Vatikan - Armenien: Papst Franziskus betet am Genozid-Mahnmal in Armenien

Vatikan - Armenien: Papst Franziskus betet am Genozid-Mahnmal in Armenien

25.06.2016, 09:00

Papst Franziskus hat im Gedenken an die Opfer des Völkermords an den Armeniern im Ersten Weltkrieg die Gedenkstätte in der armenischen Hauptstadt Eriwan besucht. Im stillen Gebet legte er am Samstagmorgen einen Kranz und gelbe Rosen am Mahnmal nieder.

Anschliessend pflanzte der Pontifex einen Baum, wie es alle hochrangigen Besucher zu tun pflegen. Präsident Sersch Sargsjan und Katholikos Karekin II., das Oberhaupt der Armenischen Kirche, begleiteten Franziskus zur Gedenkstätte.

Ein Besuch des Mahnmals Zizernakaberd auf einem Hügel am Rande Eriwans ist üblich beim Empfang von Staatsgästen in der Südkaukasusrepublik. Später am Samstag waren eine katholische Messe in der nördlichen Stadt Gjumri sowie ein ökumenisches Friedensgebet vor Zehntausenden Menschen im Zentrum von Eriwan geplant.

Völkermord

Zum Auftakt seiner Armenien-Reise hatte Franziskus am Freitag die Verfolgung und Tötung der christlichen Minderheit der Armenier im Osmanischen Reich vor 101 Jahren als Völkermord verurteilt. Damit bekräftigte er seine Worte aus dem vergangenen Jahr.

Die Bezeichnung «Völkermord» hatte er nachträglich in seine Rede eingefügt. Als Franziskus im Vorjahr den «ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts» verurteilte, bestellte daraufhin die Türkei den Botschafter des Vatikans ins Aussenministerium ein.

Die Führung in Ankara leugnet bis heute, dass es sich bei den damaligen Ereignissen um einen Genozid handelt. Nach Schätzungen waren bei der Verfolgung durch die Osmanen im Ersten Weltkrieg weit über eine Millionen Armenier getötet worden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Hast du technische Probleme?
Wir sind nur eine E-Mail entfernt. Schreib uns dein Problem einfach auf support@watson.ch und wir melden uns schnellstmöglich bei dir.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!