DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
IS-Schlächter auf dem Titelbild der fiktiven «Jihadi Vogue» (Ausschnitt):  «8 Gründe, warum Schnurrbärte out sind!»
IS-Schlächter auf dem Titelbild der fiktiven «Jihadi Vogue» (Ausschnitt):  «8 Gründe, warum Schnurrbärte out sind!»
Bild: Twitter/@abuwaheeb_ISIS
Häme gegen Kopfabschneider

So spottet das Internet über die IS-Henker

03.09.2014, 20:14

Lachen, auch wenn es nichts mehr zu lachen gibt: Während die Dschihad-Kämpfer des Islamischen Staates (IS) ganze Landstriche mit ihrem Kopfabschneider-Islam überziehen und Menschen zu hunderten in Massengräbern versenken, beginnen einige Unentwegte in der arabischen Welt damit, die IS-Islamisten zu verspotten. 

Die Spötter – die sich allerdings in zumindest jetzt noch sicherer Distanz zu den Dschihadisten befinden – setzen dem tumben, aber medial geschickt inszenierten Blutrausch die subversive Macht des Lachens entgegen. Denn eifernde Gläubige fürchten, wie Umberto Eco in seinem Mittelalter-Krimi «Der Name der Rose» gezeigt hat, nichts mehr als das Gelächter. 

«Diese Leute sind keine wahren Vertreter des Islam, und sich über sie lustig zu machen, ist ein Weg zu zeigen, dass wir gegen sie sind. »
Nabil Assaf, libanesischer Drehbuchautor und produzent

«Natürlich ist das eine heikle Sache»

Es gibt indes auch kritische Stimmen, die Humor angesichts der Horrorbilder aus der Wüste für eine Verfehlung halten, weil so die Gewalttaten der IS-Kämpfer trivialisiert würden. Vielleicht fürchten sie auch, der Spott über die Täter könne am Ende deren Opfer verhöhnen. 

Doch Nabil Assaf, einer der Macher der libanesischen Satiresendung «Ktir Salbe Show» ist klar anderer Ansicht. «Diese Leute sind keine wahren Vertreter des Islam, und sich über sie lustig zu machen, ist ein Weg zu zeigen, dass wir gegen sie sind», sagt er. «Natürlich ist das eine heikle Sache. Aber es ist eine Art, sich gegen den Extremismus zu stellen und dazu beizutragen, dass die Leute sich nicht fürchten.»

Vorschau auf eine Ausstrahlung der «Ktir Salbe Show».

Mehr zum Thema

Gefürchtet ist mit Sicherheit der IS-Henker Shakir Wahiyib, von seinen Anhängern der «Wüstenlöwe» genannt. Sein «Ruhm» gründet unter anderem auf einem Video, das zeigt, wie er drei syrische Lastwagenfahrer hinrichtet, weil sie bei seinem Koran-Quiz durchfielen. Möglicherweise aufgrund seiner markanten Barttracht ist ihm ist ein Fake-Twitteraccount gewidmet worden. Dort lassen sich fantasievoll gestaltete Photoshop-Parodien auf den IS-Henker und andere bärtige Fanatiker finden: 

Wahiyibs grausames Koran-Quiz ist schon vor einiger Zeit parodiert worden. Seit rund drei Monaten kursiert dieser rabenschwarze Sketch im Web, in dem eine Gruppe von palästinensischen Komödianten sich über die Wegelagerer des IS lustig machen:  

No Components found for watson.rectangle.

Auch unter dem Hashtag #ISISmovies werden die Islamisten auf Twitter mit Häme übergossen, hier aber auch von westlichen Twitterern. In Anlehnung an bekannte Filme oder Serien nennen die Tweets fiktive Filme, die zum IS passen: 

Nicht einmal der selbsternannte «Kalif Ibrahim» des Islamischen Staats, Abu Bakr al-Baghdadi, wird verschont. Dass er bei einem seiner raren TV-Auftritte eine teuer aussehende Uhr trug, blieb nicht unbemerkt. Eine fiktive Anzeige macht sich über al-Baghdadi lustig: 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Weshalb es keine neue Terrorwelle geben wird

Der Anschlag in Kabul war abscheulich. Aber er ist nicht der Auftakt zu einer neuen Terrorwelle im Westen.

Die Bilder des Terroranschlages aus Kabul sind schrecklich, die Bilanz mit weit über 100 Toten schaurig. Zusammen mit dem chaotischen Abzug der US-Soldaten aus Afghanistan weckt dies verständlicherweise die Angst vor einer neuen Terrorwelle auch im Westen. Afghanistan werde wieder zum Trainingscamp für fanatische Muslims, und diese fühlten sich durch den Sieg der Taliban bestärkt, so die Logik hinter dieser Angst. Sie führt auf eine falsche Fährte.

In der jüngsten Ausgabe von «Foreign Affairs» …

Artikel lesen
Link zum Artikel