Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Chef von Siemens Schweiz warnt vor Vorurteilen



Der Chef von Siemens Schweiz zeigt sich irritiert über die momentane Diskussion zur Arbeitsmarktintegration der über 50-Jährigen. «Es ist skurril, dass wir überhaupt darüber reden müssen», sagt Siegfried Gerlach im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Offenbar gebe es in der Gesellschaft Vorurteile gegen über 50-Jährige. «Wir können diese absolut nicht bestätigen», sagt er. Ältere Mitarbeitende würden genauso gute Leistungen erbringen wie Jüngere. Er erkenne kein generelles Nachlassen ab 50. «Und schauen Sie mich an: Ich bin 63 und meinem Job als CEO durchaus noch gewachsen», sagt er.

Altersdiskriminierung toleriere er nicht, sagt er weiter. «Deshalb lasse ich mir regelmässig die Bewerbungsstatistik geben und kontrolliere, ob ältere Bewerber auch wirklich genügend berücksichtigt werden bei Stellenbesetzungen. Der Druck muss von ganz oben kommen», sagt er.

Falls die Leistungen aber nicht stimmten, müsste ein Unternehmen den Mut haben, beim Lohn zu kürzen. Bei Siemens werde darauf geachtet, dass die leistungsorientierte Entlöhnung konsequent gelebt werde, unabhängig vom Alter. Lange habe die Maxime gegolten, dass die Löhne und Alter immer parallel verlaufen müssen. «Das ist überholt», sagt Gerlach.

Für ältere Arbeitnehmende brauche es weiter individuelle Lösungen, etwa Teilzeitmodelle und Rückstufungen. «Falls jemand nicht mehr der Chef sein will, soll er die Funktion ohne Gesichtsverlust wechseln können», sagt Gerlach.

In der vergangenen Woche hatte die Grossbank UBS Vorschläge veröffentlicht, wie die sogenannte «Generation Silber» besser in den Arbeitsmarkt integriert werden könnte. Die Integration will den demografisch bedingten Fachkräftemangel dämpfen. Im Spannungsfeld dazu stehe aber, dass die Beschäftigungssituation älterer Arbeitskräfte als gemeinhin problematisch gelte, hiess es. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter