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Schweres Erdbeben erschüttert den Süden Mexikos



Ein schweres Erdbeben hat den Süden Mexikos erschüttert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7.2 lag knapp zehn Kilometer südlich der Stadt Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca, wie die mexikanische Erdbebenwarte am Freitagabend (Ortszeit) mitteilte.

In der mexikanischen Hauptstadt gerieten Gebäude ins Wanken, Anwohner liefen in Panik auf die Strasse. Laut dem Erdbebenwarnsystem Sky Alert waren die Erschütterungen auch in den Bundesstaaten Guerrero, Michoacán und Puebla zu spüren.

Mexiko-Stadt funktioniere normal, es gebe nur kleinere Schäden, sagte Bürgermeister Miguel Ángel Mancera. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es keine Toten oder Verletzten, erklärte die Regierung zunächst.

Auch der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, sagte, Berichte über Opfer oder Schäden lagen nur vereinzelt vor. Die Prüfung durch den Katastrophenschutz in den Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas, Michoacán, Puebla und in Mexiko-Stadt dauere an. Mit einem Tsunami sei nicht zu rechnen, schrieb Puente auf Twitter. In den Stunden nach dem Erdstoss wurden 150 Nachbeben registriert. Das schwerste hatte eine Stärke von 5.9.

Nahe dem Zentrum in Oaxaca wurden einige Schäden an Gebäuden gemeldet. «Alle Leute sind auf die Strasse gerannt. Es gab Alarm, Panik, Angst», sagte Roxana Hernández in der Stadt Juchitán. Einige Spitäler wurden evakuiert. Die Marine flog Aufklärungsflüge und suchte aus der Luft nach Schäden.

Glimpflich ausgegangen

Todesopfer oder Verletzte wurden allerdings nicht gemeldet. In fast einer Million Haushalten fiel vorübergehend der Strom aus.

Auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt war das Beben deutlich zu spüren. Nachdem die Sirene des Erdbebenwarnsystems ertönt war, verliessen zahlreiche Menschen die Gebäude und versammelten sich unter freiem Himmel.

«Wir sind rausgerannt, das ist einzige, was wir tun können», sagte Kevin Valladolid aus dem Stadtteil Roma. «Wir leben in ständiger Angst», sagte eine Bewohnerin im Norden der Stadt. «Wir kamen kaum die Treppen runter», sagte die 72-jährige Graciela Esclalante. «Wir dachten, dass alles wieder einstürzt.»

Fernsehbilder zeigten Tausende von Menschen auf den Strassen des Stadtzentrums, wo das chinesische Neujahrsfest gefeiert wurde. Helikopter kreisten über der Millionenmetropole, um allfällige Schäden zu orten.

Zu einem tödlichen Unfall kam es, als der Helikopter von Innenminister Alfonso Navarrete auf dem Weg ins Erdbebengebiet abstürzte. Navarrette selbst blieb unverletzt. Mit an Bord war auch Oaxacas Gouverneur Alejandro Murat.

Am Boden seien zwei Menschen ums Leben gekommen. Navarrete sagte dem Fernsehsender Televisa, mehrere Insassen des Militärhelikopters seien verletzt worden. Der Pilot hatte demnach beim Landeanflug in einer Höhe von 40 Metern die Kontrolle über die Maschine verloren.

Ungute Erinnerungen

Der Erdstoss weckte Erinnerungen an zwei verheerende Beben im September, bei denen hunderte Menschen gestorben waren. Anfang September waren bei einem Erdbeben in Südmexiko 96 Menschen ums Leben gekommen.

Knapp zwei Wochen später ereignete sich eine weitere Katastrophe im Zentrum des Landes. Bei dem Erdbeben am 19. September starben 369 Menschen.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist. (sda/dpa/reu/afp)

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