DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zahlt sich der Frauenstreik an der Urne aus? Hunderttausende demonstrierten am 14. Juni 2019 für mehr Frauenrechte.
Zahlt sich der Frauenstreik an der Urne aus? Hunderttausende demonstrierten am 14. Juni 2019 für mehr Frauenrechte.
Bild: KEYSTONE

Klimajugend und Frauenstreik mobilisieren – Umfrage zeigt hohe Stimmbeteiligung

In den Wahlbüros gehen mehr Stimmcouverts ein als vor vier Jahren. Dies vor allem in den urbanen Zentren
12.10.2019, 07:1812.10.2019, 12:28
pascal ritter / chmedia

Das Wahljahr war von politischen Mobilisierungen geprägt. Beim Frauenstreik gingen mehrere Hunderttausend Frauen auf die Strasse. Und die Klimajugend lockte Freitag für Freitag und immer wieder auch samstags Tausende auf die Strasse.

Eine Woche vor den eidgenössischen Wahlen stellt sich nun die Frage, ob diese Mobilisierungen auch in der Lage sind, ihre Unterstützer und ihre Gegner an die Urne zu bewegen. Eine Umfrage der «Schweiz am Wochenende» bei grossen Städten und Gemeinden zeigt nun eine Zunahme der Stimmbeteiligung bei der vorzeitigen Stimmabgabe per Post.

Bis zu 58 Prozent höhere Wahlbeteiligung im Vorfeld

Die Stapel der Stimmcouverts, die bisher eingegangen sind, sind höher als vor vier Jahren. So haben im bevölkerungsreichsten Kanton Zürich bis zum Freitag 13 Prozent mehr Stimmberechtigte gewählt als zum gleichen Zeitpunkt bei den letzten eidgenössischen Wahlen. In Bern und Biel ist die vorzeitige Wahl per Brief sogar um rund die Hälfte angestiegen. Allerdings wurden dort dieses Mal auch die Wahlcouverts eine Woche früher verschickt. Die neue Lust am vorzeitig Wählen zeigt sich auch in Luzern (plus 10 Prozent), Lausanne (plus 2 Prozent) und Winterthur (plus 7 Prozent). Geradezu explodiert ist die vorzeitige Stimmabgabe in der einwohnerstarken, aber wenig urbanen Aargauer Gemeinde Wettingen. Dort gingen bisher 58 Prozent mehr Wahlcouverts ein als vor vierJahren

Jans genau erklärt: Mobilisierung

Video: watson/Lino Haltinner

Geht es so weiter und gelingt den Parteien die Schlussmobilisierung, dürfte die Grenze von 50 Prozent zum ersten Mal seit 1975 wieder geknackt werden. Bei den letzten Wahlen gaben 48,5 Prozent ihre Stimme ab. Allerdings gibt es auch Städte und Gemeinden, in denen der Trend in die andere Richtung geht. In Genf ist die vorzeitige briefliche Teilnahme von 20,6 auf 16,4 Prozent eingebrochen. Das entspricht einem Rückgang von zwanzig Prozent. Noch etwas grösser ist der Unterschied, wenn man diejenigen hinzunimmt, die vor vier Jahren online gewählt haben. Dass eine solche Möglichkeit in diesem Jahr nicht mehr besteht, vermag also nicht den Rückgang der Stimmbeteiligung zu erklären. Auch in St.Gallen und Basel stimmten leicht weniger Personen vorzeitig ab als noch vor vierJahren.

Die briefliche Stimmabgabe hat in den meisten Gemeinden den Gang an die Urne weitgehend ersetzt. In St.Gallen oder Basel gehen weniger als zehn Prozent am Sonntag zur Wahl. Wahlcouverts sollte man bis spätestens Dienstag mit B-Post oder bis Donnerstag mit A-Post versenden. Die Schweizer gelten im internationalen Vergleich als Wahlmuffel. In Österreich gingen zuletzt 75 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Schweizer Politmuffel sind. Erhebungen haben gezeigt, dass die Zahl derer, die sich gar nicht am politischen Prozess beteiligen, sehr klein ist. So beteiligen sich laut einer Studie über 80 Prozent der Stimmberechtigten an einer von 10 Abstimmungen in Folge.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

#GoWote! Darum machen wir bei den Wahlen mit!

1 / 49
#GoWote! Darum machen wir bei den Wahlen mit!
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wahlen 2019 - mit dieser Anleitung wählst du richtig!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Viola Amherd holt Truppe von Top-Professorin: Militärs bekommen teure Digital-Ausbildung

Das Verteidigungsdepartement heuert ohne Ausschreibung und für viel Geld eine deutsche Beraterfirma an, um die Digitalisierung voranzutreiben. Hinter dem Unternehmen steht eine prominente Professorin: Miriam Meckel.

Wie ernst es ihr ist, machte die Chefin im Verteidigungsdepartement schon ganz am Anfang klar. Viola Amherd war Ende 2018 gerade erst Bundesrätin geworden, als sie die Digitalisierung zu einer Chance für die ganze Politik erklärte. «Aber wenn wir diese wirklich nutzen wollen, müssen wir auch etwas dafür tun», sagte sie in einem Fernsehinterview: «Wir müssen aktiv vorwärtsgehen.»

Aktiv vorwärtsgehen – das soll es auch in Amherds eigenem Laden. Dafür holt sich das Verteidigungsdepartement nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel