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USA: Obama «zutiefst schockiert» über Video von Schüssen auf Schwarzen



US-Präsident Barack Obama hat betroffen auf die Veröffentlichung eines Videos reagiert, das den Tod eines schwarzen Jugendlichen durch Polizeikugeln in Chicago zeigt. Die Bilder hätten ihn «tief betrübt», hiess es in der Nacht auf Donnerstag auf Obamas Facebook-Seite.

Es gehe ihm dabei wie vielen Amerikanern, die gesehen hätten, wie der 17-jährige Laquan McDonald im Oktober 2014 von einem weissen Polizisten mit 16 Schüssen niedergestreckt worden sei. Der US-Präsident dankte besonders den Einwohnern seiner Heimatstadt Chicago, die friedlich gegen Polizeigewalt protestiert hätten.

Auch am Mittwoch versammelten sich wieder Demonstranten in der Metropole im Mittleren Westen der USA. Bei einer Demonstration am Vortag hatte es drei Festnahmen gegeben.

Der Polizeibeamte Jason Van Dyke war am Dienstag angeklagt worden. Der getötete Teenager soll nach Darstellung der Polizei mit einem kleinen Messer vor einem Polizeiauto herumgefuchtelt haben. Laut der Staatsanwaltschaft gab es aber keine bedrohliche Situation, die das Verhalten des Polizisten rechtfertigte. Der Angeklagte eröffnete unmittelbar das Feuer und schoss selbst dann weiter auf den Jugendlichen, als dieser bereits am Boden lag.

20 Beschwerden gegen Polizisten

Auf dem Video, aufgenommen von einer Kamera auf dem Armaturenbrett eines Fahrzeugs der Sicherheitskräfte, ist zu sehen, wie McDonald mitten auf einer mehrspurigen Strasse läuft. Die linke Hand ist in der Tasche, ein Messer ist aber nicht zu erkennen. Dann verlangsamt er seinen Gang und wendet sich von den Polizeiautos ab. Nur 30 Sekunden nach seiner Ankunft vor Ort - und nur sechs Sekunden nach Verlassen seines Wagens - feuerte Van Dyke auf den Teenager. Seinem Anwalt zufolge fürchtete 37-jährige Polizist um sein Leben.

Gegen Van Dyke gab es laut einem unabhängigen Polizeidatenprojekt der Universität von Chicago seit 2011 mindestens 20 Beschwerden, ohne dass Disziplinarstrafen gegen ihn verhängt worden seien. Die Beschwerden bezogen sich unter anderem auf übermässigen Gewalteinsatz durch den Beamten, der 2001 bei der Polizei von Chicago angefangen hatte.

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze haben wiederholt für Empörung und Aufruhr in der afroamerikanischen Bevölkerung gesorgt. Im Sommer 2014 hatte die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri schwere Unruhen ausgelöst. Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war. Im April hatte der Tod des Schwarzen Freddie Gray in Polizeigewahrsam in Baltimore zu Ausschreitungen in der Ostküstenstadt geführt. (sda/afp)

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