen sich einen Bundesrat aus dem ökologischen Spektrum. Bei den FDP-Wählern sind es noch 48 Prozent.

Darum sollte sich das neue Parlament jetzt kümmern

Auch wenn die Klimaerwärmung klar die Wahlen dominierte, gibt es grössere Baustellen, die das neue Parlament in den Augen der Studienteilnehmer zuerst angehen sollte. Auf Platz eins mit 48-prozentiger «hoher» Zustimmung ist dies die erfolgreiche Reform der Altersvorsorge.

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bild: srg wahlbarometer/screenshot

Auf Platz zwei folgt der Wunsch nach Massnahmen zur Entlastung der hohen Krankenkassenprämien. Erst auf Platz drei kommt der Wunsch nach griffigen Gesetzen gegen den CO2-Ausstoss. Diese relativ tiefe Zahl mag erstaunen, zeigt jedoch, dass das Klimathema längst nicht bei der gesamten Wählerschaft dieselbe Bedeutung geniesst.

(ohe)

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    Alle Leser-Kommentare
  • snowflake_ 21.10.2019 21:49
    Highlight Highlight Würde nicht nein sagen wenn ein BR-Sitz zu den Grünen wechselt, aber denke auch dass das unglaublich starke Resultat in 4 Jahren nochmals halbwegs bestätigt werden sollte.
    Andere Frage: was wären starke Kandidaturen? Fällt mir eigentlich nur Regula Rytz ein, aber aus BE gibts schon eine linke Bundesräting.
    • gupa 22.10.2019 10:09
      Highlight Highlight Maya Graf?
  • Mad Heidi 21.10.2019 20:40
    Highlight Highlight Danke für die Statistik. Unter der Prämisse einer tieferen Wahlbeteiligung als 2015 checke ich es immer noch nicht: Was haben die Klimastreiks bewirkt? Haben sie neue Wählersegmente mobilisiert, und die alten Konservativen sind plötzlich weggestorben? Sind die Jungen auf die Strasse, haben dann aber vergessen, wählen zu gehen? Sind dank ihnen dafür die Regelmässigwähler umgeschwenkt? Fragen über Fragen (die mir BTW auch Chefkommentator Mo nicht beantworten konnte). Wäre aber noch wichtig, um die Nachhaltigkeit dieser erfreulichen Entwicklung abschätzen zu können ...
  • Bivio 21.10.2019 20:10
    Highlight Highlight Welche Statistik zählt denn jetzt. In der Tamedia Umfrage gaben 60% der Befragten an, dass es no zu früh ist für einen Grünen BR.
    Mein Vorschlag: Man macht es genau gleich wie bei der SVP. Wenn die Grünen in 4 Jahren immer noch 4 stärkste Partei sind, dann haben sie Anspruch auf einen Sitz.
    Zuerst müssen sie aber eine gewisse Konstanz schaffen.
  • IfyouNeverNevergoyouwillNeverNeverknow 21.10.2019 19:56
    Highlight Highlight Ich will ja niemandem zu Nahe treten, aber wie gross ist denn der Leistungsausweis der Grünen? Klar, sie sind der grosse Gewinner der NR Wahlen, jedoch haupsächlich weil sie auf de momentanen Klima-Debatten Welle mitschwimmen konnten.
