Lateinamerika
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Heftige Proteste gegen ÖV-Preiserhöhung zwingen Chile-Präsident Piñera in die Knie



A student holds a banner with the image of President Sebastian Piñera and the word thief written in Spanish, during a protest in Santiago, Chile, on Thursday, April 19, 2018. Thousands of people marched against education for profit and to reject the new government of President Sebastián Piñera. (AP Photo / Luis Hidalgo)

Bild: AP/AP

Auch nach der Verhängung des Ausnahmezustandes und einer Ausgangssperre ist es in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile wieder zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Nacht zum Sonntag kamen drei Menschen ums Leben, als ein Supermarkt im Süden Santiagos geplündert wurde und in Brand geriet.

Der konservative Präsident Sebastián Piñera sagte, es gebe «gute Gründe» für die Proteste und nahm eine Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn zurück. Die Regierung mobilisierte 9500 Sicherheitskräfte.

Es war das erste Mal seit dem Ende der Diktatur unter General Augusto Pinochet 1990, dass in der chilenischen Hauptstadt Militär patrouillierte. Die Proteste hatten sich an der Erhöhung der Preise für U-Bahn-Tickets von 800 auf 830 Peso (1,15 Franken) entzündet. Schon im Januar waren die Preise um 20 Peso angehoben worden.

Allerdings geht es bei den Protesten, die unter dem Hashtag #ChileDesperto («Chile erwacht») Zulauf fanden, auch um die Kluft zwischen Arm und Reich in dem südamerikanischen Land. «Chile hat sich als ein Schnellkochtopf erwiesen, der auf die schlimmste Art explodiert ist», sagte die Beamtin Maria.

Öffentlicher Verkehr lahmgelegt

Seit der Ankündigung der Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn wurden 78 der 164 U-Bahn-Stationen in Santiago verwüstet. Nachdem auch 16 Busse in Brand gesetzt und neben dem U-Bahn- auch der Busverkehr ausgesetzt wurde, lag in der Hauptstadt am Sonntag der öffentliche Verkehr nahezu vollkommen still.

Bild

Santiago am Samstag. Bild: userinput

In verschiedenen Stadtteilen von Santiago errichteten Demonstranten am Samstag Barrikaden, es gab Zusammenstösse mit der Polizei. Diese setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. In der Nacht drangen nach Angaben der Feuerwehr zudem hunderte Menschen in den Supermarkt Líder im Süden Santiagos ein, der zur US-Kette Walmart gehört.

Bei dem Brand in dem Supermarkt kamen drei Menschen ums Leben - zwei Menschen waren sofort tot, ein drittes Opfer erlag im Spital seinen schweren Verletzungen, wie Bürgermeisterin Karla Rubilar sagte.

Die Unruhen beschränkten sich aber nicht nur auf die Hauptstadt mit ihren sieben Millionen Einwohnern. In der Hafenstadt Valparaíso steckten Demonstranten den Sitz der Tageszeitung «El Mercurio» in Brand. Der Ausnahmezustand wurde daher auf die Region von Valparaíso und auf die Provinz Concepción im Süden ausgedehnt.

Ausgangssperre

Präsident Piñera erteilte General Javier Iturriaga del Campo den Auftrag, binnen zwei Wochen wieder für Sicherheit in Santiago zu sorgen. Die nächtliche Ausgangssperre wurde für den Zeitraum von 22.00 bis 07.00 Uhr Ortszeit (03.00 bis 12.00 Uhr MESZ) verhängt.

Allerdings war zunächst nicht klar, an wie vielen Tagen sie gelten soll. Piñera wollte am Sonntag mit einem Krisenkabinett über das weitere Vorgehen beraten. (aeg/sda/afp)

Zusammenstösse bei Studentenprotesten in Chile

Zu wenig Wasser wegen Avocado-Produktion

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    Alle Leser-Kommentare
  • El Mac 20.10.2019 14:23
    Highlight Highlight Langsam habe ich das Gefühl, Gewalt und Zerstörung ist Mode geworden in gewissen politischen Kreisen.
    • loquito 20.10.2019 15:49
      Highlight Highlight Welche Kreise denn? Die Kreise, welche es satt haben vom neoliberalen System ausgebeitet zu werden? Den Kreisen, die sehen, wie die UBahn und ähnlihcches privatisiert und gewinnbringend ist, jedoch alles abgeschöpft wird von Wenigen? Von den Kreisen, welxhe trotz harter Arbeit nur 1* am Tag richtig essen? Also dann würde ich auch zu diesen gehören...
    • Ueli der Knecht 20.10.2019 15:53
      Highlight Highlight Vorallem in demokratischen Kreisen. Denn eine Demokratie ist letztlich die Herrschaft der Füsse.

      Wenn die Herrschenden die Demokratie mit den Füssen treten, bleibt den Unterdrückten immer die Möglichkeit, Ihre Stimme mit ihren Füssen auf der Strasse zu zeigen.

      Auch hierzulande wäre ein Fussmarsch sinnvoll, zB. mit Mistgabeln nach Herrliberg, auf den Paradplatz und nach Zug.
    • Hierundjetzt 20.10.2019 17:52
      Highlight Highlight El: Tageslohn(!!) liegt bei 4.- ein Ticket bei 1,15...

      Etwa so, als wenn CH‘ler 4‘500.- für eine (1) SBB Tageskarte ausgeben müssten.

  • Guardragon!? Tsuchinoko? 20.10.2019 12:32
    Highlight Highlight Sollten wir vllt auch mal versuchen..
    • Hierundjetzt 20.10.2019 17:53
      Highlight Highlight Welches Luxusthema hättest Du den gern? AHV mit 64? KK billiger? Anspruch auf eine Genossenschaftswohnung in einem Neubau?

      Eben...

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