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Rutschungen am Moosfluh-Hang im Aletschgebiet langsamer geworden



Die Hangrutschungen am Moosfluh-Hang beim Aletschgletscher sind in diesem Sommer langsamer geworden. Am unteren Hangende kommt es aber immer noch zu Felsabbrüchen. Die Wanderwege im Rutschgebiet bleiben gesperrt.

Die Geschwindigkeit der Moosfluh-Rutschung am linken Rand des Aletschgletschers hat stark abgenommen, wie der Kanton Wallis am Mittwoch mitteilte. Auf der Krete der Moosfluh liegt die Bewegung derzeit bei unter einem halben Zentimeter pro Tag.

Allerdings werden am unteren Ende des Hanges weiterhin Geschwindigkeiten von über 20 Zeitmetern pro Tag gemessen. Das sind dennoch massiv weniger als die im Oktober 2016 verzeichneten 70 Zentimeter pro Tag.

Fast jeden Tag ereignen sich am unteren Hangende punktuelle Felsabbrüche, hielt der Walliser Kantonsgeologe Raphaël Mayoraz fest.

Die Gefahr sei noch nicht gebannt, aber es handle sich nun um eine «kleine Krise» im Vergleich zu einer «grossen Krise im vergangenen Herbst», als enorme Hangrutschungen verzeichnet wurden, sagte Mayoraz gegenüber sda Video. Der Kanton Wallis warnte die Bevölkerung erneut davor, das Rutschgebiet zu betreten und forderte dazu auf, die Signalisierung zu beachten.

Riesiges Rutschgebiet

Zu den Hangrutschungen kommt es auf dem Gebiet der Gemeinde Riederalp. Die Moosfluh geriet ins Rutschen, nachdem sich der Aletschgletscher zurückgezogen hat. Nun fehlt das Gewicht, mit dem die Eismassen auf den Hang eingewirkt hatten.

Berechnungen der Geologen zeigten, dass mindestens 150 Millionen Kubikmeter Fels in Bewegung sind. Würden diese Felsmassen bei einem riesigen Bergsturz abbrechen, wäre dieser fünf Mal so gross als jener von Arth-Goldau. Allerdings gilt ein solcher Bergsturz als unwahrscheinlich. Die Gemeinde Riederalp ist nicht gefährdet.

Viele Überwachungssysteme

Der Moosfluh-Hang wird wegen der Bewegungen minutiös überwacht. In diesem Sommer richtete das Bundesamt für Umwelt ein Netz von zwölf Geophonen ein, die den Hang aushorchen. Damit soll es möglich werden, Fels- oder Bergstürze im Voraus zu erkennen.

Bereits zuvor wurden die Rutschungen mit einem satellitengestützten Radarsystem, einem weiteren System mit GPS sowie mit hochauflösenden Kameras der ETH Zürich aufgezeichnet. (sda)

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