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SRG, Pro7 und Co. blitzen vor Gericht ab: Beim Replay-TV bleibt (vorerst) alles gleich

Die TV-Sender wollen die Bedingungen für das Replay-TV direkt mit den TV-Verbreitern wie Swisscom, UPC oder Zattoo verhandeln. Die Richter haben dies nun abgelehnt, aber das letzte Wort ist noch längst nicht gesprochen.



Die TV-Sender argumentieren seit langem, dass sie beim Replay-TV für ihre Inhalte zu wenig entschädigt werden. Ihnen gingen wegen der Vorspulfunktion Werbeeinnahmen in Millionenhöhe verloren. Die TV-Sender wollen daher direkt mit den TV-Verbreitern über die Konditionen verhandeln.

Das Bundesverwaltungsgericht ist nun aber nicht auf eine Beschwerde von 23 regionalen und privaten Fernsehsendern eingegangen, die sich gegen die Tarife für die Urheberrechte des zeitversetzten Fernsehens richtet. Das Gericht hält fest, dass die TV-Stationen nicht beschwerdeberechtigt sind.

TV-Sender erhalten keinen Platz am Verhandlungstisch

Im Februar 2018 genehmigte die Eidgenössische Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten einen neuen Tarif. Mit diesem Tarif werden die Entschädigungen geregelt, die die Anbieter von zeitversetztem Fernsehen (Swisscom, UPC, Sunrise etc.) an die Fernsehstationen zu bezahlen haben.

Die Schiedskommission vertrat zum Missfallen der TV-Sender die Ansicht, dass die Verwertungsgesellschaften die Tarife für die Sender auszuhandeln haben. Diese würden die Interessen der TV-Sender wahrnehmen. Der Tarif wird also nicht direkt zwischen TV-Sendern und TV-Verbreitern ausgehandelt, sondern von Urheberrechts-Organisationen wie Pro litteris.

Das Bundesverwaltungsgericht musste nun prüfen, ob die Fernsehsender überhaupt legitimiert sind, eine Beschwerde gegen den Tarif einzureichen, weil sie am Verfahren vor dem Schiedsgericht nicht Partei waren.

Die St. Galler Richter sind in einem am Donnerstag publizierten Urteil zum Schluss gekommen, dass Dritte im Bereich des Urheberrechts in der Regel kein Beschwerderecht hätten. Nur wenn die Interessen der verschiedenen Sender sich im grossen Ganzen unterscheiden, könne eine Ausnahme von dieser Regel gemacht werden.

Das Gericht ist der Ansicht, dass keine divergierenden Interessen vorliegen und die Fernsehsender deshalb bei den Tarif-Verhandlungen zurecht von den Verwertungsgesellschaften vertreten werden.

TV-Sender prüfen Weiterzug an Bundesgericht

Die Interessengemeinschaft Radio und Fernsehen bedauert den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, wie sie in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Es sei eine Chance verpasst worden, dass die Sender für das zeitversetzte Fernsehen mit den TV-Anbietern vernünftige Lösungen finden könnten. Die Sender prüfen den Weiterzug ans Bundesgericht.

Die aktuelle Situation führe dazu, dass die Sender steigende Einkommenseinbussen erleiden, da wegen dem Replay die Werbeeinnahmen zurück gingen. Die Existenz der werbefinanzierten Sender sei gefährdet, was auch negative Auswirkungen auf die Medienvielfalt haben werde.

Die Profiteure der aktuellen Regelung seien die TV-Verbreiter wie Swisscom und UPC, «welche für eine minimale Abgeltung das Replay-TV kommerzialisieren.» Die TV-Sender wollten Replay nicht verunmöglichen, sie wollten einzig faire Rahmenbedingungen für zeitversetztes Fernsehen aushandeln können.

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(oli/sda)

Das ist die Geschichte des Farbfernsehens

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zappenduster 20.09.2018 19:03
    Highlight Highlight Für mich eine ganz einfach Rechnung:

    TV - Replay = Me - TV

    Es gibt heute einfach zu gute Alternativen und der Sport der immer wieder ein Grund für TV Abo war fällt ja auch weg.... Für was TV?
  • JudgeofDeath 20.09.2018 16:51
    Highlight Highlight Ich errinere mich an die alten Zeiten, da ist man während der Werbung einfach auf's Klo, Chips geholt, auf dem Balkon eine geraucht oder geschaut was auf den anderen Sendern läuft.

