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Buckelwal «Timmy»: Zweifel über Angaben von Robert Marc Lehmann

epa12850227 Marine biologist Robert Marc Lehmann prepares to dive to a beached whale lying in the waters of the Baltic Sea near Niendorf harbor in Timmendorfer Strand, Germany, 26 March 2026. The hump ...
Der Biologe Robert Marc Lehmann: Er wird von vielen als Held gefeiert.Bild: keystone

Buckelwal «Timmy» in Ostsee: Zweifel über Angaben von Robert Marc Lehmann

Im Drama um Buckelwal Timmy erhob erst kürzlich ein Bürgermeister gegen den «Walflüsterer» Robert Marc Lehmann schwere Vorwürfe. Jetzt kommen auch Zweifel an dessen Selbstdarstellung auf.
10.04.2026, 21:1410.04.2026, 21:14
Leon Pollok / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der vor der Ostsee gestrandete Buckelwal Timmy liegt Experten zufolge im Sterben. Am Donnerstag machte die Nachricht über eine kleine Positionsänderung des Wals zwar noch einmal Hoffnung, trotzdem wird der zwölf Tonnen schwere Meeressäuger nicht überleben. Darin sind sich die Experten einig. Zuvor waren mehrere Versuche, den Wal zu retten und in die Ostsee zu leiten, gescheitert.

Eine wichtige Rolle spielte dabei der als «Walflüsterer» bekannt gewordene Biologe Robert Marc Lehmann. Er wurde in den Medien als Star und gefragter Experte gefeiert und machte vielen Menschen Hoffnung. Doch zuletzt hatte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben. Vor dem Urlaubsort war der Wal Ende März erstmals gestrandet. Lehmann habe sich als Einsatzleiter aufgespielt, obwohl andere Experten ihm Fehlentscheidungen vorgeworfen hätten, sagte Partheil-Böhnke. Auch dadurch sei ein vielversprechender Rettungsversuch gescheitert. Nun kommen weitere Ungereimtheiten ans Licht, die auch an der Selbstdarstellung des «Walflüsterers» zumindest Zweifel aufkommen lassen.

Buckelwal-Drama um Timmy: Zweifel an «Walflüsterer»

Auf seiner Webseite bezeichnet sich Lehmann derzeit als «studierten Diplom-Biologen». Doch wie inzwischen archivierte Versionen seiner Webseite zeigen, änderte Lehmann diese Passage offenbar ab. Noch im Oktober vergangenen Jahres bezeichnete er sich als «studierten Diplom-Meeresbiologen».

Eine Vertreterin der Sektion Biologie der Universität Kiel, an der Lehmann einst studierte, bestätigte t-online, dass es einen Studiengang «Meeresbiologie» dort nicht gab und bis heute nicht gibt. Bereits Anfang des Jahres berichtete das Portal «Zoos.Media» über entsprechende Ungereimtheiten, wenig später änderte Lehmann offenbar den Eintrag auf seiner Webseite. Korrekt ist hingegen, dass im Rahmen des Biologiestudiums Schwerpunkte gewählt werden können, auch in Meeresbiologie.

Seine Diplomarbeit verfasste Lehmann 2009 zum Thema «Zuwachs von Astacus astacus L. (Europäischer Edelkrebs) unter Kunst- und Naturfutter». Der Europäische Edelkrebs hat seinen Lebensraum in Süsswasserflüssen, nicht im Meer.

Robert Marc Lehmann: War er Fotograf des Jahres?

Lehmann bezeichnet sich zudem als «vielfach international ausgezeichneten Fotografen» und listet auf seiner Webseite etliche Auszeichnungen auf. Darunter befindet sich auch die Auszeichnung «National Geographic Fotograf des Jahres 2015». Doch auch dieser Eintrag ist zumindest fragwürdig: Denn tatsächlich gewann der Australier James Smart den renommierten Titel und setzte sich damit unter 13'000 Einsendungen durch, wie auf der Webseite des US-Fachmagazins nachzulesen ist. Smart fotografierte einen Tornado in den USA und sicherte sich so nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den ersten Platz in der Kategorie «Natur». Auch unter den Siegern der Kategorien «Menschen» und «Orte» ist der Name Lehmann nicht zu finden.

