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Erdbeben bei Atomtestgelände in Nordkorea



Ein Erdbeben in der Nähe des nordkoreanischen Atomtestgeländes hat am Samstag Befürchtungen ausgelöst, Nordkorea könne einen neuen Kernsprengsatz erprobt haben. Südkoreanische Experten erklärten jedoch, es handle sich wohl um ein natürliches Beben und keinen Atomtest.

«Eine Schallwelle, die gewöhnlich im Falle eines künstlichen Erdbebens entsteht, wurde nicht gemessen», zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag einen Mitarbeiter des südkoreanischen Wetteramtes. Das Geologische Institut der USA verortete das Beben in fünf Kilometern Tiefe.

Auch Atomtestbeobachter vermuten eine natürliche Ursache. «Die beiden seismischen Aktivitäten waren wahrscheinlich nicht menschengemacht», teilte der Vorsitzende der in Wien ansässigen Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), Lassina Zerbo, am Samstag über Twitter mit. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Die japanische Regierung verzichtete auf die Einberufung einer Krisensitzung. Während die Südkoreaner ein Beben der Stärke 3 in der Region Kilju gemessen haben, sprachen chinesische Behörden von einem «künstlichen Beben» der Stärke 3.4.

Letztes Beben wegen Test

Erdbeben waren jeweils bei unterirdischen nordkoreanischen Atomwaffentests gemessen worden. Das Zentrum des neuen Bebens sei ungefähr an der Stelle gewesen, wo nach dem jüngsten Atomtest am 3. September ein weiteres Beben gemessen worden war, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua sowie die US-Erdbebenwarte.

Damals hatten chinesische Seismologen die These geäussert, in dem von Atomtests zerrütteten Gestein sei es zu einem unterirdischen Einsturz gekommen.

Bei dem jüngsten Atomtest war nach nordkoreanischen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet worden, die eine um ein Vielfaches höhere Sprengkraft hat als klassische Atombomben. Dieser sechste Atomversuch Nordkoreas seit 2006 hatte weltweit scharfe Kritik ausgelöst.

Nordkorea hatte erst am Freitag mit dem Test einer Wasserstoffbombe gedroht. Damit reagierte es auf erneute Verbalattacken von US-Präsident Donald Trump in einer Rede vor der UNO-Vollversammlung. (sda/dpa/reu/afp)

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