    Mit Replay TV sieht man während dem Vorspulen sogar noch mehr Werbung, weil über den Daumen geschätzt alle 10 Sek ein Standbild sichtbar ist.
  • Baccaralette 20.09.2018 15:51
    Highlight Highlight Wenn ich einen Film schaue, der 90 Minuten dauert, und ich dazu 120 Minuten brauche, weil soviel Werbung läuft, läuft etwas grundsätzlich falsch.
  • TreeOfLife 20.09.2018 13:42
    Highlight Highlight Richtig so und ich hoffe sie bitzen auch beim Bundesgericht ab.
    "Die aktuelle Situation führe dazu, dass die Sender steigende Einkommenseinbussen erleiden, da wegen dem Replay die Werbeeinnahmen zurück gingen"
    Das mag sein, wenn ich es aber vergleiche damit, was wir täglich von anderen Seiten her zugemüllt werden mit Werbung (Einspieler bei online Videos, überall diese animierten Banner, u.v.m.) bekommt der Mensch sein Hirn schon genug gewaschen... weichgewaschen.
    Wer den Trend der Werbevermarktung verpennt, muss nicht dem Konsumenten die Schuld geben und mit noch mehr Werbung büssen.
  • Charlie B. 20.09.2018 13:11
    Highlight Highlight Ich hab mal aus Versehen Werbung geschaut, oh ist das peinlich, was da abläuft. Einfach unnötig. Wo immer ich kann, überspringe ich die Werbung oder schalte auf Stumm.
  • Pafeld 20.09.2018 13:06
    Highlight Highlight Wo sind wir angekommen, dass Werbetreiber sich einbilden, dass wir in irgendeinerweise verpflichtet sind, die Werbung zu konsumieren, mit der sie uns dauerberieseln?

    Zudem lassen sich dank der Replayfunktionen viel bessere Daten erheben, welche Werbung effektiv beim Kunden ankommt.
    • Zappenduster 20.09.2018 19:07
      Highlight Highlight Für TV Werbung werde ich keine Sekunde meines Lebens mehr verbrauchen.

      team no "no Billag" btw.
    • Astrogator 21.09.2018 02:32
      Highlight Highlight @Danyboy: „Wer nun die Möglichkeit hat, Werbung zu spulen, „bescheisst“ eigentlich. “

      Auch das ist grundsätzlich falsch. Es gibt einen Vertrag zwischen Sender und Werbenden. Geld gegen Werbezeit, das ist der ganze Deal, mit dem TV-Konsumenten hat niemand ein Vertrag, ergo kann er auch nicht bescheissen wie du sagst.
      Die Werbeindustrie will mich ihren unkreativen Mist schauen lassen? Dann würde ich gerne dafür bezahlt werden. Die Werbeindustrie will von mir Zeit ohne Gegenleistung, so wird ein Schuh draus.
    • Midnight 21.09.2018 08:13
      Highlight Highlight @Danyboy Wenn der genervte Zuschauer irgendwann die Glotze eifach dauerhaft aus macht, hat weder der Sender noch der Werbetreibende etwas davon. Mir wars vor etwa 7 Jahren schon zuviel.
      Inzwischen mache ich mir mein "TV"-Programm selber, komplett werbefrei für knapp 30 Stutz im Monat. Die Gewinner: Netflix und Youtube 🤷‍♂️
    Weitere Antworten anzeigen
  • saukaibli 20.09.2018 12:51
    Highlight Highlight "dass die Sender steigende Einkommenseinbussen erleiden, da wegen dem Replay die Werbeeinnahmen zurück gingen." Ich verstehe nicht, wie die Einnahmen grösser würden, wenn die Sender wegen der nervigen Werbung gar nicht mehr geschaut werden. Ich jedenfalls würde diese Sender dann komplett aus meiner Liste entfernen, ich kann einfach nicht fünf Minuten oder mehr Werbung ertragen, sorry.
    • virus.exe 20.09.2018 14:15
      Highlight Highlight 5 Minuten ist gut. Ich zähle manchmal die vorgespulte Zeit. Das kann bei Hohle der Löwen auf VOX schon mal 9 Minuten sein. Wobei davon wiederum fast ein Drittel Programmvorschau, also Werbung in eigener Sache, ist.
  • Phill 20.09.2018 12:45
    Highlight Highlight Also
    Geht doch
    Vielleicht muss dieWerbeindustrie auch mehr mit der Zeit gehen
    Oder sie gehen mit der Zeit
  • Thinkdeeper 20.09.2018 12:30
    Highlight Highlight Gut so...
    Ehrlich gesagt, TV Werbung ist heute nervtötend, penetrant, aufdringlich und unnötig. Gehört abgeschafft.
    Als bezahlender Kunde und Konsument will ich das nicht. Ich bin mündig genug mich ggf. zu informieren.
    Klar definierte Werbeblöcke und Produktplacement sowie klares Sponsoring, wenn es schon sein muss, geht knapp noch. Ich kann diesen ausweichen und Pause machen. Nicht Ok ist Unterbrecherwerbung. Schon gar nicht wenn ich schon sehr viel für Anschluss, Billag usw. bezahlen muss.
    Ohne Replay TV oder noch teurers TV ist Grund mehr zum Total-Verzicht.
  • El Vals del Obrero 20.09.2018 12:28
    Highlight Highlight Videocassetten konnte man früher auch nach Belieben spulen. Was ist da der Unterschied?

