DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
«Hilfspolizei der Kantone»

Maurer könnte auf Militärpolizei-Paragraphen auch verzichten

06.09.2014, 15:1206.09.2014, 17:17

Bundesrat Ueli Mauer tritt Ängsten entgegen, wonach in der Schweiz dereinst Militärpolizisten gegen Demonstranten eingesetzt werden. «Wenn man so misstrauisch ist, dann kann man den Paragraphen auch wieder streichen», sagte er in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF1.

Befürchtungen, dass die Militärpolizei an Kundgebungen eingesetzt werde, hatte die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) am Mittwoch in ihrer Reaktion auf die Botschaft des Bundesrats zur Armee geäussert. Die SP wiederum kritisierte, die Militärpolizei solle zur «Hilfspolizei der Kantone» umgemünzt werden.

Der Bundesrat möchte im Militärgesetz eine Grundlage dafür schaffen, «damit auf Anfrage der Kantone oder der zuständigen Bundesstellen die Durchlässigkeit zwischen Militärpolizei, Grenzwachtkorps und ziviler Polizei verstärkt wird».

Als Beispiel führt der Bundesrat in seiner Botschaft an, Militärpolizisten könnten «bei gewissen, klar definierten Aufgaben» einbezogen werden. Maurer hatte am Mittwoch diese Aufgaben als Spontaneinsätze beschrieben.

«Die Armee sucht diese Aufgabe nicht, aber sie kann sie erfüllen, wenn das Parlament findet, das sei eine Aufgabe. Wenn nein, dann halt nicht», sagte der Verteidigungsminister in der «Samstagsrundschau».

Juristisch abgesichert

Maurer geht davon aus, dass es höchsten zwei bis drei Mal pro Jahr eine Spontanhilfe geben werde, wenn die Zivilpolizei überfordert sei. «Es ist immer noch gescheiter, unsere Polizei greift ein, als dass wir zuschauen, wie Menschen sterben.»

Mit dem neuen Paragraphen wolle man nur erreichen, dass ein solcher Einsatz juristisch auch abgesichert sei und für die Beteiligten nicht «zum Bumerang» werde.

Keine Militärpolizisten überall

«Es ist eine Fehlinterpretation, wenn man jetzt daraus schliessen würde, es habe in Zukunft überall Militärpolizei», trat Maurer den Ängsten und zugleich allfälligen Gelüsten der Kantone oder des Verbandes Schweizerischer Polizeibeamter entgegen. Letzterer hat bereits eine Aufstockung bei der Militärpolizei gefordert, um die Zivilpolizei zu entlasten.

«Solche Wünsche kann man ganz klar nicht erfüllen.» Die Polizei sei Aufgabe der Kantone, sagte Maurer. «Die Kantonspolizeien können jetzt nicht das Gefühl haben, dass die Militärpolizei ihre Aufgaben erfüllt.» Die Armee habe dafür nicht die Ressourcen. Sie wolle auch gar nicht die Aufgaben der Zivilpolizei übernehmen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie viele Operationen wegen Corona tatsächlich verschoben werden, ist unklar

30'000 Operationen seien bisher während der Pandemie verschoben worden, teilt das BAG mit. Doch dies ist eine Schätzung. Wie viele es tatsächlich sind, weiss niemand.

189 Personen liegen derzeit mit Covid-19 infiziert auf den Intensivstationen (IPS). Zusammen mit den Nicht-Covid-Patienten sind die Stationen derzeit zu 77,2 Prozent ausgelastet. Ist die Auslastung auf den IPS hoch, müssen Spitäler planbare Operationen verschieben. Gemäss Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, ist dies der Fall, wenn die Intensivstationen zu mehr als 30 Prozent von Corona-Patienten belegt sind.

Wie viele Operationen aktuell verschoben …

Artikel lesen
Link zum Artikel