International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Anti-coup protesters sing the national anthem in front of the residence of the traditional leader Mogho Naaba in Ouagadougou, Burkina Faso, September 21, 2015. REUTERS/Joe Penney

Anti-Putschisten singen die Nationalhymne in Ouagadougou am 21. September. 
Bild: JOE PENNEY/REUTERS

Nach Putsch in Burkina Faso: Armee marschiert in Ouagadougou ein 

Nach dem Putsch im westafrikanischen Burkina Faso ist die Armee in die Hauptstadt Ouagadougou einmarschiert und hat offenbar mit den Putschisten Verhandlungen über ihre Aufgabe aufgenommen. Der Übergangspräsident begab sich derweil in die französische Botschaft.



Die Truppen seien in der Nacht zum Dienstag eingetroffen, ohne auf Widerstand zu treffen, sagte der Vize-Chef von Burkina Fasos Gendarmerie, Serge Alain Ouédraogo, der Nachrichtenagentur AFP. Nun müsse die Elitetruppe RSP nach ihrem Putsch gegen die Übergangsregierung «ohne einen Schuss, ohne Blutvergiessen» zum Aufgeben bewegt werden.

Die Armeeführung hatte die Putschisten zuvor bereits aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen. Seit dem Staatsstreich in der vergangenen Woche hatte sich die Armee zunächst zurückgehalten. Am Montag hiess es dann in einer von den Chefs mehrerer Armeeverbände unterzeichneten Erklärung, alle Armee-Einheiten seien auf dem Weg nach Ouagadougou, um die Putschisten zu entwaffnen.

Die Putschisten von der Elitetruppe RSP hatten am vergangenen Mittwoch eine Kabinettssitzung im Präsidentenpalast gestürmt und Regierungschef Isaac Zida sowie Interimspräsident Kafando festgenommen. Letzterer wurde später freigelassen. Als neuen Machthaber setzten sie mit General Gilbert Diendéré einen engen Vertrauten des vor knapp einem Jahr vom Volk gestürzten langjährigen Machthabers Blaise Compaorés ein.

Kafando in französischer Botschaft

Am Montag wurde Übergangspräsident Michel Kafando von der französischen Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou aufgenommen. Das teilte der Botschafter am Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. «Ich bestätige mit der Erlaubnis von Präsident Kafando, dass er in Frankreichs Residenz ist», schrieb Gilles Thibault.

Die Krise in Burkina Faso hatte zuletzt die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) auf den Plan gerufen. Ein von den Vermittlern ausgearbeiteter Vorschlag sieht Straffreiheit für die Putschisten und die Wiedereinsetzung von Interimspräsident Kafando vor. Geplant ist ausserdem, dass die bislang für den 11. Oktober angekündigten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 22. November verschoben werden. Auch eine Regelung, wonach Anhänger des im Oktober 2014 gestürzten langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré bei den Wahlen nicht kandidieren dürfen, soll aufgehoben werden.

Die Protestbewegung Balai Citoyen nannte den Ecowas-Vorschlag «beschämend». Auch Kafando sagte am Montag dem französischen Radiosender RFI, er stehe dem Vermittlungsvorschlag «sehr reserviert» gegenüber. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Präsidentenwahl in Polen beginnt – Stichwahl wahrscheinlich

In Polen hat am Sonntag die Präsidentenwahl begonnen. Um das höchste Staatsamt bewerben sich elf Kandidaten. Amtsinhaber Andrzej Duda gilt in Umfragen als Favorit. An zweiter Stelle liegt der Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski. Eine Stichwahl der beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen in zwei Wochen gilt als wahrscheinlich.

Die Abstimmung sollte ursprünglich bereits am 10. Mai stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie war aber über den Wahltermin ein politischer Streit entbrannt. …

Artikel lesen
Link zum Artikel