DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Swiss Tennis will eine Turnierserie für die nationalen Spitzenspieler organisieren.
Swiss Tennis will eine Turnierserie für die nationalen Spitzenspieler organisieren. Bild: KEYSTONE

Nicht nur der Fussball startet neu: So planen Olympia-Sportarten Wettkämpfe in der Schweiz

Ab Mitte Juni wollen die wichtigsten acht Olympischen Sommersportarten neben Trainings auch wieder Sportveranstaltungen durchführen – für die Elite, den Nachwuchs und die Freizeitsportler.
28.05.2020, 08:38
rainer sommerhalder / ch media

Ab 6. Juni sind in der Schweiz Sportveranstaltungen bis 300 Personen wieder möglich. Am 24. Juni diskutiert der Bundesrat über eine Anpassung auf maximal 1000 Menschen und ab dem 1. September soll auch diese Schranke fallen. In das jeweilige Kontingent gehören Teilnehmer, Helfer und Zuschauer, was die konkrete Planung von Anlässen zu einer Herausforderung macht.

So sind beispielsweise im Schwingen die allermeisten Feste bereits seit Wochen abgesagt, auch wenn der Bundesrat nun auch für Kampfsportarten eine terminliche Rückkehr in den Wettkampfsport skizziert hat. Im Schwingsport will man das Publikum unter keinen Umständen ausschliessen.

Sportveranstaltungen benötigen für eine Bewilligung ein Schutzkonzept mit dem Schwerpunkt Contact Tracing. Der Zwang zur regelmässigen Desinfektion des Materials hingegen entfällt. Die acht wichtigsten Olympischen Sommersportarten drängen jetzt mit Vehemenz auf eine nationale Wettkampfsaison, auch mit Blick auf die Nachwuchssportler. So zeigt sich der Stand der Planungen konkret:

Beachvolleyball

Knapp 700 nationale und regionale Beachvolleyballturniere fanden 2019 in der Schweiz statt. Bereits ab dem 11. Juni möchte Swiss Volley trotz der Einschränkungen auch heuer rund 400 von ihnen durchführen, während die internationalen Events bis Oktober komplett abgesagt wurden. Die grösste Herausforderung liegt nicht in der maximalen Anzahl der Teilnehmenden, sondern bei der Infrastruktur.

Der Grossteil dieser Turniere findet im Areal von Badeanstalten oder sonstigen kommunalen Sporteinrichtungen statt. Die Gemeinden müssen grünes Licht geben, neben der anspruchsvollen Kontrolle der Badegäste auch noch Wettkampfsportler zu beherbergen. Auch für die nationalen Topteams will der Verband als Überbrückung in den nächsten Wochen ein spezielles Wettkampfformat anbieten.

Beachvolleyball-Felder in Badis müssen als Wettkampfstätte reichen.
Beachvolleyball-Felder in Badis müssen als Wettkampfstätte reichen.Bild: KEYSTONE

Leichathletik/Laufsport

Swiss Athletics will ab Mitte Juni seinen Kaderathleten der Elite und im Nachwuchs Startmöglichkeiten anbieten. Um die Teilnehmergrenze einzuhalten, sollen diese Meetings in Blöcken stattfinden, etwa zuerst die Sprinter, dann die Technischen Disziplinen und am Schluss die Mittel- und Langstrecken.

Für Anfang und Ende Juli plant man zwei grössere nationale Meetings mit eingeschränkter Zuschauerzahl und Mitte September soll als Höhepunkt die Ende Juni in Bellinzona abgesagte Schweizer Meisterschaft an einem noch nicht bekannten Ort stattfinden.

Unterschiedlich präsentiert sich die Situation bei den Laufveranstaltungen. Einige Events bis Ende August sind abgesagt, andere suchen kreative Möglichkeiten, wie etwa der Swiss Alpine Marathon von Ende Juli in Davos.

Dort machen zwar mehr als 1000 Personen mit, aufgrund der verschieden langen Strecken kann mit Blockstarts die Ansammlung einer grossen Personenzahl theoretisch verhindert werden. Die Vereinigung Swiss Runners hofft nun bei der Umsetzung des eigenen Schutzkonzepts auf Goodwill vom Bund, wie der Begriff «Grossveranstaltung» definiert wird. Klar ist: Läufe in urbanem Gebiet sind bis Ende August tabu.

Radsport

Bei Swiss Cycling haben drei Bereiche Priorität: Die beiden Grossanlässe Strassen-WM in Martigny (20. - 27. September) und Bike-Weltcup in der Lenzerheide (5./6. September), die rund 20 Schweizer Meisterschaften in den verschiedenen Disziplinen sowie Wettkämpfe für den Nachwuchs. Bis Ende Juni finden keine Anlässe statt. Konkrete Termine will man erst nennen, wenn sie fix sind. Für einige Meisterschaften existieren fortgeschrittene Pläne mit Veranstaltern und Daten ab Mitte Juli.

