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Raumfahrt

Nasa entdeckt auf dem Mars Bausteine des Lebens mit Rover "Curiosity"

«Curiosity»: Die Animation zeigt den Rover bei der Arbeit mit einem Laserstrahl von acht Metern Reichweite.
«Curiosity»: Die Animation zeigt den Rover bei der Arbeit mit einem Laserstrahl von acht Metern Reichweite.bild: dpa

Mars-Rover «Curiosity»: Nasa entdeckt Bausteine des Lebens auf dem Mars

Der Mars-Rover «Curiosity» hat auf dem Roten Planeten komplexe organische Moleküle entdeckt. Der Fund liefert Hinweise darauf, dass es dort die chemischen Voraussetzungen für Leben gegeben haben könnte.
25.04.2026, 14:2425.04.2026, 14:24
Steve Haak / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der Nasa-Rover «Curiosity» hat auf dem Mars die bislang grösste Vielfalt organischer Moleküle entdeckt. Wie die US-Weltraumagentur mitteilt, wurden bei einer Gesteinsanalyse 21 kohlenstoffhaltige Verbindungen entdeckt. Sieben davon seien erstmals auf dem Planeten nachgewiesen worden.

Die Nasa-Wissenschaftler können nicht eindeutig klären, ob die Moleküle von biologischem Ursprung oder Ergebnis geologischer Prozesse sind. Die Ergebnisse, die von den Forschern im Fachmagazin «Nature» veröffentlicht wurden, bestätigen jedoch, dass auf dem frühen Mars chemische Bedingungen herrschten, die grundsätzlich Leben hätten ermöglichen können.

Fundort mit besonderer Geschichte

Die neue Probe stammt aus einer Region am Berg Mount Sharp, die vor Milliarden Jahren von Seen und Flüssen geprägt war. Das Gebiet wurde im Laufe der Zeit mehrfach überflutet und trocknete wieder aus. Dabei entstanden Tonminerale, die organische Moleküle besonders gut konservieren können.

Unter den entdeckten Stoffen befindet sich auch eine sogenannte Stickstoff-Heterozyklus-Verbindung. Diese Struktur gilt als möglicher Vorläufer von RNA und DNA – also von Molekülen, die für genetische Informationen entscheidend sind. Solche Verbindungen wurden auf dem Mars bisher weder direkt nachgewiesen noch in Marsmeteoriten bestätigt, wie die Hauptautorin der Studie, Amy Williams, von der University of Florida in Gainesville sagt.

Drachenknochen oder Fischgräten? Diese seltsamen Formationen hat der Rover «Curiosity» auf dem Mars entdeckt.
Drachenknochen oder Fischgräten? Diese seltsamen Formationen hat der Rover «Curiosity» auf dem Mars entdeckt. bild: nasa/x

Ein weiterer Fund ist laut der Forscher Benzothiophen, eine Verbindung aus Kohlenstoff und Schwefel, die auch in Meteoriten vorkommt. Wissenschaftler vermuten, dass solche Moleküle bereits im frühen Sonnensystem zur Entstehung präbiotischer Chemie beigetragen haben könnten.

Hightechlabor im Rover

Die Analysen wurden mit dem Instrument «Sample Analysis at Mars» (SAM) durchgeführt, einem Minilabor im Inneren des Mars-Rovers. Gesteinsproben werden dabei erhitzt, sodass Gase freigesetzt und anschliessend untersucht werden können. Zusätzlich kommt eine chemische Lösung zum Einsatz, die grössere Moleküle in kleinere Bestandteile zerlegt.

Um die Ergebnisse zu überprüfen, testeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Verfahren auch an einem bekannten Marsmeteoriten auf der Erde. Dabei entstanden ähnliche Moleküle wie in der Probe auf dem Mars.

Bedeutung für weitere Missionen

Die Ergebnisse bauen auf früheren Entdeckungen auf, bei denen bereits grössere organische Moleküle auf dem Mars gefunden wurden. Sie zeigen, dass solche Verbindungen trotz starker Strahlung auch über Milliarden Jahre hinweg erhalten bleiben können.

Zugleich liefern die Untersuchungen wichtige Erkenntnisse für kommende Missionen. Neue Instrumente, die auf zukünftigen Raumsonden eingesetzt werden sollen, basieren auf ähnlichen Technologien und könnten noch detailliertere Analysen ermöglichen.

Die neuen Daten verstärken damit die Hinweise darauf, dass der Mars einst lebensfreundliche Bedingungen bot. Doch ob dort tatsächlich Leben existierte, bleibt weiterhin ungeklärt.

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lienat
25.04.2026 22:53registriert November 2017
Man darf hier vielleicht mal darauf hinweisen, dass Curiosity seit August 2012 auf dem Mars ist. Dass sind mittlerweile 13 Jahre und 8 Monate, in denen er sich ohne Reinigung oder sonstige Wartung in einer staubigen, stark zerklüfteten Umgebung halb-autonom bewegt. Obschon er damit seine ursprünglich geplante Missionsdauer um mehr als das 7-fache überschritten hat, ist er immer noch in der Lage, hochempfindliche Untersuchungen an Gesteinsproben durchzuführen und die Resultate zuverlässig zur Erde zurück zu senden. Unglaublich, was da für eine briliante Entwicklungsarbeit dahinter steckt!
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Der binäre Horst
25.04.2026 16:24registriert Januar 2025
Wieder mal ein perfekter Watson-ismus: der Berg Berg Sharp: "Die neue Probe stammt aus einer Region am Berg Mount Sharp, die vor Milliarden Jahren ..."

Man sagt ja auch: der Fluss River Thames, der Berg Mount Everest, das Owens-Valley-Tal, das Tal Death Valley usw.

Wieso denkt ihr so GAR nichts nach, beim Schreiben bzw. Fremdübernehmen bzw. Redigieren der KI-Resultate?!
2013
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