Schweiz
Fribourg

Gemeindefusionen in der Schweiz: Diese 5 Gemeinden verschwinden

Brugg AG
Die Gemeinde Brugg wächst im neuen Jahr weiter.Bild: Shutterstock

Diese 5 Gemeinden verschwinden heute für immer

Das Schweizer Gemeindesterben geht auch in diesem Jahr weiter. Per 1. Januar 2026 verschwinden fünf weitere Gemeinden von der Landkarte – bei einigen lebt immerhin (ein Teil) des Wappens in der neuen Gemeindefahne weiter.
01.01.2026, 05:2201.01.2026, 09:41

Im Jahr 1860 zählte die Schweiz 3206 Gemeinden. Seither ging die Anzahl ständig zurück, bis 1994 existierten aber noch immer über 3000 Gemeinden.

In den letzten knapp 30 Jahren wurde aber wie wild eingemeindet und fusioniert. So stehen wir per 1. Januar 2026 bei einem (vorläufigen) Tiefpunkt von 2110 Gemeinden.

Entwicklung der Gemeinden

Per 1. Januar 2026 verschwinden gegenüber dem Vorjahr wieder fünf Gemeinden. Das sind die neusten «Opfer»:

Diese Gemeinden verschwinden per 1. Januar 2026

Fétigny-Ménières FR

Wir beginnen mit der einzigen Fusion, die danach eine neue Gemeinde entstehen lässt. Fétigny und Ménières schliessen sich zu – wer hätte das gedacht – Fétigny-Ménières zusammen.

Gemeinden 2026 verschwinden
Fétigny und Ménières schliessen sich zur neuen Gemeinde Fétigny-Ménières zusammen.

Die beiden Gemeinden im Distrikt Broye zählen 1284 (Fétigny) und 445 (Ménières) Einwohnerinnen und Einwohner. Fétigny legte seit 2000 massiv an Einwohnern zu: Von knapp 600 verdoppelten sich die Bewohner in den letzten 25 Jahren. Die neue Gemeinde wird also rund 1700 Einwohner zählen. Der Fusion stimmten am Anfang Februar 2025 über 70 Prozent der Einwohnenden zu.

Die Gemeinde erhält auch ein neues Wappen. Dieses besteht aus je zwei Elementen der beiden ursprünglichen Gemeinden.

Gemeinden 2026 verschwinden
Die beiden alten Gemeindewappen werden dabei zu einem verschmolzen, welches die vier Elemente von vorher enthält.

Gurmels FR

Ebenfalls im Kanton Fribourg, aber im deutschsprachigen Teil, legen sich Gurmels und Ulmiz zusammen. Allerdings schliesst sich hier Ulmiz dem deutlich grösseren Gurmels (rund 4700 Einwohner) an. Das Gemeindewappen und der -name bleiben diejenigen von Gurmels.

Gemeinden 2026 verschwinden
Ulmiz wird von Gurmels eingemeindet. Damit wird die Exklave Wallenbuch im Nordosten auch mit dem Gemeindegebiet verbunden.

Die knapp über 400 Einwohner von Ulmiz stimmten der Fusion im Februar 2025 mit nur 55,5 Prozent der Stimmen (145 Stimmberechtigte) zu. Die Verantwortlichen hatten sich ein deutlicheres Ja erhofft. Immerhin: Der Kanton brachte ein «Hochzeitsgeschenk» von knapp einer Million Franken.

Kriegstetten SO

Unter dem Arbeitstitel «HOeK» fusionieren in Solothurn die Gemeinden Halten, Oekingen und Kriegstetten. Die neue Gemeinde wird Kriegstetten heissen.

In Kriegstetten (1446 Einwohner) waren 91,5 Prozent für die Fusion, in Halten (841 Einwohner) 82,6 Prozent und in Oekingen (374 Einwohner) 72,5 Prozent. Die Vorteile überwiegen klar: Die neue Gemeinde kann effizienter arbeiten, sie wird das Milizsystem stärken und zukunftssichere Strukturen für kommende Generationen schaffen. Zudem ist mit dem vorgesehenen einheitlichen Steuerfuss von 119 Prozent sichergestellt, dass keine Gemeinde benachteiligt wird.

Gemeinden 2026 verschwinden
Oekingen und Halten schliessen sich Kriegstetten an.

