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Lionel Messi hat Jürgen Klopp gestern den Abend versaut.
Lionel Messi hat Jürgen Klopp gestern den Abend versaut.
Bild: AP/AP

Nächste Saison ohne Titel? Liverpool hat genau 2 Probleme – beide beginnen mit «M»

02.05.2019, 12:5403.05.2019, 05:33

Nicht viel falsch gemacht und trotzdem 0:3 verloren – der FC Liverpool konnte einem gestern nach dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Barcelona fast ein wenig leidtun. Die «Reds» spielten den spanischen Meister dank Leidenschaft, Mut und Tempo phasenweise an die Wand und kassierten trotzdem eine Klatsche.

Die Mannschaft von Jürgen Klopp gab mehr Schüsse ab (15:12), hatte etwas mehr Ballbesitz (52:48 Prozent), sie spielte mehr Pässe (545:511), hatte in der gegnerischen Hälfte die bessere Passquote und spielte sogar weniger lange Bälle als Barça. Aber am Ende fehlte dem Gast aus England das Wichtigste im Fussball – die Tore.

«Wir sind zwischen ihre Linien gekommen und hinter die Kette, wir waren oft in ihrem Strafraum», analysierte Klopp treffend, musste aber festhalten: «Barcelona hat getroffen. Wir nicht.» Dabei hatte Liverpool mindestens vier Topchancen.

Die Verballerer:

35. Minute: Mané kommt einen Schritt zu spät und schiesst drüber.
Video: streamable
53. Minute: Ter Stegen lenkt Salahs Schlenzer um den Pfosten.
Video: streamable
59. Minute: Milner schiesst genau in ter Stegens Arme.
Video: streamable
84. Minute: Salah trifft nur den Pfosten.
Video: streamable

Liverpool muss sich selbst an der Nase nehmen, nicht nur in der Offensive: Zwei individuelle Fehler von Jordan Henderson und Joe Gomez führten zu den ersten beiden Gegentoren. Dann folgte der Geniestreich von Lionel Messi zum 3:0.

Trotzdem hat Liverpool die wohl beste Saisonleistung gezeigt. Die «Reds» blieben stets kreativ, gefährlich und zeigten, wie variabel sie mittlerweile spielen können. Ballbesitz-Fussball sowie hohes Pressing und Gegenpressing – Liverpool hat die perfekte Mischung gezeigt.

«Es war ein geiles Fussballspiel, ich hatte viel Spass, ausser dem Resultat fand ich alles gut.»
Jürgen Klopp

Lob gab es auch von Matchwinner Messi: «Sie haben es uns sehr schwer gemacht. Wir sind es nicht gewohnt, so früh unter Druck gesetzt zu werden», so der Doppeltorschütze.

Die fehlenden Zentimeter

Jürgen Klopp und seine «Reds» haben derzeit eigentlich nur zwei Probleme. Es gibt einen kleinen Mann und ein Team, die derzeit noch besser spielen als man selbst. Gemeint sind natürlich Lionel Messi und Manchester City.

Denn auch in der Premier League droht Liverpool trotz Topleistungen weiter auf den ersten Meistertitel seit 1990 warten zu müssen. Nach 36 von 38 Spieltagen mit nur einer Niederlage steht zwar bereits fest, dass der 18-fache englische Meister die beste Saison seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel absolvieren wird, doch ManCity führt die Tabelle trotzdem mit einem Punkt Vorsprung und besserem Torverhältnis an.

Die Tabellenspitze:

bild: srf

Die «Citizens» und Messis Barcelona sind derzeit einen Hauch besser als Liverpool. Das ist auch Jürgen Klopp nicht verborgen geblieben: «In dieser Saison geht es anscheinend um Kleinigkeiten. Ist der Ball hinter der Linie, oder nicht? Geht er an den Pfosten oder rein?», sagte er gestern nach dem Schlusspfiff leicht konsterniert.

Worauf Klopp damit anspielte? Zum einen auf Sadio Manés Schuss bei der 1:2-Niederlage im Direktduell gegen ManCity, den John Stones 11,7 Millimeter vor der Torlinie klärte, zum anderen auf Mohamed Salahs Pfostenschuss gegen Barcelona, der Liverpools Hoffnung auf einen Finaleinzug in der Champions League wenigstens noch ein bisschen am Leben gehalten hätte.

Stones' Rettungstat auf der Linie gegen Liverpool.
Video: streamable

Aber im Fussball gibt es keine Grauzonen. Es gibt nur Schwarz oder Weiss, gewinnen oder verlieren, Titel oder kein Titel. Das müssen Klopp und Liverpool in dieser Saison wohl schmerzhaft erfahren. (pre)

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Rückblick: Das war Klopps schwarz-gelbe Liebesgeschichte

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Rückblick: Das war Klopps schwarz-gelbe Liebesgeschichte
quelle: bongarts / christof koepsel
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