Die Briten lassen Trump und dessen «dummen» Verteidigungsminister auflaufen
Vor dem Hintergrund eines Medienberichts über mögliche Pläne der Trump-Regierung, die bisherige pro-britische Haltung der USA zum Anspruch Argentiniens auf die Falklands im Südatlantik zu überdenken, hat sich nun die britische Regierung geäussert.
Ein Regierungssprecher erklärte, die Souveränität liege beim Vereinigten Königreich, und das Selbstbestimmungsrecht sei von grösster Bedeutung. Der britische Sprecher verwies darauf, dass sich die Falklandinseln «mit überwältigender Mehrheit» dafür ausgesprochen hätten, britisches Überseegebiet zu bleiben. Grossbritannien lasse sich zudem nicht unter Druck setzen.
Falklandinseln im Fokus
Dem Medienbericht von Reuters zufolge soll im Pentagon eine Mitteilung kursieren, in der Massnahmen gegen «schwierige» Nato-Mitglieder vorgeschlagen werden, die das US-Militär im Krieg gegen den Iran nicht unterstützt hätten. Im Falle Grossbritanniens sollen die britischen Gebietsansprüche überdacht werden.
London hatte zunächst die Nutzung von Militärbasen im Land für Angriffe auf den Iran untersagt, dann aber erlaubt. Trump hatte den britischen Premierminister Keir Starmer mehrfach dafür kritisiert.
Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet im südwestlichen Atlantik und Gegenstand eines Souveränitätsstreits zwischen Grossbritannien und Argentinien. Der Sprecher des Premierministers erklärte laut BBC, «Wir haben diese Position gegenüber den aufeinanderfolgenden US-Regierungen bereits klar und konsequent zum Ausdruck gebracht, und daran wird sich nichts ändern.»
Die Regierung der Inseln erklärte in einer Stellungnahme: «Die Falklandinseln haben vollstes Vertrauen in die Zusage der britischen Regierung, unser Recht auf Selbstbestimmung zu wahren und zu verteidigen.» Weiter machten sie darauf aufmerksam, dass 99,8 Prozent der Wähler auf der Insel für den Verbleib als britisches Überseegebiet gestimmt hätten.
«Mangel an Verständnis»
Lord West, der ehemalige britische Staatsminister für Sicherheit, bezeichnete das Papier in der BBC als Ausdruck eines «Mangels an Verständnis». Den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte er demnach «dumm» und warf ihm vor, keinerlei Verständnis für das Verteidigungsbündnis Nato zu haben. Lord West war während des Falklandkriegs 1982 als Offizier im Einsatz.
Britische Veteranen des Krieges bezeichneten Trump im britischen «Telegraph» als «Tyrann». Er würde «die Macht Amerikas hinter sich ausnutzen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen und Geschichte zu schreiben», erklärte einer der Veteranen. Ein anderer fügte hinzu: «Die Inselbewohner haben es nicht verdient, zum politischen Spielball irgendjemandes zu werden».
Aber nicht nur für Grossbritannien werden dem Bericht zufolge Konsequenzen überlegt. Dem unbestätigten Papier zufolge soll die Trump-Regierung in Erwägung gezogen haben, Spanien aus dem Verteidigungsbündnis auszuschliessen. Die Nato hat nach Angaben eines Sprechers allerdings keine Möglichkeit, einzelne Mitglieder zu suspendieren oder auszuschliessen.
Quellen
- bbc.com: "No 10 says Falklands sovereignty rests with UK after report of US 'review'" (englisch)
- telegraph.co.uk: "Falklands tells ‘bully’ Trump to back off" (englisch)
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
(dsc/t-online)