Die Gemeinde erhält ein neues Wappen. Ein Projektrat und die Bevölkerung lieferte dafür rund 70 verschiedene Vorschläge. Wichtig sei dabei, dass es «einen klaren Bezug zur Geschichte aller drei Gemeinden» gibt. Das emotionale Thema wurde dann an der Gemeindeversammlung am 4. Dezember 2025 behandelt und aus den letzten drei Vorschlägen entschieden:

Kriegstetten Gemeinde Fusion 2026 neues Wappen

Brugg AG

Im Aargau verschwindet mit Villnachern eine weitere Gemeinde von der Landkarte. Sie schliesst sich Brugg an. Schon 2016 fanden erste Gespräche statt, 2022 wurde entschieden, die Fusion voranzutreiben. Im Juni 2024 sagte die Einwohnergemeinde Villnachern mit 275 zu 91 Stimmen Ja zum Zusammenschluss.

Gemeinden 2026 verschwinden
Villnachern gehört ab dem 1. Januar 2026 zu Brugg.

Die 1705 Einwohner von Villnachern übernehmen neu das Wappen von Brugg, das mit über 13'000 Einwohnern deutlich grösser ist und schon 2020 Schinznach-Bad schluckte.

Bern verliert Moutier

Der Kanton Bern verliert in diesem Jahr auch eine Gemeinde: Moutier. Die grösste Stadt im Berner Jura schliesst sich per 1. Januar 2026 dem Kanton Jura an. 2021 stimmte die Bevölkerung dem Kantonswechsel zu. Moutier wird dabei einen eigenen Bezirk bilden. Die Wiedervereinigung des Juras und des gesamten Berner Juras scheiterte 2013 an der Urne.

Kanton Jura ab 1. Januar 2026 Kantonswechsel Moutier von Bern zum Jura
Der Kanton Jura neu mit dem Anhängsel Moutier.Bild: Wikipedia

Auch 2027 verschwinden Gemeinden

Das Gemeindesterben wird auch in den kommenden Jahren weitergehen. Für 2027 sind diverse Fusionen bereits beschlossen. Diese werden insbesondere in der Waadt stattfinden.

Zudem ist die Fusion von Pfäffikon ZH und Wildberg ZH beantragt und verschiedene Zusammenlegungen in den Kantonen Luzern, Aargau, Tessin, Wallis oder Jura befinden sich in Abklärung.

Warum fusionieren Gemeinden?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Gemeinden in der Schweiz fusionieren. Wir haben hier vier wichtige, teilweise treffen auch mehrere zu:
- Finanzielle Gründe: Durch Synergien können Kosten gespart werden.
- Politische Rahmenbedingungen: Der Bund mit seiner Regionalpolitik und Kantone mit gezielter Förderung sorgten ab dem Jahr 2000 für mehr Fusionen.
- Strategische Vorteile: Die Verwaltungen können effizienter arbeiten und bessere Dienstleistungen anbieten.
- Steigende Anforderungen: Gemeinden benötigen immer auch Gemeinderäte. Diese zu finden, wird immer schwieriger. Zudem werden die Aufgaben immer komplexer.

Dieser Kanton verlor am meisten Gemeinden

Nicht weiter fusioniert wird im Kanton Glarus. Nachdem der Gemeindebestand dort während Jahrzehnten bei fast 30 stand, wurden am 1. Januar 2011 aus den 25 Gemeinden noch deren 3.

Eine grössere prozentuale Abnahme von Gemeinden gab es sonst in keinem der Kantone. Nur sieben Kantone weisen noch die gleiche Anzahl Gemeinden aus wie 1960. Bei Basel-Landschaft kam es gar zu einem Zuwachs: Der Bezirk Laufen wechselte 1994 vom Kanton Bern nach Basel-Landschaft.

Und ja: Appenzell Innerrhoden hat keine Gemeinden, sondern Bezirke. Wir haben diese hier einfachheitshalber mit Gemeinden gleichgesetzt.

So viele Gemeinden zählt jeder Kanton (noch)

Blicken wir zum Schluss noch auf die aktuelle Anzahl Gemeinden. Am 1. Januar 2026 zählt die Schweiz noch deren 2010. Alleine die Kantone Bern, Waadt, Aargau und Zürich kommen zusammen fast auf die Hälfte aller Schweizer Gemeinden.

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Koshka60
01.01.2026 06:54registriert April 2020
Ihr schreibt wie wenn Gemeindefusionen und Eingemeindungen etwas Trauriges und Negatives wären (Gemeindesterben, Bern verliert Moutier - nein, der Jura gewinnt Moutier dazu). Dabei geht es wohl eher darum, Ineffizienz zu beseitigen und das Gemeindemanagement zu professionalisieren. Ist doch eine gute Entwicklung. Eigenständige Gemeinden mit 300, 400, 500 Einwohner*innen braucht es nicht wirklich.
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Yupidu
01.01.2026 10:11registriert März 2020
Weiter so! Es ist sehr positiv ind sollte auch auf Kantonsebene passieren! Die winzige Schweiz braucht längst kein Kantönligeist, ist kontraproduktiv! Siehe Polizei, Covid, Spitäler usw...
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