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Nahost

20 Tote bei israelischem Angriff auf UNO-Schule in Gaza

30.07.2014, 06:3030.07.2014, 09:40
Eine UNO-Schule in Dschabalia wurde von israelischen Streitkräften bombardiert.
Eine UNO-Schule in Dschabalia wurde von israelischen Streitkräften bombardiert.Bild: Lefteris Pitarakis/AP/KEYSTONE

Beim Beschuss einer Schule der UNO-Hilfsorganisation UNRWA sind nach palästinensischen Angaben am Mittwochmorgen 20 Menschen im Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen getötet worden. Mehr als 50 seien verletzt worden.

In der Schule hätten Menschen aus der Region Zuflucht gesucht, sagte der Sprecher der palästinensischen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra. In dem Konflikt seien bisher mehr als 1260 Menschen getötet und über 7000 verletzt worden.

Chile und Peru ziehen Botschafter aus Israel zurück

Chile und Peru haben wegen der Verschärfung der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen ihre Botschafter in Israel zu Konsultationen zurückgerufen.

Chile beobachte mit grosser Sorge die Einsätze, die derzeit eine «kollektive Bestrafung» der palästinensischen Bevölkerung darstellten, hiess es am Dienstag (Ortszeit) in einer Mitteilung des chilenischen Aussenministeriums. Die Militäroperationen respektierten keine Normen des internationalen Menschenrechtes, wie die mehr als 1000 zivilen Opfer, darunter Frauen und Kinder, zeigten.

Ähnlich äusserte sich das peruanische Aussenministerium, das die Unterbrechung des Waffenstillstandes durch neue israelische Militäroperationen zutiefst bedauerte. Die fünf Staaten des südamerikanischen Mercosur-Blocks riefen indes bei ihrem Gipfel in Caracas zum sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen auf.

Kinder der Schule, die zu einem Zufluchtsort umfunktioniert worden ist, am Tag vor dem Bombardement.
Kinder der Schule, die zu einem Zufluchtsort umfunktioniert worden ist, am Tag vor dem Bombardement.Bild: OLIVER WEIKEN/EPA/KEYSTONE

«Wir glauben, dass der israelisch-palästinensische Konflikt das Potenzial hat, die ganze Region zu destabilisieren», sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Notwendig sei deshalb ein «sofortiger, umfassender und dauerhafter» Waffenstillstand.

Die israelische Luftwaffe setzte auch am frühen Mittwochmorgen ihre Angriffe auf den Gazastreifen fort. Insgesamt wurden nach palästinensischen Angaben seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli 1260 Menschen im Gazastreifen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 53 Soldaten und drei Zivilisten.

Neue Verhandlungen für Feuerpause

Derweil liefen in Kairo die Bemühungen um eine neue Feuerpause auf Hochtouren. Ein israelischer Fernsehsender berichtete, Fortschritte seien erzielt worden. Eine palästinensische Delegation wurde demnach in der ägyptischen Hauptstadt erwartet. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte, sein Land werde womöglich einen eigenen Gesandten nach Kairo schicken.

Die vom Westen unterstützte Regierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Dienstag Unterstützung für eine 24- bis 72-stündige Waffenruhe signalisiert und erklärt, ihre Haltung werde von der Hamas geteilt. Ein Sprecher der radikal-islamischen Organisation, die den Gazastreifen kontrolliert, wies dies zurück. Er bestätigte aber, dass man in Bezug auf eine Waffenruhe in «intensivem, anhaltenden Kontakt» stehe. Details nannte er nicht. (sda/afp/dpa)

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