    Genau so wie die u.a. Grünen damals wehement darauf gepocht haben, dass die SVP (ich mag die übrigens überhaupt nicht) ihre guten Wahlergebnisse erstmal an den nächsten nationalen Wahlen bestätigen muss bevor ein zweiter BR überhaupt zur Diskussion steht bin ich der Meinung, dass dies auch für die Grünen, Grün-Liberalen und alle anderen Parteien gelten soll.
  • K1aerer 21.10.2019 19:48
    Highlight Highlight Zuerst sollten die Grünen mal eine gewisse Konstanz zeigen. In die Regierung gewählt, gehören nur die Fähigen. Da spielt Parteizugehörigkeit keine Rolle. Durch die SP haben die Grünen schon in dem Sinne zwei Sitze für Umweltanliegen. Wenn dann müssten sie die CVP angreifen, was aber def. ein Eigentor wäre. Zudem vereinen die Bürgerlichen zusammen mit der SVP und der FDP 46%. Da ist eine bürgerliche Mehrheit schon angebracht. Da die FDP eher der Mitte-Rechts zu verorten ist, erfüllt sie gleichzeitig die Funktion einer Mitte.
    • Uranos 21.10.2019 23:37
      Highlight Highlight 46% ist für mich keine Mehrheit, das beginnt erst ab 50%.
    • K1aerer 22.10.2019 06:51
      Highlight Highlight Die anderen haben ebenso keine Mehrheit. 🤷‍♂️
  • Smeyers 21.10.2019 19:42
    Highlight Highlight Die Grünen sollen zuerst einmal 4 Jahre mitregieren. Dann sollten sie erneut in der gleichen Stärke wiedergewählt werden und dann besteht die Möglichkeit für einen Bundesratssitz.
  • milone 21.10.2019 18:56
    Highlight Highlight Aufs Neue regt mich die Wahlbeteiligung enorm zum Nachdenken an... Einfach nur beschämend, dass diese seit Jahren dermassen tief ist und dies vor allem auch bei uns jungen Menschen... Man kann doch nicht die Alten über die eigene Zukunft entscheiden lassen. Ist den Leuten ihr Stimmrecht echt sowas von egal?🤨 oder sind wir einfach zu verwöhnt?!
  • Mügäli 21.10.2019 18:38
    Highlight Highlight Die direkte Vernetzung jetzt in Forderung betreffend Neugestaltung des Bundesrates ist für mich gerade nicht zielführend. Auch ich wünsche mir, dass die Wahlergebnisse in allen politischen Gremien nach einer gewissen Zeit zum Tragen kommen aber 1te Priorität für mich sind nun folgende:
    1) Altersvorsorge
    2) Kosten Gesundheit
    3) EU
    4) Klimafragen
    Lassen wir doch mal das neue Parlament arbeiten und diese an den ‚Erfolgen‘ messen als jetzt den Fokus auf die Bundesratssitze zu haben. In der Schweiz ‚mahlen die Mühlen langsam‘ und dies sorgt auch für eine gewisse Konstanz und das finde ich gut.
  • FehrEnough 21.10.2019 18:32
    Highlight Highlight Im Sinne einer gewissen Kontinuität befürworte ich grundsätzlich die Wiederwahl amtierender Bundesräte. Meines erachtens sollten dies jedoch lediglich für jene zählen, welche in einer Gesamterneuerungswahl gewählt wurden. Auf Grund der Zahlen und den entsprechenden Amtsdauern sehe ich daher einin grünen Bundesrat als logische Konsequenz. Es wäre langsam Zeit das Schaffen von Fakten (Parteizugehörigkeit) durch frühzeitige Rücktritte im Bundesrat nicht einfach hinzunehmen.
  • Birdie 21.10.2019 18:00
    Highlight Highlight Mal ein radikaler Vorschlag:

