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Schweiz schöpft Energiepotenzial von Biomasse bei weitem nicht aus



Die Schweiz könnte rund doppelt so viel Biomasse zur nachhaltigen Energiegewinnung nutzen als bisher. Das zeigt eine Analyse der Forschungsanstalt WSL. Zwar würde das nur einen kleinen Teil des Energiebedarfs decken, aber könnte gezielt Engpässe ausgleichen.

Mit der Abkehr von Öl, Kohle und Kernenergie müssen andere Energiequellen her, um den Schweizer Energiebedarf zu decken. Wissenschaftler um Oliver Thees von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben das Potenzial für Energie aus Biomasse wie Holz, Hofdünger und organischen Abfällen in der Schweiz umfassend analysiert. Ihre Studie zeigt, wie gross der Beitrag aus diesen Energiequellen sein könnte.

Schweizweit wären jährlich maximal 209 Petajoule (PJ) Primärenergie aus Biomasse verfügbar, wie die WSL am Dienstag mitteilte. Das entspräche laut Bundesamt für Energie etwa dem Energiegehalt von 4.8 Millionen Tonnen Rohöl oder rund 19 Prozent des Energie-Bruttoverbrauchs der Schweiz. Die grösste Menge Biomasse besitzen laut der Studie die Kantone Bern, Waadt und Zürich.

Nachhaltige Nutzung

Allerdings lassen sich nur 97 PJ pro Jahr umweltverträglich und kostengünstig gewinnen und können damit als nachhaltig gelten. Davon machen Waldholz 26 PJ und Hofdünger 27 PJ aus. Das sich nicht mehr davon nachhaltig nutzen lässt, liegt zum einen an unzugänglichen oder geschützten Waldgebieten, zum anderen daran, dass sich Hofdünger noch nicht überall wirtschaftlich in Energie umwandeln lässt, erklärte die WSL.

Weiter kommen 37 PJ aus Abfällen wie Altholz, organische Anteile im Kehricht oder Klärschlamm hinzu, sowie gut 7 PJ aus Flurholz und Nebenprodukten aus dem landwirtschaftlichen Pflanzenbau.

Viel Potenzial in Hofdünger

Derzeit beläuft sich die energetisch genutzte Biomasse in der Schweiz nur auf 53 PJ pro Jahr. Vor allem in Hofdünger steckt laut der Untersuchung viel ungenutztes Potenzial, nämlich 24 PJ, in Waldholz immerhin noch weitere 9 PJ. Der organische Anteil im Kehricht werde hingegen künftig eher abnehmen, weil er zunehmend als Grüngut gesammelt werde, hiess es in der Mitteilung.

Gesamthaft liesse sich also knapp doppelt so viel Biomasse zur Energiegewinnung nutzen wie bisher. Zwar würde das insgesamt nur 9 Prozent des Schweizer Energie-Bruttoverbrauchs decken. Allerdings lässt sich die Energiegewinnung aus Biomasse zeitlich gezielt steuern und damit Schwankungen bei Sonnen- und Windenergie ausgleichen. Biomasse könnte somit helfen, Engpässe in der Energieversorgung zu vermeiden. (sda)

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