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Neuer Präsident soll Ruhe in den Automobil Club bringen



Mit allen Mitteln haben die zwei verfeindeten Lager in den letzten Monaten um die Führung des Automobil Clubs Schweiz (ACS) gekämpft. Die heutige Delegiertenversammlung soll Klärung bringen.

Intern gärte es im Automobil Club schon länger. Definitiv ins Licht der Öffentlichkeit gerieten die Querelen, als der Generaldirektor Stefan Holenstein Mitte Juni per sofort entlassen wurde. Holenstein soll arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben.

Vor allem aber habe er gemeinsam mit einigen ACS-Sektionen die Absetzung des amtierenden Präsidenten Mathias Ammann orchestriert. Ammann sprach von einem «Staatsstreich». Unter dem Codenamen «Louis XIV» sei der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen hinter seinem Rücken als Nachfolger aufgebaut worden.

Tatsächlich wurde Wasserfallen am 23. Juni an einer umstrittenen Delegiertenversammlung von 13 der 19 Sektionen zum neuen Präsidenten gewählt. Die Delegiertenversammlung setzte zudem Holenstein wieder als Generaldirektor ein. Die alte Garde um Ammann erkannte diese Wahlen allerdings nicht an und weigerte sich, die Führung abzugeben.

Zeitweise hatte der Verein somit zwei Präsidenten, zwei Direktionskomitees und zwei Generaldirektoren. Konten wurden gesperrt und eine Reihe von Klagen und Gegenklagen eingereicht. Die Vorwürfe lauteten auf Urkundenfälschung, Verleumdung, Beschimpfung und ungetreue Geschäftsbesorgung.

«Es reicht»

Schliesslich einigten sich die beiden Seiten immerhin darauf, die Präsidentenwahl am 16. September zu wiederholen. Wasserfallen hatte in der Zwischenzeit allerdings genug. «Es reicht», verkündete er Ende August, er stehe als ACS-Präsident nicht mehr zur Verfügung.

In der Tat hätte er dieses Amt erst gar nie antreten dürfen, befand das Regionalgericht Bern-Mittelland kurz darauf. Grund für diese Einschätzung war ein formeller Fehler bei der Einladung zur Delegiertenversammlung, an der Wasserfallen gewählt worden war.

Doch nicht nur Wasserfallen, auch der parallel amtierende Präsident Ammann tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Einziger Kandidat für das ACS-Präsidium ist somit der wenig umstrittene Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter.

Er wolle dem ACS einen Neustart ermöglichen, sagte er bei Bekanntgabe seiner Kandidatur. Als langjähriges Mitglied habe er ein Interesse daran, dass «endlich wieder Ruhe einkehrt». (sda)

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