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Die Briten lassen Trump und dessen Verteidigungsminister auflaufen

FILE - President Donald Trump meets Britain's Prime Minister Keir Starmer at Chequers near Aylesbury, England, Sept. 18, 2025. (AP Photo/Evan Vucci, File)
Iran US Alienated Allies
Donald Trump und Keir Starmer: Die traditionell enge Beziehung der beiden Regierungen ist wegen des Irankriegs angespannt.archivBild: keystone

Die Briten lassen Trump und dessen «dummen» Verteidigungsminister auflaufen

Ein internes Pentagon-Dokument soll Berichten zufolge amerikanische Strafmassnahmen gegen unliebsame Nato-Partner in Europa vorschlagen. Die britische Regierung hält dagegen.
25.04.2026, 13:0825.04.2026, 15:37
Charlotta Siemer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Vor dem Hintergrund eines Medienberichts über mögliche Pläne der Trump-Regierung, die bisherige pro-britische Haltung der USA zum Anspruch Argentiniens auf die Falklands im Südatlantik zu überdenken, hat sich nun die britische Regierung geäussert.

Ein Regierungssprecher erklärte, die Souveränität liege beim Vereinigten Königreich, und das Selbstbestimmungsrecht sei von grösster Bedeutung. Der britische Sprecher verwies darauf, dass sich die Falklandinseln «mit überwältigender Mehrheit» dafür ausgesprochen hätten, britisches Überseegebiet zu bleiben. Grossbritannien lasse sich zudem nicht unter Druck setzen.

Falklandinseln im Fokus

Dem Medienbericht von Reuters zufolge soll im Pentagon eine Mitteilung kursieren, in der Massnahmen gegen «schwierige» Nato-Mitglieder vorgeschlagen werden, die das US-Militär im Krieg gegen den Iran nicht unterstützt hätten. Im Falle Grossbritanniens sollen die britischen Gebietsansprüche überdacht werden.

London hatte zunächst die Nutzung von Militärbasen im Land für Angriffe auf den Iran untersagt, dann aber erlaubt. Trump hatte den britischen Premierminister Keir Starmer mehrfach dafür kritisiert.

Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet im südwestlichen Atlantik und Gegenstand eines Souveränitätsstreits zwischen Grossbritannien und Argentinien. Der Sprecher des Premierministers erklärte laut BBC, «Wir haben diese Position gegenüber den aufeinanderfolgenden US-Regierungen bereits klar und konsequent zum Ausdruck gebracht, und daran wird sich nichts ändern.»

Die Regierung der Inseln erklärte in einer Stellungnahme: «Die Falklandinseln haben vollstes Vertrauen in die Zusage der britischen Regierung, unser Recht auf Selbstbestimmung zu wahren und zu verteidigen.» Weiter machten sie darauf aufmerksam, dass 99,8 Prozent der Wähler auf der Insel für den Verbleib als britisches Überseegebiet gestimmt hätten.

«Mangel an Verständnis»

Lord West, der ehemalige britische Staatsminister für Sicherheit, bezeichnete das Papier in der BBC als Ausdruck eines «Mangels an Verständnis». Den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte er demnach «dumm» und warf ihm vor, keinerlei Verständnis für das Verteidigungsbündnis Nato zu haben. Lord West war während des Falklandkriegs 1982 als Offizier im Einsatz.

Falklandinseln, Weltkarte.
Grossbritannien und Argentinien erheben historischen Anspruch auf die Inselgruppe im südlichen Atlantik. 1982 kam es deswegen zum Krieg.grafik: T-Online

Britische Veteranen des Krieges bezeichneten Trump im britischen «Telegraph» als «Tyrann». Er würde «die Macht Amerikas hinter sich ausnutzen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen und Geschichte zu schreiben», erklärte einer der Veteranen. Ein anderer fügte hinzu: «Die Inselbewohner haben es nicht verdient, zum politischen Spielball irgendjemandes zu werden».

Aber nicht nur für Grossbritannien werden dem Bericht zufolge Konsequenzen überlegt. Dem unbestätigten Papier zufolge soll die Trump-Regierung in Erwägung gezogen haben, Spanien aus dem Verteidigungsbündnis auszuschliessen. Die Nato hat nach Angaben eines Sprechers allerdings keine Möglichkeit, einzelne Mitglieder zu suspendieren oder auszuschliessen.

Quellen

(dsc/t-online)

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banda69
25.04.2026 13:21registriert Januar 2020
Gut so. Die Briten zeigen Rückgrat gegenüber den rechtspopulistischen und kompetenzlosen Bullies.
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mrmikech
25.04.2026 13:20registriert Juni 2016
Die britische Regierung hat auch ein Problem mit Palantir. Ja, der NHS funktioniert besser mit der Software von Palantir, zugleich gibt es grossen Widerstand dagegen, weil die Daten in die USA übertragen werden und die Eigentümer, Karp und Thiel, über das Vereinigte Königreich und den NHS lästern.

Es ist wieder so ein Beispiel, wie bei Musk, das zeigt, dass Milliardäre derzeit die Welt zerstören – ihnen sind sogar ihre eigenen Kunden egal.
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Steibocktschingg
25.04.2026 13:26registriert Januar 2018
Nun, Kegseth als "dumm" zu bezeichnen ist angemessen, der Typ ist dümmer als ein Sack voll Stroh.

Auch beweist sich mal wieder, dass die Räuberbande in Washington entweder bewusst oder aus lauter Dummheit nicht erkennen kann, dass die Nato ein Verteidigungsbündnis ist und kein Angriffsbündnis. Es besteht daher absolut keine Pflicht für die Natomitglieder, den USA zu helfen, erst recht nicht bei einem illegalen Angriffskrieg.
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