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Iran

Spanien aus der Nato ausschliessen? Mögliche USA-Pläne

USA überlegen, Spanien aus der Nato auszuschliessen – Regierungschef Sánchez reagiert

Weil sich die europäischen Nato-Länder im Iran-Krieg anders verhalten, als Donald Trump sich das wünscht, denkt man in den USA über einen Ausschluss Spaniens nach. Regierungschef Sánchez hat mittlerweile auf den Bericht reagiert.
24.04.2026, 12:5724.04.2026, 13:01
Julian Alexander Fischer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Im Pentagon gibt es offenbar Überlegungen, Spanien aus der Nato auszuschliessen. In einer internen E-Mail des Verteidigungsministeriums geht es auch um mögliche Massnahmen gegen Grossbritannien, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, der die E-Mail vorliegt. Demnach werden die Optionen auf hohen Ebenen im Pentagon diskutiert.

Defense Secretary Pete Hegseth takes questions from the media during a press briefing at the Pentagon, Thursday, April 16, 2026 in Washington. (AP Photo/Kevin Wolf)
Pete Hegseth
Pete Hegseth bei einem Pressebriefing im Pentagon: Sein Ministerium überlegt, Spanien aus der Nato auszuschliessen.Bild: keystone

Dabei geht es um fehlende Unterstützung im Iran-Krieg. Konkret wird in der Mail laut Reuters die vermeintliche Zurückhaltung oder Weigerung einiger Verbündeter kritisiert, den Vereinigten Staaten Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte – bekannt als ABO – für den Krieg gegen den Iran zu gewähren. Dies sei «lediglich die absolute Grundvoraussetzung für die Nato».

Eine Option sei es, «schwierige» Länder von wichtigen oder prestigeträchtigen Positionen der Nato auszuschliessen. Auch der Ausschluss Spaniens sei eine Möglichkeit. So heisst es in der Mail, der Schritt hätte geringe Auswirkungen auf das US-Militär, aber einen signifikanten symbolischen Effekt. Wie dieser Schritt erfolgen könnte, geht nicht aus der Mail hervor. Schliesslich können die USA nicht eigenmächtig ein Mitglied ausschliessen.

USA rechtfertigen Überlegungen

Auch eine Neubewertung der diplomatischen Unterstützung der USA für langjährige europäische «Kolonien» wie die Falklandinseln in der Nähe von Argentinien ist laut der E-Mail eine Option. Diese gehören aktuell zu Grossbritannien, aber Argentinien erhebt weiter Anspruch auf das Gebiet. Dessen Präsident Javier Milei ist ein Verbündeter Trumps.

Kingsley Wilson, Pressesprecher des Pentagon, bestritt den Inhalt der Mail nicht. Er betonte: «Wie Präsident Trump bereits gesagt hat: Trotz allem, was die Vereinigten Staaten für unsere NATO-Verbündeten getan haben, waren diese nicht für uns da.» Das Ministerium werde dafür sorgen, «dass der Präsident über glaubwürdige Optionen verfügt, um sicherzustellen, dass unsere Verbündeten nicht länger ein Papiertiger sind, sondern ihren Teil beitragen. Zu internen Beratungen in dieser Angelegenheit geben wir keinen weiteren Kommentar ab».

Hintergrund ist die Haltung der Nato-Länder im Iran-Krieg. Die sozialistische spanische Regierung hatte den USA verboten, die beiden amerikanischen Basen in Spanien für Angriffe auf den Iran zu nutzen. Auch Grossbritannien hatte dieses Verbot zunächst ausgesprochen, es später aber wieder zurückgezogen.

Spanien reagiert auf Bericht über mögliche Nato-Suspendierung
Angesichts des Medienberichts über angebliche US-Pläne für eine Suspendierung der Nato-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Pedro Sánchez die Bündnistreue seines Landes betont. «Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten», sagte er vor Journalisten beim EU-Gipfel in Zypern. Er schränkte jedoch ein, diese Zusammenarbeit könne nur «im Rahmen des internationalen Rechts» erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten Kritiker in Europa des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran. Die Regierung in Madrid hat den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran als «illegal» kritisiert und den USA die Nutzung gemeinsamer Militärbasen im Süden des Landes für Angriffe auf den Iran untersagt und seinen Luftraum für US-Militärflugzeuge gesperrt, die an Angriffen teilnehmen.

Verwendete Quellen:

  • reuters.com: "Exclusive: Pentagon email floats suspending Spain from NATO, other steps over Iran rift, source says" (englisch/kostenpflichtig)
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Die Geschichte der Nato
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1949: In Washington wird am 4. April der Nordatlantikvertrag unterzeichnet. Das Bündnis hat anfangs zwölf Mitglieder: Belgien, Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA.
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