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Nach Notsignal vor Korfu

Italienische Marine leitet Migranten-Frachter in Hafen

31.12.2014, 00:1531.12.2014, 10:08

Die italienische Marine hat am Dienstag einen Frachter mit Hunderten Migranten an Bord in der Adria zu einem Hafen im Süden des Landes geleitet. Zuvor hatte ein Notsignal des Schiffes «Blue Sky M» einen umfangreichen Einsatz der griechischen Kriegsmarine ausgelöst.

Das Schiff, das schätzungsweise mehr als 600 Menschen an Bord hat, nahm am Abend Kurs auf italienische Gewässer, wo Sicherheitskräfte an Bord gingen. Auf dem Frachter sollen vor allem Syrier sein, darunter auch eine Schwangere, die kurz vor der Geburt stehe, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Ein Bild der Blue Sky im Dezember 2014.
Ein Bild der Blue Sky im Dezember 2014.
Bild: EPA/DPA

Die italienische Marine leitete den Frachter zum Hafen der süditalienischen Küstenstadt Gallipoli. Es sei verhindert worden, dass das Schiff auf die Küste prallt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Grosse Suchaktion

Trotz eines Motorschadens hätten Männer der Küstenwache drei Meilen vor dem süditalienischen Ort Santa Maria di Leuca den Kurs des Frachters ändern können. Per Helikopter waren mehrere Männer zu einer Kontrolle auf das Schiff gegangen. Bei der Kontrolle sei keine Besatzung auf dem Schiff gefunden worden, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Nachrichtenagentur AP.

Griechische Spezialeinheiten machten sich nach dem Notruf auf den Weg. 
Griechische Spezialeinheiten machten sich nach dem Notruf auf den Weg. 
Bild: EPA/ANA-MPa

Das Verteidigungsministerium in Athen und die griechische Küstenwache hatten zunächst am Nachmittag bekanntgegeben, dass das unter der Flagge Moldaus fahrende Schiff in Seenot sei. Eine umfangreiche Suchaktion wurde gestartet. Der Kapitän hatte jedoch angegeben, alles sei in Ordnung und das Schiff sei nicht in Seenot.

Passagier soll Alarm geschlagen haben

Inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass einer der Migranten an Bord die griechische und die italienische Küstenwache alarmierte. Das Schiff befand sich zu dieser Zeit in der Nähe des kleinen griechischen Eilands Othonoi im Nordwesten der Touristeninsel Korfu.

Es blieb wenige Stunden in dieser Region im Windschatten der Insel Othonoi, bis sich dort die starken Winde legten. Dann setzte der Kapitän die Fahrt in Richtung Italien fort. «Der Frachter ist weg. Er bewegt sich in westlicher Richtung. Wir sehen ihn nicht mehr», hatte ein Beamter der griechischen Küstenwache aus Othonoi der Deutschen Presseagentur erklärt.

Schlepper holten Migranten ab

Das Schiff soll griechischen Medienberichten zufolge seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland unterwegs gewesen sein. Es wird vermutet, dass Menschenschlepper Migranten aus Westgriechenland abgeholt haben, um sie nach Italien zu bringen. 

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Migranten durch das Mittelmeer nach Europa zu schaffen. Tausende Migranten sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Ende November waren rund 600 Migranten aus dem Nahen Osten nach einer Havarie eines Frachters auf Kreta sicher gelandet. (feb/sda/dpa)

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