Erneut Ausschreitungen vor offiziellem Beginn des G20-Gipfels
Kurz vor dem offiziellen Beginn des G20-Gipfels ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Im Stadtteil Altona hätten am Freitagmorgen rund 60 Vermummte Polizisten mit Steinen und Böllern angegriffen, sagte ein Sprecher der Polizei.
Auch drei Streifenwagen seien attackiert worden. Die Polizei teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, dass in Altona mehrere geparkte Autos angezündet worden seien.
Rund um die eingerichtete Sicherheitszone für das Treffen der Staats- und Regierungschefs kamen laut einer Polizeisprecherin an verschiedenen Stellen Demonstranten zusammen. Momentan sei es aber noch «weitgehend ruhig». Auf Twitter mahnte die Polizei, Versammlungen im Transferkorridor würden nicht geduldet.
Brennende Barrikaden
Anschliessend zogen kleinere Gruppen von Autonomen durch die Stadt, griffen Polizisten an, errichteten teils brennende Barrikaden und beschädigten Autos und Gebäude. Die Feuerwehr berichtete am Freitag von 156 Einsätzen rund um die G20-Proteste, darunter 61 Feuer.
In der Nähe des Hamburger Michels kesselte die Polizei eine Gruppe von rund 200 Demonstranten ein, die zur Gruppe «Block G20 - Colour the red zone» gehören. Deren Ziel ist es, Zufahrtsstrassen zum Gipfel zu blockieren und in die Sicherheitszone zu kommen.
An den Landungsbrücken setzten sich mehr als 1000 weiss und lila gekleidete Menschen in Bewegung. Die Polizei ging nach Augenzeugenberichten mit Schlagstöcken gegen Teilnehmer vor. Am Berliner Tor liefen mehr als 200 Teilnehmer los, es kam zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei.
Dutzende Verletzte
Zuvor hatte es bis in die Nacht hinein bei Protesten gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben, bei denen dutzende Polizisten und linksgerichtete Demonstranten verletzt wurden. Die Polizei sprach von 111 verletzten Beamten. 29 Menschen seien festgenommen und 15 in Gewahrsam genommen worden.
Zu den verletzten Demonstranten konnte eine Sprecherin des sogenannten G20-Ermittlungsausschusses der Aktivisten am Freitagmorgen keine genaue Zahl nennen. Aber: «Es sind viele, darunter auch Schwerverletzte.»
Am Freitagmorgen sollte in Hamburg das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen beginnen. Gastgeberin ist Kanzlerin Angela Merkel, die die Staats- und Regierungschefs der grossen Industrie- und Schwellenländer in den Messehallen empfängt.
Das erste G20-Gipfeltreffen in Deutschland wird von etwa 19'000 Polizisten geschützt. Seit 6.00 Uhr bis Samstagnachmittag 17.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt ein Versammlungsverbot. Dann etwa endet das G20-Treffen. (sda/dpa/afp)
