Schusswechsel bei Trumps Mediendinner – was wir wissen
Das ist passiert
Beim jährlich stattfindenden Korrespondentendinner der US-Regierung in einem Hotel in der Hauptstadt Washington wurden Schüsse abgefeuert. Präsident Donald Trump und weitere Angehörige der US-Regierung wurden hastig von einem Podium evakuiert. Der Secret Service überwältigte einen 31-jährigen Mann und nahm ihn fest. Die Hintergründe sind noch nicht geklärt. Trump, der zwischenzeitlich vom Podium in das angrenzende Hotel gebracht wurde, kehrte später zurück und gab eine Pressekonferenz.
Das ist über den Hergang bekannt
Gemäss dem Polizeichef von Washington, Jeffery Carroll, trug der Festgenommene mehrere Waffen bei sich, als er einen Kontrollpunkt des Secret Service ausserhalb des Hauptsaals passieren wollte. Laut Carroll war der Mann mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern bewaffnet. Als er von Secret-Service-Agenten aufgehalten wurde, kam es demzufolge zu einem Schusswechsel. Schliesslich wurde der Bewaffnete überwältigt.
Laut der Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, wurde der Festgenommene nicht von Kugeln getroffen, er werde derzeit aber in einem Spital in der Hauptstadt untersucht. Gemäss Bowser wurde ein Agent des Secret Service getroffen und verletzt, dieser werde ebenfalls in einem lokalen Spital behandelt.
Die Schüsse waren während des Dinners im Hauptsaal, wo sich die Gäste an Tischen versammelt hatten, gut zu hören, wie zahlreiche Videos belegen. Nachdem schwerbewaffnete Sicherheitskräfte das Podium erstürmten und Donald Trump und weitere hochrangige Anwesende evakuiert wurden, versteckten sich viele der Gäste hinter Tischen und Stühlen.
Die Bürgermeisterin und der Polizeichef von Washington bestätigten Aussagen von Donald Trump an einer kurzfristig von diesem einberufenen Medienkonferenz (siehe nächster Punkt), wonach die Behörden davon ausgehen, dass es sich beim Angreifer um einen Einzeltäter gehandelt hat.
Gemäss Polizeichef Carroll war der Festgenommene ein Gast des renommierten Hilton-Hotels, in dessen Räumlichkeiten die Veranstaltung stattfand. Gemäss der New York Times handelt es sich um denselben Ort, an welchem ein Attentäter 1981 versuchte, den damaligen US-Präsident Ronald Reagan zu ermorden.
Das sagt Trump
Der US-Präsident kündigte nur kurz nach dem Vorfall und der Evakuierung via seiner Plattform Truth Social an, dass er das Dinner gerne fortsetzen wolle, sofern es die Sicherheitslage erlaube. Tatsächlich kehrte Trump anschliessend an den Ort des Geschehens zurück, allerdings nicht für die reguläre Fortsetzung des Dinners. Stattdessen nahm der 79-Jährige in einer Medienkonferenz ausführlich Stellung zu seiner Sicht der Dinge.
Er habe «wie ein Löwe» dafür gekämpft, das Dinner fortsetzen zu können, so Trump. Doch er wolle sich an die Anweisungen der Sicherheitsbehörden halten. Stattdessen werde man einen neuen Termin finden, um das Dinner regulär durchzuführen.
Trump erklärte, er habe zunächst gedacht, es handle sich bei den lauten Geräuschen, die sich dann als Schüsse entpuppten, um Geschirr oder ein Tablett, welches zu Boden krachte. Dann sei es schnell gegangen, der Secret Service habe ihn und andere Kabinettsmitglieder sowie First Lady Melania Trump rasch in Sicherheit gebracht. Er dankte den Sicherheitsbehörden für ihre schnelle Reaktion und die «fantastische Arbeit».
Nebst Trump und der First Lady waren auch Vizepräsident JD Vance, Finanzminister Scott Bessent, Geheimdienst-Chefin Tulsi Gabbard, Verkehrsminister Sean Duffy, Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr., Pressesprecherin Karoline Leavitt, Kommunikationschef Steven Cheung und FBI-Direktor Kash Patel bei dem Dinner anwesend.
Der US-Präsident sprach in seiner Medienkonferenz davon, dass der Vorfall Amerika «vereint» habe.
Er appellierte an die Öffentlichkeit, nach dem Vorfall «zusammenzustehen und unsere Differenzen friedlich beizulegen».
Den Angreifer bezeichnete der US-Präsident als «sehr, sehr kranke Person». Die Ermittelnden gingen davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handle, er sehe das ebenfalls so. Trump veröffentlichte auf Social Media ein Bild des Täters, nachdem dieser überwältigt worden war.
Zudem warb Trump auch für den neuen Ballsaal, den er beim Weissen Haus anbauen lässt. Der Vorfall sei ein Beweis, weshalb es einen neuen, grösseren und mit besseren Sicherheitsmechanismen und -materialien ausgestatten Versammlungsraum im Regierungsgebäude brauche.
Das ist über den Täter bekannt
Laut den Behörden handelt es sich beim festgenommenen Mann um einen 31-Jährigen namens Cole Tomas Allen aus Kalifornien. Laut CNN-Informationen ist der Mann Absolvent des renommierten Colleges California Institute of Technology, kurz Caltech. Demzufolge hat der Mann dort Ingenieurwesen studiert. Er arbeitet laut seinem Linkedin-Profil aktuell als Nachhilfelehrer und Videospielentwickler.
Mehr Infos zum Festgenommenen:
Laut der US-Staatsanwältin Jeanine Pirro laufen die Ermittlungen zum Hintergrund und den Motiven des Mannes. Gemäss Pirro drohen ihm zwei Anklagepunkte: Einerseits wegen des Gebrauchs von Schusswaffens während eines Gewaltverbrechens, andererseits wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Bundesbeamten mit einer Waffe.
Pirro erklärte weiter, dass man aufgrund des bisher bekannten Fakten davon ausgehe, dass der Täter «so viel Schaden wie möglich anrichten wollte».
Der mutmassliche Angreifer soll am Montag vor Gericht vorgeführt werden. Das sagte die Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro auf einer Pressekonferenz kurz nach dem Vorfall.
Das sagt der Secret Service
Der mutmassliche Angreifer bei einem Gala-Dinner mit US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben des Secret Service «beim ersten Kontakt» gestoppt worden. Er sei ein Feigling gewesen, der versucht habe, eine «nationale Tragödie» herbeizuführen, sagte Matthew Quinn, der stellvertretende Direktor des Secret Service, weiter in einer Stellungnahme auf der Plattform X.
Der mutmassliche Angreifer habe die Sicherheitsvorkehrungen des Secret Service unterschätzt. Mehrere Anwesenden hatten diese zuvor kritisiert und warfen die Frage auf, wie der Mann überhaupt so weit kommen konnte.
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