    Wir haben 7 Bundesratssitze. Grob sollten also ca. 14.3% Wähleranteil einen Bundesratssitz ausmachen. Wenn man dies so anschaut, dann haben sowohl Grüne wie auch die GLP mehr Anspruch auf einen ersten Sitz, wie SP und FDP auf einen Zweiten. (SP mit 16.8 und FDP mit 15.1%). In diesem Fall wäre die Sitzverteilung dann 2-1-1-1-1-1, mit der SVP als Einzige mit 2 Bundesräten.

    Wieso ich dies befürworten würde? Es wäre für mich ein schweizerischer Konsens. Das Parlament rückt nicht so nach links, wie wenn ein FDP Sitz an die Grünen geht, wird aber merklich grüner.
    • Gipfeligeist 21.10.2019 22:45
      Highlight Highlight @Birdie
      Ich befürworte deinen Vorschlag, aber aus einem anderen Grund: Die 211111-Formel ermöglicht es ganzen 6 Parteien, sich an der Regierung zu beteiligen. Dies stärkt die Demokratie, sorgt für eine aktive Parteienlandschaft & verhindert ein 2 Parteien System (USA, SPD&CDU...)

      Damit kommen natürlich auch einige Probleme, zb die überrepräsentierung von Minderheiten. Obschon ich nicht weiss, ob dies überhaupt zu einem Problem sein kann
    • Satanite 22.10.2019 17:06
      Highlight Highlight Zuerst müssen sich die beiden grünen Parteien beweisen. Die SP wie auch die CVP mussten beide eine halbe Eigkeit warten bevor sie einen Bundesratssitz erhalten haben. Die Grünen müssen bei den nächsten Wahlen in 4 Jahren beweisen, dass sie nicht nur des Klimatrendes wegen gewählt wurden und erneut so ein starkes Resultat einfahren. Des weiteren müssen sie sich in der kommenden Legislatur beweisen, dann können wir über einen Sitz sprechen.
  • Ürsu 21.10.2019 17:42
    Highlight Highlight Bisher mischte ich Grüne und SP auf meinem Wahlzettel, diesmal wurde es eine rein grüne.
  • Gipfeligeist 21.10.2019 17:30
    Highlight Highlight Die Top 3 der Themen sind: AHV-Reform, KKS-Prämien und CO2-Reduktion

    Umso entäuschter bin ich vom schweizer Stimmvolk, welches wiedermal die SVP als stärkste Kraft gewählt hat. Eine Partei, welche in den letzten 4 Jahren in keinen dieser Probleme Lösungen produzieren konnte...
    • [Nickname] 21.10.2019 19:03
      Highlight Highlight Sorry aber Steuern und Abgaben für den normalen Arbeiter als Lösung zur weltweiten Klimareduktion ist einfach eine grüne Verpackung mit tiefrotem Inhalt.
    • Chääschueche 21.10.2019 19:08
      Highlight Highlight Keine Partei hat wirklich schlaue Lösungen Präsentiert. Keine einzige. Immer nur Sympthimbekämpfung oder Unrealistische Lösungen.

      Die Grünen sind ja eh der grösste Witz:

      Alternative Energien erzwingen aber gleichzeitig Staudammerhöhungen, Windkraftanlagenparks und Solarparks bekämpfen. Nennt sich bei Ihnen Landschafts- und Naturschutz.

    • Hockey_God 21.10.2019 19:43
      Highlight Highlight Vor allem wenn man bedenkt, was für eine Ausgangslage die SVP hatte mit potentiellen Mehrheiten. Lieber blieb sie aber stur, nicht konsensfähig und bezeichnete die anderen rechten Parteien lieber “als zu links”. Das ist einfach nur peinlich und zeigt sehr deutlich, wie diese Partei nur Problembewirtschaftung kann und gar kein Interesse hat, konsensfähig Lösungen zu finden und das Land vorwärts zu bringen. Wirklich beschämend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • S.Potter 21.10.2019 17:26
    Highlight Highlight Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling drum können wir dann in 4 Jahren mal schauen.
  • Lowend 21.10.2019 17:24
    Highlight Highlight Auf die Frage: «Welche Partei soll einen Bundesratssitz abgeben?» ergab die Nachwahlbefragung von SFR ein etwas komisches Bild.

    33% der SVP Wähler sind dafür, dass die SVP einen Sitz im BR an die Grünen abgibt, aber kein SVPler will, dass ein SP Sitz an die Grünen ginge.

    Entweder stimmen da die Zahlen nicht, oder die Umfrage war für deren Anhänger zu schwierig, was Natalie Rickli ja schon bei den kantonalen Wahlen bemängelte. 🤔

    Benutzer Bild
    • Roterriese #DefendEurope 21.10.2019 19:07
      Highlight Highlight Wieso sollte die Partei mit Abstand am meisten Wähleranteil einen Sitz abgeben?

      Nur so zum Vergleich:
      SVP: 25.6
      SP: 16.8

      Wieso genau hat die SP im Gegensatz zur SVP jetzt Anspruch auf zwei Sitze?
    • Lowend 21.10.2019 20:34
      Highlight Highlight Nachtrag:

      Der Fehler lag nicht bei den SVP Wählern, da die natürlich immer die armen Opfer sind. Er lag bei der Grafikabteilung des phösen linken SRF und wurde inzwischen korrigiert. 😉

      Benutzer Bild
  • Special K 21.10.2019 17:18
    Highlight Highlight Die FDP muss einen Bundesratssitz an die Grünen abgeben, alles andere wäre undemokratisch.
    • Gasosio 21.10.2019 17:24
      Highlight Highlight Oder an die glp für die Mitte und trotzdem Grün.
    • Ferd Blu 21.10.2019 17:27
      Highlight Highlight Ich würde eher die CVP vorschlagen. Sie ist nicht unter den vier grössten Parteien.
    • dokkaebi 21.10.2019 17:27
      Highlight Highlight Nicht undemokratisch. Zauberformel stimmt. Aber es ist altmodisch und sollte überdacht werden.
    Weitere Antworten anzeigen

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