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Das sah die «Artemis 2»-Crew auf der Mondrückseite

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Auf zum Mond: Die «Artemis 2»-Mission

Die Crew der «Artemis 2»-Mission: Missionsspezialist Jeremy Hansen, Pilot Victor Glover, Kommandant Reid Wiseman und Missionsspezialistin Christina Koch. Hansen ist Kanadier, die anderen kommen aus den USA.

quelle: keystone / chris o'meara
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Noch nie haben Menschen die Mondrückseite so gesehen wie die «Artemis 2»-Crew

Die «Orion»-Kapsel mit der Crew der «Artemis 2»-Mission hat die Rückseite des Mondes überflogen und dabei Aufnahmen unseres Trabanten gemacht, wie es sie zuvor noch nie gab.
07.04.2026, 17:5407.04.2026, 17:54

Gut die Hälfte der neuntägigen «Artemis 2»-Mission hat die vierköpfige Crew in der Raumkapsel Orion mittlerweile hinter sich. Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen haben bereits Rekorde gebrochen – nie zuvor waren Menschen weiter von ihrem Heimatplaneten entfernt –, und sie haben den Mond so gesehen wie noch nie jemand vor ihnen. Bei ihrem Flug um die Rückseite unseres Trabanten näherten sie sich ihm auf rund 6545 Kilometer; näher werden sie ihm zu keinem anderen Zeitpunkt ihrer Mission kommen.

In this image from video provided by NASA, Artemis II astronauts, from left, Reid Wiseman, Jeremy Hansen, Christina Koch and Victor Glover gather for an interview en route to the moon on Saturday, Apr ...
Die «Artemis 2»-Crew an Bord der «Orion»-Kapsel: Reid Wiseman, Jeremy Hansen, Christina Koch und Victor Glover (von links).Bild: keystone

Die von der Erde abgewandte Seite des Mondes konnten sie während rund sieben Stunden intensiv beobachten. Die Rückseite des Mondes ist die Hemisphäre, die wir von der Erde aus nicht sehen können, da der Mond unserem Planeten wegen der gebundenen Rotation stets dieselbe Seite zuwendet. Seine Eigendrehung ist gleich seiner Umlaufzeit, das heisst, die beiden Rotationsbewegungen sind aneinander gekoppelt.

Am Montag hat die NASA ein von der Crew aufgenommenes Foto veröffentlicht, das den Mond von der Seite zeigt, wobei rechts ein Teil der uns bekannten Vorderseite und links ein Teil der Rückseite zu sehen ist:

Die Vorderseite ist an den dunklen Flecken zu erkennen, die ihre Oberfläche dominieren. Diese sogenannten Mare oder Mondmeere sind Becken mit erkalteter Lava, die in der Frühzeit der Mondgeschichte entstanden, als sich unser Trabant nach einer Kollision zwischen der Erde und dem etwa marsgrossen Protoplaneten Theia formte und vulkanisch äusserst aktiv war. Sie bedecken rund 30 Prozent der Mondvorderseite.

260406 -- WASHINGTON, April 6, 2026 -- Photo taken on April 6, 2026 shows the Moon seen from the Orion spacecraft. The crew of the Artemis II mission on Monday broke the record for the farthest distan ...
Der Mond, hier in grösserer Auflösung. Bild: IMAGO

Links – also westlich – dieser Lavaströme befindet sich ein beinahe 1000 Kilometer breiter Krater, der sich über die Grenze zwischen Vorder- und Rückseite erstreckt: das Orientale-Becken oder Mare Orientale. Gemäss der NASA sind die Astronauten der «Artemis 2»-Mission die ersten Menschen, die jemals das gesamte Orientale-Becken überblicken konnten. Zwar hatte die sowjetische Raumsonde Luna 3 die Mondrückseite erstmals erkundet, und später hatten mehrere Astronauten der «Apollo»-Missionen die Rückseite mit eigenen Augen gesehen. Doch erst die «Artemis 2»-Crew sah das Orientale-Becken in seiner Gesamtheit. Die Astronautin Koch sagte, sie alle seien begeistert gewesen, dass sie dieses Privileg erleben durften.

Welche Elemente der Mondoberfläche wie gut zu erkennen sind, hängt freilich in hohem Masse vom Sonnenstand ab, denn je nach Lichteinfall sind Krater, Gebirgskämme und auch Helligkeitsunterschiede mehr oder weniger deutlich sichtbar.

Alles links des Orientale-Beckens auf dem Foto ist die Mond-Rückseite. Sie ist rauer und stärker von Kratern übersät als die Vorderseite, während die dunklen Mondmeere hier nahezu vollständig fehlen – es gibt nur vier kleine davon. Die Rückseite, die im Englischen oft als «dark side of the Moon» bezeichnet wird, ist daher in Wahrheit heller als die Vorderseite und weist ein höheres Rückstrahlvermögen (Albedo) auf. (dhr)

«Artemis 2's historic moon flyby explained in 1 minute by NASA.»Video: YouTube/VideoFromSpace

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Video: watson/nina bürge
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