DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jérémy Desplanches sicherte sich die Medaille mit einem sensationellen Schlussspurt.
Jérémy Desplanches sicherte sich die Medaille mit einem sensationellen Schlussspurt.
Bild: keystone

Desplanches holt Bronze über 200 m Lagen: «Das war das Rennen meines Lebens»

Jérémy Desplanches gewinnt über 200 Meter Lagen Bronze bei den Olympischen Spielen in Tokio. Der Genfer ist damit erst der zweite Schweizer Schwimmer, der bei Olympischen Spielen eine Medaille gewinnt.
30.07.2021, 06:1230.07.2021, 08:39

Jérémy Desplanches hält Wort. Der 26-jährige Genfer liefert in Tokio über 200 m Lagen das Rennen seines Lebens und gewinnt mit Landesrekord die Bronzemedaille. Gleichzeitig sorgt er für die bereits neunte Medaille der so erfolgreichen Schweizer Delegation in der japanischen Hauptstadt.

Desplanches schwamm im Final über 200 m Lagen fast die ganze Zeit an vierter Stelle – sowohl nach der Delfin-, der Rücken- und auch der Brust-Strecke lag er an dieser Position. Auf der abschliessenden Crawl-Strecke schien es ebenfalls, als könnte sich der 26-Jährige nicht mehr verbessern und müsse er sich mit dem undankbaren 4. Platz begnügen. Doch auf dem letzten Meter konnte sich Desplanches noch an Weltmeister Daiya Seto vorbeischieben. Der Japaner, der vor zwei Jahren im südkoreanischen Gwangju vor dem Schweizer Gold geholt hatte, lag letztlich um fünf Hundertstel hinter Desplanches zurück

«Das war der Anschlag meines Lebens, genau den habe ich gebraucht. Am Ende habe ich nicht mehr geatmet, nichts mehr gesehen. Es ist unglaublich», sagte der 26-jährige Genfer, nachdem er aus dem Wasser gestiegen war. «Aber ich habe das nicht alleine geschafft, da waren auch meine Familie, meine Freundin, meine Coaches. Das ist wichtig, denn du musst nicht nur physisch, sondern auch psychisch bereit sein. Es ist unglaublich. Ich weiss gar nicht, was sagen. Ich werde wohl drei oder vier Tage nicht schlafen. Das war das Rennen meines Lebens.»

Der Europameister von 2018 und EM-Zweite von 2021 schlug nach den vier Bahnlängen in 1:56,17 an, womit er seinen Schweizer Rekord um 0,39 Sekunden senkte. Einzig der chinesische Olympiasieger Wang Shun (in 1:55,00) und der Briten Duncan Scott (1:55,28) lagen für ihn ausser Reichweite.

Desplanches wird das Lachen in den kommenden Tagen wohl nicht mehr aus dem Gesicht gehen.
Desplanches wird das Lachen in den kommenden Tagen wohl nicht mehr aus dem Gesicht gehen.
Bild: keystone

Desplanches sorgte zugleich für die erste Olympia-Medaille eines Schweizer Schwimmers seit 37 Jahren. 1984 in Los Angeles – als wegen des Boykotts zahlreiche Länder nicht antraten – hatte sich Etienne Dagon über 200 m Brust Bronze gesichert. Ansonsten hatte sich noch nie ein Schweizer Schwimmer an Olympia in den Top 3 klassiert.

«Das war mein erster olympischer Final und ich gewinne gleich eine Medaille. Ich bin extrem zufrieden», freute sich Desplanches. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2020 in Tokio

1 / 96
Die besten Bilder der Olympischen Spiele 2020 in Tokio
quelle: keystone / martin meissner
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Nico «surft» mit Legende Robby Naish – und weiss nicht mehr, wo oben und unten ist

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Freiburg-Trainer Streich heult zum Abschied und wird zum Vorsänger in der Kurve

Nach 67 Jahren und 360 Bundesligapartien verlässt der SC Freiburg das Dreisamstadion. Das letzte Spiel dort wurde entsprechend emotional. Kulttrainer Christian Streich stand erwartungsgemäss im Mittelpunkt – und das nicht nur wegen des Sieges.

Nach dem Abpfiff schossen Christian Streich die Tränen in die Augen. Dann spurtete der Trainer des SC Freiburg auf den Rasen des Dreisamstadions – und umarmte seine Spieler mit einer Emotionalität, die selbst für ihn ungewöhnlich war. Das Ergebnis des kurz zuvor zu Ende gegangenen Fussballspiels des 6. Bundesliga-Spieltags (Freiburg gewann 3:0 gegen Augsburg) schien an diesem Abend die wenigsten der 14'400 Zuschauer zu interessieren.

Der Star war nicht die Mannschaft, sondern das Stadion. Nach …

Artikel lesen
Link zum Artikel