Deutschland bittet EU-Partner um rasche Bestrafung von Chaoten
Nach schweren Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die deutsche Regierung ihre EU-Partner aufgefordert, die Fahndung nach den Tätern zu forcieren. Sie bittet die übrigen Länder, Rechtshilfeersuchen vordringlich zu bearbeiten und Haftbefehle rasch zu vollstrecken.
«Viele Fotos und Videoaufnahmen werden jetzt ausgewertet, um die Täter namhaft zu machen. Dabei sind wir auch auf die Unterstützung unserer ausländischen Partner angewiesen», schrieb der deutsche Justizminister Heiko Maas nach Informationen der Funke Mediengruppe vom Dienstag an seine europäischen Kollegen.
In Hamburg sitzen zurzeit 51 Verdächtige in Untersuchungshaft. Unter ihnen sind neben zahlreichen Deutschen auch Bürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich. Die Hamburger Polizei richtet eine Sonderkommission ein, um weitere Gewalttäter und Strippenzieher zur Rechenschaft zu ziehen.
Bei den Ausschreitungen der letzten Tage hatte die Polizei auch insgesamt neun Schweizer Staatsbürger aus dem Verkehr gezogen. Fünf Personen wurden festgenommen. Vier weitere nahm die Hamburger Polizei in Gewahrsam. Für mindestens einen Schweizer wurde Untersuchungshaft angeordnet.
Der deutsche Innenminister forderte in seinem Brief an die europäischen Partner eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Kooperation. Die Zusammenarbeit solle so verbessert werde, «dass nicht beim nächsten Gipfeltreffen ein anderer Staat und eine andere Stadt von europäischen Krawalltouristen heimgesucht werden». (sda/dpa)
