Zu Beginn der ausserordentlichen Generalversammlung des Bauausrüsters Sika in Baar haben beide Streitparteien ihre Präsenz markiert und ihre bereits bekannten Positionen unterstrichen.
Der Familienaktionär Urs Burkard betonte als einer der ersten Redner die Gesprächsbereitschaft der Familienerben mit dem Sika-Verwaltungsrat. Präsident Paul Hälg antwortete umgehend: «Wir sind zu Gesprächen bereit. Aber die Gesprächen werden über die Themen Governance hinaus gehen müssen», sagte er.
Bereits zuvor haben die Parteien jeweils betont, über die Zukunft von Sika reden zu wollen. Doch beide stellen dabei Bedingungen über die zu diskutierenden Themen.
Hälg selbst eröffnete die ausserordentliche Generalversammlung, indem er nochmals betonte, wie nachteilig ein Verkauf der Sika an die französische Saint-Gobain sei. Es fehle bei dem feindlichen Übernahmeversuch die industrielle Logik, was die Erfolgsgeschichte von Sika gefährde.
Auch erläuterte er, warum der Verwaltungsrat die Stimmrechte der Familienerben erneut beschränken wird: Bis das Gericht entschieden hat, ob diese Stimmrechtsbeschränkung, die den Vertretern der Familie bereits letztes Mal an der ordentlichen Generalversammlung auferlegt wurde, gültig ist, wolle man den Status quo im Verwaltungsrat aufrecht erhalten.
Mit der Beschränkung werden die Familienerben ihre Interessen - die Abwahl von Hälg sowie den Verwaltungsräten Monika Ribar und Daniel Sauter und die Zuwahl eines eigenen Vertreters - nicht durchbringen.
Auch weitere Redner, darunter diverse Sika-Manager und -Mitarbeitende sowie Dominique Biedermann von der Anlagestiftung Ethos, zeigten sich mit dem Verwaltungsrat solidarisch. Biedermann appellierte an Saint-Gobain und die Familienerben, sich endlich mit Sika zu einigen. Auch Politiker lassen sich für Sika einspannen: Hälg verkündete die Anwesenheit von drei Nationalräten. (sda)