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Luftangriffe in Syrien töten 15 Zivilisten



Am ersten Tag des Besuchs von Uno-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in Syrien sind bei der Bombardierung eines Rebellengebiets viele Zivilisten ums Leben gekommen. Luftangriffe und Beschuss vom Boden töteten östlich der Hauptstadt Damaskus 15 Menschen.

Mehr als 80 Menschen seien verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Bilder der Rettungsorganisation Weisshelme zeigten, wie Opfer unter den Trümmern geborgen wurden, darunter kleine Kinder.

Die Aktivisten des oppositionellen Ghouta Media Center warfen Russlands Luftwaffe vor, bei den Angriffen bunkerbrechende Bomben eingesetzt zu haben. Moskaus Truppen unterstützen in dem Bürgerkrieg die Regierung. Die Angaben der Aktivisten sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

In der Rebellenenklave Ost-Ghuta war die Gewalt zuletzt eskaliert, nachdem islamistische Rebellen einen Stützpunkt der Armee eingekreist hatten. Syrische und russische Jets fliegen Aktivisten zufolge seit Tagen intensive Luftangriffe. Nach Angaben der Menschenrechtler starben in Ost-Ghuta seit Ende Dezember mehr als 140 Zivilisten.

Bereits in der Nacht zuvor hatte Israels Armee nach syrischen Militärangaben erneut Ziele in Syrien angegriffen. Kampfflugzeuge hätten unter anderem Raketen auf ein Gebiet nahe der Hauptstadt Damaskus abgefeuert, teilte die syrische Armeeführung mit. Nach Angaben der Menschenrechtler galten die Angriffe unter anderem der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, die die Regierung unterstützt.

Erster Besuch

Uno-Nothilfekoordinator Lowcock besucht Syrien seit seinem Amtsantritt im Mai 2017 das erste Mal. Sein Vorgänger Stephen O'Brien war im Dezember 2015 zuletzt in das Bürgerkriegsland gereist.

Lowcock traf am Dienstag in Damaskus unter anderem mit Aussenminister Walid al-Muallim und Vertretern von Hilfsorganisationen zusammen, wie eine Uno-Sprecherin erklärte. Er will während des dreitägigen Besuchs in Syrien auch in die von Regierungstruppen kontrollierte Stadt Homs reisen.

Die humanitäre Lage ist in vielen Gebieten des Bürgerkriegslandes weiter dramatisch. Fast 70 Prozent der Bevölkerung leben nach Uno-Schätzungen in extremer Armut. So sind in der von Rebellen kontrollierten Enklave Ost-Ghuta nach Schätzungen rund 400'000 Menschen eingeschlossen.

Im Nordwesten Syriens flohen in den vergangenen Wochen Zehntausende Menschen vor Luftangriffen und Kämpfen. Hilfsorganisationen haben massive Probleme, sie zu versorgen.

Vorwürfe aus der Türkei

Die Türkei warf Syrien vor, eine politische Lösung für den fast siebenjährigen Konflikt zu sabotieren. Aussenminister Mevlüt Cavusoglu sagte der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge, Syriens Streitkräfte griffen unter dem Vorwand des Kampfes gegen den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida auch gemässigte Oppositionelle an.

Ende des Monats soll auf einer Konferenz im russischen Badeort Sotschi über eine Nachkriegsordnung für Syrien beraten werden. Grosse Teile der syrischen Opposition lehnen das Treffen jedoch ab. (sda/dpa)

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