Swiss Cycling plant den Bike-Weltcup in der Lenzerheide im September durchzuführen.
Swiss Cycling plant den Bike-Weltcup in der Lenzerheide im September durchzuführen.Bild: KEYSTONE

Reitsport

Regionale Concours sind Fixtermine im Schweizer Sportkalender. Weil es im Anmeldeverfahren für die Wettkämpfe keine Begrenzung gibt, hat der Pferdesportverband alle Nennungen gelöscht und bietet ab 2. Juni eine neue Anmeldemaske an, wo die Anzahl Reiter limitiert werden kann.

Auch ermöglicht die Task Force des Verbandes den Organisatoren die ausserordentliche Variante, Preisgelder zu senken und Startgelder zu erhöhen. Die Massnahmen dienen dazu, ab Mitte Juni einen umfangreichen Wettkampfkalender anzubieten.

Im Reiten gibt es immer nationale Wettkämpfe. Der Schweizer Verband lässt diese nun an die neue Situation anpassen.
Im Reiten gibt es immer nationale Wettkämpfe. Der Schweizer Verband lässt diese nun an die neue Situation anpassen.Bild: KEYSTONE

Rudern

Bei nationalen Regatten kann die Beschränkung von 1000 Personen nicht eingehalten werden. So wurden alle Anlässe bis und mit Schweizer Meisterschaft von Ende Juni abgesagt. Der Verband hofft nun auf eine reich befrachtete Herbstsaison ab Mitte August.

Die zehn ordentlichen Regatten bis Ende Oktober sollen wie geplant stattfinden. Für die SM sucht man einen neuen Termin, was auf dem Luzerner Rotsee nicht einfach ist, wegen Terminkollisionen mit EM, Naturschutzauflagen und dem Bettag. Zuerst freut man sich bei Swiss Rowing aber, dass auch Achterboote wieder in See stechen dürfen.

Swiss Rowing hofft auf eine Herbst-Saison mit vielen Events.
Swiss Rowing hofft auf eine Herbst-Saison mit vielen Events.Bild: KEYSTONE

Schwimmen

Die Schweizer Meisterschaften im Becken (3. Juli) und Open Water (29. August) sind abgesagt. Bei Swiss Swimming beginnt die neue Saison mit der Lizenzierung jeweils am 1. September. Die Absage internationaler Fixtermine gibt Raum für Schweizer Lösungen.

Neben der Durchführung der ordentlichen Kurzbahn-Meetings will die Verbandsspitze an der heutigen Sitzung ein Meeting im Dezember in einem 50-m-Becken als Olympia-Qualifikation beschliessen. Auch soll schnellstmöglich die virtuelle Schwimmliga starten, in der Klubs im Training Richtzeiten schwimmen, die verglichen werden. Im Juli und August treffen dann zwei und vier Klubs direkt aufeinander.

In der Schweiz soll es eine virtuelle Schwimmliga geben.
In der Schweiz soll es eine virtuelle Schwimmliga geben.Bild: EPA

Tennis

Swiss Tennis hat früh Pläne entwickelt und ist bereit für die Lockerungen im Sport. Ab Mitte Juni präsentiert man einen vollen Turnierkalender mit Interclub, nationalen und regionalen Turnieren für Elite und Nachwuchs.

Zudem organisiert der Verband gemeinsam mit verschiedenen Veranstaltern eine einmalige Turnierserie für nationale Spitzenspieler und beteiligt sich grosszügig am Preisgeld. Einerseits, um den Profis Matchpraxis zu bieten, andererseits als eine Einnahmequelle.

Belinda Bencic spielt mit dem Gedanken, in der Schweiz Interclub zu spielen.
Belinda Bencic spielt mit dem Gedanken, in der Schweiz Interclub zu spielen.Bild: EPA

Triathlon

Die Verbandsspitze hat am Mittwoch noch während der bundesrätlichen Pressekonferenz erste Planspiele für die Saisonagenda vorgenommen. Für Kaderathleten der Elite und des Nachwuchs sollen im Juli und August Startmöglichkeiten geschaffen werden.

Der nationale Verband will für die Schweizer Triathlon-Elite Startmöglichkeiten im Sommer schaffen.
Der nationale Verband will für die Schweizer Triathlon-Elite Startmöglichkeiten im Sommer schaffen.Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Im September folgen grössere Events, Breitensportanlässe und die Schweizer Meisterschaften, wohl im Rahmen eines geplanten Wettkampfs in Locarno, Murten, Rapperswil oder Yverdon.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Sportler haben den perfekten Namen für ihre Sportart

1 / 25
Diese Sportler haben den perfekten Namen für ihre Sportart
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Video der Woche:

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachanfall
24. November 2009: Roger Federer müsste im Interview mit Pedro Pinto eigentlich nur ruhig da sitzen, doch der Journalist bringt ihn komplett aus der Fassung. Die Fragen auf Spanisch scheinen Federers Lachmuskeln total an ihre Grenzen zu bringen.

Wer kennt es nicht: Dieses Gefühl, wenn man eigentlich nur ruhig da sitzen und zuhören müsste. Doch aus irgendeinem Grund findet man alles unglaublich witzig und muss auf einmal loslachen. Und je mehr man mit dem Lachen eigentlich aufhören müsste, desto schlimmer wird es. Genau so geht es an diesem Tag auch Roger Federer.

Zur Story