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Patrick Fischer bricht nach Impfskandal sein Schweigen

KARLSTAD, SWEDEN 20240210 Schweiz head coach Patrick Fischer during Saturday s Ice hockey, Eishockey match in the Beijer Hockey Games Euro Hockey Tour between Sweden and Switzerland in Löfbergs Arena. ...
Patrick Fischer wurde vor drei Wochen entlassen.Bild: IMAGO/TT

«Über eigenen Optimismus gestolpert»: Patrick Fischer bricht sein Schweigen

Erstmals nach seiner Entlassung hat sich der ehemalige Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer öffentlich geäussert. Weitere Auftritte sind geplant.
06.05.2026, 17:3206.05.2026, 17:55

Patrick Fischer hat sein Schweigen gebrochen. Drei Wochen nach seiner Entlassung als Eishockey-Nationaltrainer hat Fischer ein Interview in der Wirtschaftszeitung «Der Leader» gegeben. Eigentlich hätte dieses Interview gemäss CH Media erst nach der WM veröffentlicht werden sollen und wurde mittlerweile wieder von der Seite entfernt.

Trotzdem ist mittlerweile bekannt, was Fischer alles zu Wort gegeben hat. Wie die Aargauer Zeitung zuerst berichtet, sagte Fischer, die Entlassung sei ein «tiefer Einschnitt» für ihn gewesen und es wäre entscheidend gewesen, dass nicht die Schuldfrage gestellt wird. «Rückschläge gehören zum Leben genauso wie die nötige Ausdauer und Entschlossenheit, sich nie von der eigenen Mission abbringen zu lassen», erklärt der ehemalige Nationaltrainer.

Switzerland s head coach Patrick Fischer during the IIHF Ice hockey, Eishockey World Championship, WM, Weltmeisterschaft semi final match between Switzerland and Denmark at Avicii Arena in Stockholm,  ...
Fischer fälschte vor den Olympischen Spielen 2022 sein Impfzertifikat.Bild: www.imago-images.de

Fischer wurde entlassen, nachdem bekannt wurde, dass er vor den Olympischen Spielen 2022 ein Impfzertifikat fälschte und so unerlaubterweise nach China reiste. Ein Jahr später wurde Fischer wegen Urkundenfälschung verurteilt. Dies vertraute er bei einem Mittagessen dem SRF-Journalisten Pascal Schmitz an. Dieser wollte die Information veröffentlichen, aber Fischer und der Verband kamen ihm mit einer Stellungnahme zuvor. Fischer selbst findet, dass er «über meinen eigenen Optimismus, über mein Vertrauen in Mitmenschen und über den mir so wichtigen Wert, mir selbst treu zu bleiben» gestolpert sei.

Nach seiner Entlassung möchte der 50-Jährige weiterhin öffentlich auftreten und Referate abhalten. Solche sind auch bereits im kommenden Juni geplant und pro Auftritt soll Fischer einen vierstelligen Betrag erhalten.

Im Interview sprach Fischer auch über das Thema Vertrauen und sagte: «Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich gelernt, dass Klarheit schützt. Ein direktes, respektvolles Gespräch, auch wenn es wehtut, ist immer besser als das, was man unter den Teppich kehrt.» Fischer selbst hatte den Schweizer Eishockeyverband nach seiner Verurteilung nicht informiert und Verbandspräsident Urs Kessler erfuhr erst davon, als das SRF auf ihn zukam und Fischer wusste, dass das Schweizer Fernsehen Recherchen betreibt.

Jan Cadieux, links, Urs Kessler, Praesident Swiss Ice Hockey Federation, mitte und Patrick Fischer, Cheftrainer der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, kommen in den Raum an der Medienkonferenz de ...
Verbandspräsident Urs Kessler zusammen mit Patrick Fischer.Bild: keystone

Die letzten Monate nutzte Fischer dazu, viel nachzudenken und sagt: «Das Thema Resilienz bewegt mich sehr persönlich. Ich habe selbst erlebt, was es bedeutet, neu anzufangen.» Dabei möchte er zukünftig Führungskräfte begleiten. «Nicht als jemand, der alles weiss, sondern als jemand, der selbst durchs Feuer gegangen ist», so Fischer im Interview. (riz)

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Korrektorat
06.05.2026 17:41registriert Januar 2025
Ich frage mich lediglich, wie ein gefälschtes Impfzertifikat mit «seinen eigenen Optimismus, sein Vertrauen in Mitmenschen und den ihm so wichtigen Wert, sich selbst treu zu bleiben» zusammenpasst.
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Bejat
06.05.2026 17:42registriert Oktober 2015
Verstehe ich das richtig: Fischi sagt so plus minus „dumm gelaufen, weiter geht’s“. Er redet um den heissen Brei. Ein mea culpa findet er nicht angebracht.
So, jetzt könnt ihr mich blitzen.
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Typ
06.05.2026 17:43registriert Dezember 2017
Offenbar immernoch null Einsicht...

Und so jemand möchte jetzt Führungskräfte beraten? Worin? Wie man Gesetze bricht, damit die eigene Mannschaft/Firma gefährdet und dann hofft, dass niemand hinschaut?

Und Leute zahlen noch dafür?! Wenn es wenigstens sein Fachwissen im Bereich Eishockey wäre, aber Führungsqualitäten?
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