    Klar, um ein Replay aller Sendungen einer Woche zu haben, hätte man früher mehrere Videorekorder dauernd laufen lassen müssen. Aber das ist ein technischer und kein prinzipieller Unterschied.

    Wenn der Zuschauer wegen der Werbung nicht mehr die Kontrolle über das Gerät haben darf, müsste konsequenterweise auch die Sendewechsel-, Stummschalt- und Abschaltknopf während der Werbung blockiert werden. Und es bräuchte wie in Clockwork Orange eine Vorrichtung, die das Schliessen der Augen verhindert.
    • 3,2,1... vorbei 20.09.2018 12:55
      Highlight Highlight Nicht vergessen, darfst Du noch, dass der Zuschauer während diesen Werbungen nicht auf die Toilette oder sonst wohin gehen darf. Sonst verpasst er die Werbung! Er müsste also am Sofa festgebunden sein. Oder eine Kette, die um den Fuss geht. Nur solange diese geschlossen bleibt, kann man auch den Fernseher nutzen.
    • bokl 20.09.2018 13:00
      Highlight Highlight "Videocassetten konnte man früher auch nach Belieben spulen. Was ist da der Unterschied?"

      Bei der VC konnte man es nicht messen...

      Ohne Replay kann man die Werbung mit Bier holen, WC, etc. überspringen. Aber das der TV-Anbieter wird trotzdem bezahlt.
    • Charlie B. 20.09.2018 14:54
      Highlight Highlight "Videocassetten konnte man früher auch nach Belieben spulen."

      Genau, als wir noch Stapel von VHS-Kassetten hatten mit aufgenommenen Filmen, das waren noch Zeiten :-D
    Weitere Antworten anzeigen
  • Astrogator 20.09.2018 12:13
    Highlight Highlight "Die aktuelle Situation führe dazu, dass die Sender steigende Einkommenseinbussen erleiden, da wegen dem Replay die Werbeeinnahmen zurück gehen."
    Die Aussage ist so einfach nur falsch, dank Replay TV kann man messen wieviel Werbung nicht gesehen wird. Das bedeutet aber nicht, dass ohne Replay TV die Werbung geschaut wird.
    Brispiel: Wenn ich zocke läuft in der Regel auf dem 2. Monitor Swisscom TV, wenn ich die Werbung nicht überspringe bedeutet das nicht, dass ich sie schaue sondern, dass ich gerade aufs Spiel konzentriert bin.
    • Out of Order 20.09.2018 13:13
      Highlight Highlight Nur ist das den Betreibern auch ziemlich egal, denn es geht um Reichweite.
    • Duscholux 20.09.2018 14:42
      Highlight Highlight Die Werbeeinnahmen bekommt der Sender darum aber trotzdem.

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