DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Acht Jahre Gefängnis für Verursacher von Unfall mit zwei Toten in Seon AG

31.03.2017, 09:4431.03.2017, 09:56
Zwei Menschen starben in Seon AG
Zwei Menschen starben in Seon AG
Bild: KApo AG

Das Aargauer Obergericht hat die Freiheitsstrafe für den Verursacher einer Frontalkollision mit zwei Toten und drei Schwerverletzten um drei Jahre reduziert. Der 33-jährige Italiener muss für acht Jahre ins Gefängnis. Die Schuldsprüche wurden bestätigt.

Das Bezirksgericht Lenzburg hatte den Mann im vergangenen August zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt und mit der hohen Strafe für Aufsehen gesorgt. Der Staatsanwalt forderte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren, die Verteidigung wollte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Der Verurteilte ging in Berufung. Das Obergericht folgte nun dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wie die Medienstelle der Gerichte Kanton Aargau am Freitag mitteilte.

Das Obergericht befand den Autolenker der mehrfachen eventualvorsätzlichen Tötung schuldig sowie der mehrfachen eventualvorsätzlichen schweren Körperverletzung und der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung. Das Urteil des Obergerichts ist noch nicht rechtskräftig und kann mit einer Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden.

Trotz Nebels überholt

Der Todesfahrer hatte in der Nacht auf den 2. November 2014 zwischen Seon und Schafisheim zwei Autos überholt - trotz dichten Nebels, einer Sichtweite von rund 150 Metern und einer Sicherheitslinie. Auf der Gegenfahrbahn prallte er mit stark übersetzter Geschwindigkeit frontal in ein korrekt entgegenkommendes Auto.

Darin sassen zwei befreundete Ehepaare. Der 60-jährige Schweizer, der das Auto fuhr, wurde getötet. Seine Ehefrau überlebte den Crash schwer verletzt. Auch eine 50-jährige Schweizerin starb auf der Unfallstelle. Ihr Ehemann überlebte. Der Unfallverursacher erlitt ebenfalls schwere Verletzungen.

Zur Klärung des Unfallhergangs hatte die Staatsanwaltschaft ein verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses zeigt, dass der Unfallverursacher bei der Kollision mit mindestens 133 km/h statt der erlaubten 80 km/h unterwegs war. Der Fahrer hatte zwar Alkohol konsumiert, die Blutalkoholkonzentration lag jedoch unter der strafrechtlich relevanten Grenze. (sda)

Aktuelle Polizeibilder: Zweimal Totalschaden

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Neue Studie zeigt: Wie Richterinnen und Richter durch die Politik beeinflusst werden

Eigentlich sollte die Justiz unabhängig sein. Doch Wiederwahlen an den Gerichten prägen die Rechtsprechung. Die Parteien wollen das nicht ändern. In ihre Kassen fliesst viel Geld aus den Gerichten.

In der Theorie funktioniert es so: Richterinnen werden nach Parteistärken gewählt, damit alle Werte an den Gerichten demokratisch gerecht vertreten sind. Sobald ein Richter im Amt ist, soll die Partei aber keine Rolle mehr spielen. Richter, die Parteimitglieder sind, stellen eine Schweizer Besonderheit dar. Eine weitere ist: Jeweils nach sechs Jahren finden Gesamterneuerungswahlen des Bundesgerichts statt. Internationaler Standard sind längere, einmalige Amtszeiten. In der Schweiz hingegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel