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In Ambri fiebert bereits alles der umfangreichsten Saison der Klubgeschichte entgegen.
In Ambri fiebert bereits alles der umfangreichsten Saison der Klubgeschichte entgegen.Bild: TI-PRESS
Analyse

«Die schwierigste Saison überhaupt» – wie Ambri den grossen Einbruch verhindern will

Ambri-Piotta steht vor der spektakulärsten Saison seiner 82-jährigen Klubgeschichte. Die Leventiner sind gleich in vier Wettbewerben engagiert und bereiten sich aktuell auf eine Marathon-Saison mit Meisterschaft, Schweizer Cup, Champions League und Spengler Cup vor.
30.07.2019, 08:45

Auf dem Nufenen-Pass herrscht Ende Juli garstiges Wetter, in Richtung Leventina weht eine frische Brise. Und an den beiden Tunnel-Enden des Gotthards stauen sich die Blechlawinen. Einen Steinwurf davon entfernt kann dies der Beschaulichkeit nichts anhaben – der alljährlichen Team-Präsentation des Dorfklubs HC Ambri-Piotta.

Der ewige Underdog im Schweizer Eishockey steht für die herbe Gotthard-Region. Es sind alte, aber nicht veraltete Werte, die hochgehalten werden in der Nordtessiner Gemeinde Quinto mit dem ausgeprägten Schattenwurf im Winter.

Die Tifosi werden natürlich wieder mit vollem Einsatz hinter Ambri stehen.
Die Tifosi werden natürlich wieder mit vollem Einsatz hinter Ambri stehen.Bild: TI-PRESS

«Kämpfen und tapfer sein», nennen es die Fans. Seit der Rückbesinnung des Klubs auf die eigenen Wurzeln mit der Installierung von Trainer Luca Cereda und Sportchef Paolo Duca vor zwei Jahren ist die Nähe der Fans zum Team und dem Klub wieder stärker geworden.

«Schwierigste Saison überhaupt»

Über 5000 Anhänger sind auch heuer an die Zusammenkunft der «Famiglia Biancoblu» gekommen. Der Anlass vom Sonntagabend ist seit Jahren weit über die Kantonsgrenzen hinweg Kult. Mit «Viva l'Ambri» begrüsst Präsident Filippo Lombardi die Anhänger.

Es wird die zweitletzte Saison für Ambri-Piotta in der altehrwürdigen Arena. Danach erfolgt der Umzug in die Gegend des alten Flugplatzes, wo die Bauarbeiten seit einigen Monaten im Gang sind und mittlerweile der Aushub vollzogen ist.

Jeder Spieler erhält in der Valascia sein Heimtrikot für die kommende Saison aus den Händen von Lombardi und streift es sich unter Applaus der Fans gleich über. Der CVP-Ständerat steht vor seiner elften Saison als Vereinsoberhaupt, was Klubrekord ist. «Es wird eine harte, ja die schwierigste Saison überhaupt seit ich Präsident bei Ambri bin», kündigt er gegenüber Keystone-SDA an.

So soll die neue Valascia dereinst aussehen.
So soll die neue Valascia dereinst aussehen.bild: valasciaimmobiliare

Einbruch garantiert?

Die Biancoblu sind gefordert wie nie zuvor. Sie werden zumindest bis Ende Jahr mehr Wettbewerbsspiele ausgetragen haben als jedes andere Schweizer Eishockey-Team. Und nach dem Abgang von Liga-Topskorer Dominik Kubalik dürften sie wieder auf dem Boden der Tatsachen landen.

Vielerorts wird den Leventinern gar ein Einbruch prophezeit – spätestens nach dem Spengler Cup im Januar. «Wir machen uns keine Illusionen», gibt Lombardi zu. «Doch wir werden immer mit Leidenschaft kämpfen. Für unsere Geschichte und für unseren Klub», verspricht Lombardi.

Das Ziel ist trotz des 5. Rangs der Vorsaison wieder der Klassenerhalt. «Wir wissen, woher wir kommen und wer wir sind», sagt Lombardi. Wettbewerbsfähig will man aber auch auf internationalem Niveau sein, wo man in der Champions-League-Gruppenphase gegen Schwedens Topteam Färjestad sowie den Vorjahres-Finalisten München nur Aussenseiter ist.

Ambris Neuzugänge: Dominik Hrachovina, Tobias Fohrler, Julian Payr, Giacomo Dal Pian, Robert Sabolic und Viktor Oeslund.
Ambris Neuzugänge: Dominik Hrachovina, Tobias Fohrler, Julian Payr, Giacomo Dal Pian, Robert Sabolic und Viktor Oeslund.Bild: TI-PRESS

Das Rekord-Pensum für Ambri-Piotta mit vier Wettbewerben sieht indes nur schon bis Ende November rund 30 Ernstkämpfe vor, also bereits deutlich mehr als die Hälfte der Anzahl Qualifikationsspiele (25). Wellentäler müssen einkalkuliert werden.

Trainer Cereda, der von den Fans bei der Team-Präsentation den grössten Zuspruch erhält, sagt: «Das Energiemanagement wird natürlich wichtig sein. Von der Physis her sehe ich keine Probleme. Und mittel- und langfristig wird uns die kommende Saison mit den gesammelten Erfahrungen besser machen.»

Gezielte Entlastung gefragt

Gezielte Be- und Entlastung für jeden einzelnen Akteur ist indessen auf und neben dem Eis gefragt, um auch die mentale Erschöpfung zu vermeiden. Schliesslich will Ambris Headcoach auch in der kommenden Marathon-Saison mit seinem Team auf dem Eis Präsenz markieren. Dem Gegner soll mit hoher Intensität möglichst viel Spielraum genommen werden.

Eine prägende Rolle als Forechecker erhofft sich da Sportchef Paolo Duca von der slowenischen Neuerwerbung Robert Sabolic. Der aus der KHL geholte Stürmer wird wohl nicht die Skorerwerte von Kubalik erreichen. Doch der Flügel soll mit seinen Qualitäten die Werte der «Famiglia Biancoblu» verkörpern: nie aufgeben, bis zum Schluss aufsässig bleiben. So hatte Sabolic mit Slowenien an der WM 2017 in Paris auch einen 0:4-Rückstand gegen die Schweiz wettgemacht (1 Tor und 1 Assist von Sabolic/Endstand 4:5 n.P.).

Sabolic präsentiert sich den Ambri-Fans.
Sabolic präsentiert sich den Ambri-Fans.Bild: TI-PRESS

«Youtube-Hit» Gerlach in der Hinterhand

Sicher bis November fehlen Ambri mit Stammgoalie Benjamin Conz (Hüftoperation) und dem tschechischen Vorkämpfer Jiri Novotny (Knieoperation) zwei wichtige Rollenspieler. Ex-Nationalgoalie Daniel Manzato, der im Vorjahr die Nummer 2 hinter Conz war, wird nun deshalb zumindest bis November vom Tschechen Dominik Hrachovina (24) sowie Viktor Östlund (24), einem Schweden mit Schweizer Lizenz, unterstützt. «Nicht weil wir kein Vertrauen in Manzato hätten, sondern weil wir eine Überlastung von Manzato vermeiden wollen», sagt Sportchef Duca.

Auch für Novotny dürfte noch ein Ersatz engagiert werden. Möglich wäre auch die Integration von Max Gerlach. Der 21-jährige Amerikaner ist eigentlich fix als Ausländer im Farmteam Biasca Ticino Rockets vorgesehen, das aufgrund der Modusänderung in der Swiss League erstmals in die MSL absteigen könnte. Doch Gerlach könnte auch zum Überflieger werden. Schliesslich imponierte er schon als Neunjähriger als Penalty-Kunstschütze und avancierte dadurch zu einem Youtube-Hit. (pre/sda)

Der Super-Penalty von Max Gerlach.Video: YouTube/David Berkowitz
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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ehrenmann
30.07.2019 09:13registriert Januar 2018
Abwarten und Tee trinken....
Und natürlich Forza Ambri!
10830
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Zum Kommentar
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DerSeher
30.07.2019 10:03registriert März 2014
"Sie werden zumindest bis Ende Jahr mehr Wettbewerbsspiele ausgetragen haben als jedes andere Schweizer Eishockey-Team."
Wenn sie in der Gruppenphase der CHL und im Cup früh raus fallen, wohl eher nicht, SC hin oder her.
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