Aargau
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Ein Raub der Flammen: Bereits im August wurde die Waldhütte in Merenschwand AG vorsätzlich angezündet.

Ein Raub der Flammen: Bereits im August wurde die Waldhütte in Merenschwand AG vorsätzlich angezündet. Bild: Kantonspolizei Aargau

Die Polizei sucht den Feuerteufel von Merenschwand – eine Person in Untersuchungshaft

Am Freitagabend wurden nach den jüngsten Bränden in Merenschwand zehn Personen vorläufig festgenommen. Nach intensiven und aufwändigen Ermittlungen durch die eingesetzte Sonderkommission konnten neun Personen wieder freigelassen werden.

Jürg Krebs / ch media



Es ist schon aussergewöhnlich, wenn die Polizei zehn Personen festnimmt. So geschehen am Samstag durch die Kantonspolizei Aargau. Aussergewöhnlich sind aber auch die Ereignisse, die sich derzeit in der Freiämter Ortschaft Merenschwand zutragen. Zwischen Samstag vor einer Woche und Freitagnacht musste die Ortsfeuerwehr mehrere Brände löschen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und setzt alles dran, den Feuerteufel von Merenschwand dingfest zu machen und die unheimliche Brandserie zu stoppen. Die zehn Personen wurden inhaftiert, um sie zu befragen und ihre Alibis zu prüfen.

Wie die Kantonspolizei am Sonntag erklärt, bleibt ein 37-jähriger Schweizer aus der Region vorläufig in Haft. Durch die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten wird für ihn beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragt. Die anderen neun Personen wurden «nach intensiven und aufwändigen Ermittlungen durch eine eingesetzte Sonderkommission» wieder freigelassen.

Weiter schreibt sie: «Die Polizei wird weiterhin eine hohe Präsenz im Raum Merenschwand markieren und im Hintergrund laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Der Sachschaden bei den Bränden geht in die Hunderttausenden, verletzt wurde glücklicherweise niemand.»

Die Dorfbewohner in Angst

Die 2500 Einwohner von Merenschwand sind verunsichert. «Ich habe kleine Kinder, ich habe Angst», sagte Corina Richter am Samstag gegenüber TeleM1. Sie war es auch, die den Brand vom Freitag rechtzeitig melden konnte.

Um Merenschwand ein Gefühl von Sicherheit zu geben, stehen Kantons- und Regionalpolizei in verschärftem Einsatz – doch sie halten auch Ausschau nach dem oder den Tätern.

Auch die freiwillige Ortsfeuerwehr ist in ständiger Alarmbereitschaft. Kommandant Patrick Fischer ist darauf gefasst, dass sein Picket-Telefon ihn jede Nacht aus dem Schlaf reissen könnte. Und er gibt zu: Seine Mannschaft kommt an ihre Grenzen. So viele Einsätze würden Spuren hinterlassen. Die Mannschaft sei müde.

Zweite Brandserie in Merenschwand

Es ist bereits die zweite Brandserie, welche die Bevölkerung von Merenschwand in Atem hält. Im letzten August kam es zu drei Bränden innert 27 Stunden. Die Ermittler konnten daraufhin einen 22-jährigen Schweizer und seine 17-jährige Freundin verhaften. Das Paar gestand, Feuer gelegt zu haben, wobei der junge Mann Haupttäter war. Die Verfahren laufen in beiden Fällen. Der Brandstifter ist seit November wieder auf freiem Fuss, wie Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, in der vergangenen Woche erklärt hatte, als erneut mehrfach Feuer gelegt worden war.

Bereits im August diesen Jahres kam es in Merenschwand zu einer Brandserie:

Brandstiftung in Merenschwand: Zwei Personen verhaftet

Nach drei absichtlich gelegten Feuern innerhalb von nur 27 Stunden verhaftete die Polizei zwei mutmassliche Feuerteufel. Video: © TeleM1

Nachdem am Sonntag, 1. Dezember, ein altes Bauernhaus niedergebrannt war, stand am Montag darauf eine Bank auf dem Kirchplatz in Flammen, am gleichen Abend das Innere eines Stalles.

Im Falle des Bauernhauses traf es eine Familie hart – sie haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Doch sie erhielt Hilfe aus dem Dorf, die unter die Haut geht.

Merenschwand: Dreiköpfige Familie mit Katzen nach Brand obdachlos

Das älteste Haus der Gemeinde brannte am Sonntag komplett nieder. Die darin lebende Familie konnte sich aus dem brennenden Gebäude retten. Nach dem Brand ist die Solidarität mit den Brandopfern gross. Video: © TeleM1

Freitagnacht dann, war Feuer in einer Garage und einem Kellerraum eines Einfamilienhauses. Die letzten Brände konnte die Feuerwehr löschen und Schlimmeres verhindern. Doch die Frage bleibt, wer ist der Feuerteufel von Merenschwand?

Das Gebäude stand am frühen Sonntagmorgen lichterloh in Flammen

Video: © Leserreporter/TeleM1

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Serien?

Doch mit der aktuellen Serie scheint der 22-jährige Brandstifter vom August nichts zu tun zu haben. Er wurde nach den Bränden vom Samstag und Montag polizeilich befragt und offenbar für unschuldig befunden. Einen Tag später war er wieder frei. Ob er jetzt nach dem Brand vom Freitag unter den zehn verhafteten Personen ist, liess die Polizei bislang offen. Es wäre also möglich, dass der alte Brandstifter auch der neue ist. Oder es ist ein Nachahmungstäter.

Die Ermittler prüfen, ob zwischen den beiden Brandserien vom August und letzter Woche ein Zusammenhang besteht, wie Polizeisprecher Adrian Bieri am Samstag gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Mehr zu der Brandserie in Merenschwand lesen Sie hier:

Feuerwehrkommandant zur Brandserie: «Man rechnet schon damit, dass das Natel in der Nacht läutet»

Treibt ein Brandstifter sein Unwesen? Polizei nimmt Verdächtigen fest

Neue Brandserie: Der Feuerteufel vom August ist wieder auf freiem Fuss

Ältestes Haus abgebrannt: Familie verliert alles – und erhält viel Hilfe im Dorf (aargauerzeitung.ch)

Brandstifter legt Pendlerverkehr lahm

Sizilien: 15 freiwillige Feuerwehrhelfer festgenommen

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 09.12.2019 02:36
    Highlight Highlight Für solche Fälle braucht es einfach eine Jugend Detektiv-Bande. Da kann die Polizei nicht viel ausrichten.
    • Eskimo 09.12.2019 09:11
      Highlight Highlight Du meinst die drei Fragezeichen?
    • Judge Dredd 09.12.2019 14:34
      Highlight Highlight TKKG?
    • Pana 09.12.2019 17:57
      Highlight Highlight Die Drei Fragezeichen finden den Feuerteufel und melden es der Polizei. Bei TKKG wird er davor noch stilgerecht verprügelt.
  • Beeee 08.12.2019 17:42
    Highlight Highlight Ob das wohl einen Zusammenhang hat ?

    Die schweizweit erste Ökominihaus-Siedlung soll schon 2020 in Merenschwand auf einer Brache neben der Kirche entstehen – befristet auf zehn Jahre.

    • Astrogator 08.12.2019 20:05
      Highlight Highlight Ich werde beim nächsten Vollmond eine tote Katze am Schwanz 13 mal im Kreis schwingen, dann wissen wir mehr.

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