Tatsächlich gewann Lehmann bei einem anderen, deutlich kleineren und auf Deutschland begrenzten Fotowettbewerb von National Geographic Deutschland im Jahr 2015 den ersten Preis. Beim Wettbewerb unter dem Motto «Deutschlands wilde Seite» konnte Lehmann mit dem Foto einer Kegelrobbe vor Helgoland überzeugen. Die Chefredakteurin von National Geographic Deutschland, Claudia Eilers, sagte t-online, die Angabe auf Lehmanns Webseite sei «mindestens irreführend». Ob der Biologe das Logo des Fachmagazins nutzen dürfe, «lassen wir vom Verlag prüfen», so Eilers.

«Walflüsterer» Lehmann setzt sich für Umwelt- und Tierschutz ein

Dass Robert Marc Lehmann eine wichtige Stimme beim Thema Umwelt- und Tierschutz ist, ist hingegen unbestritten. Laut der Organisation Wilderness International sind durch die Zusammenarbeit mit Lehmann bereits 75'384 Geldspenden eingegangen, die für den Schutz des Regenwaldes verwendet werden. Seine Missionen im Dienste gefährdeter Wildtiere verfolgen auf seinem YouTube-Kanal Millionen Menschen. Sein Instagram-Account ist seit Tagen deaktiviert, auch dort folgten ihm bis dahin viele Fans. Unter seinen Videos existieren einige, in denen es auch um Wale geht.

t-online hat Robert Marc Lehmann am Freitag um Stellungnahme gebeten, bisher aber keine Rückmeldung erhalten.

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Russland soll Wale als Waffe benutzen
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Russland soll Wale als Waffe benutzen
Eine Unterwasseraufnahme des Wals: Dieser Beluga-Wal könnte als Geheimwaffe von Russland eingesetzt werden. An dem Geschirr sind vermutlich Waffen oder eine Kamera angebracht worden.
quelle: ap/norwegian direcorate of fisheries sea surveillance unit / joergen ree wiig
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Der Wal an der Ostsee ist schon wieder gestrandet
Video: watson
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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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aye
11.04.2026 00:32registriert Februar 2014
Seine schrecklichen Vergehen sind also, dass er
A) zwar Meeresbiologe ist, sein Studiengang aber korrekt nur "Biologie" hiess, evt. mit Vertiefung in Meeresbiologie und
B) er einen Foto-Wettbewerb von National Geographic gewonnen hat, bei der Auflistung zwischen anderen Auszeichnungen aber nicht angegeben hat, dass der Wettbewerb durch NG Deutschland durchgeführt wurde, worauf man als Journalist davon ausgehen könnte, dass es NG USA war.

Skandal!

Das nennt man dann wohl "aus einer Mücke einen Elefanten machen" - oder hier passender einen Wasserfloh zum Buckelwal.
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Tulip
10.04.2026 22:50registriert Mai 2018
Ein Bürgermeister wettert gegen Robert Marc Lehmann und wirft ihm vor, falsche Hoffnung gemacht zu haben. Fakt ist, Robert hat von Anfang an gesagt, dass die Chancen dass der Buckelwal wieder im Atlantik schwimmt bei 0.1% liegt. Eine erneute Strandung hielt er für sehr wahrscheinlich. Fakt ist auch, der Wal ist noch zweimal gestrandet, seit RML nicht mehr an der Rettung beteiligt ist. Und besagter Bürgermeister, hat nach der „Rettung“ in Poehl alle Beteiligten in den höchsten Tönen gelobt.
Dass sich Medien an dieser Diffamierung beteiligen müssen, ist einfach nur schwach und nützt niemandem.
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Vegelbud
10.04.2026 23:23registriert Juli 2025
Jetzt wettern sie gegen Lehmann.. Der Typ ist Spitze. Ob "Influenzer" oder nicht.
Kann nicht beurteilen wie viel er in der Sache alles geleistet hat, aber die Kids würden lieber Ihn als Vorbild nehmen als irgendeinen, Tate, Mr.Beast, IShowspeed oder wer auch immer
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