ICE-Beamte nehmen Fünfjährigen und seinen Vater in Minnesota fest
Die US Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist die grösste Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit der USA. In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Behörde vermehrt illegale Immigranten festgenommen, dies auf Befehl des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump.
Am Mittwoch, dem 21. Januar, hat die Behörde in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota einen Vater und seinen fünfjährigen Sohn festgenommen. Dies berichtet The Guardian.
Der Primarschüler Liam Ramos und sein Vater seien gerade auf dem Heimweg von der Schule gewesen, als ICE seinen Vater festgenommen habe.
Die Polizeichefin des Distrikts Minneapolis sagte während einer Pressekonferenz, dass der Motor des Autos des Familienvaters noch am Laufen war, als die Polizei vor Ort erschien. Die ICE-Agenten hätten den Fünfjährigen noch dazu gebracht, an der Haustür der Familie zu klopfen, damit die Beamten überprüfen konnten, ob weitere Familienmitglieder im Haus seien. Die Polizeichefin sagte in einer Stellungnahme, dass der Fünfjährige als Köder verwendet wurde.
Weiter sagte sie, ein Nachbar habe die Beamten angefleht, auf den Jungen aufpassen zu dürfen, damit er nicht verhaftet werde.
Der Anwalt der Familie sagte, dass die Familie einen laufenden Asylantrag habe. Er legte Papiere vor, die beweisen, dass die Familie über einen offiziellen Grenzübergang in die USA eingereist ist. Somit seien sie nicht illegal in die Vereinigten Staaten eingewandert.
Die Schulleitung des Primarschülers veröffentlichte ein Bild von Liam, das zeigt, wie er mit einer blauen Mütze, neben einem ICE-Agenten, vor der Haustüre steht. Der Beamte hält den Jungen dabei an seinem Rucksack fest.
Tricia McLaughlin, stellvertretende Ministerin im Ministerium für Innere Sicherheit, erklärte in einer Stellungnahme zum Vorfall, dass ICE eine «gezielte Operation» durchgeführt habe. Dabei hätten sie Liams Vater festnehmen wollen, den sie als «illegalen Ausländer» bezeichnete. Die ICE-Behörde habe dabei kein Kind ins Visier nehmen wollen.
Weiter sagte McLaughlin, dass der Vater angeblich zu Fuss fliehen wollte und seinen Sohn zurückgelassen habe. Ein ICE-Beamter sei zur Sicherheit des Kindes bei diesem geblieben, während die anderen den Vater festnahmen. Laut McLaughlin würden Eltern gefragt werden, ob sie bei ihren Kindern bleiben möchten oder ob ICE die Kinder in Obhut einer vertrauenswürdigen Person geben solle.
Laut der Schulbehörde des Distrikts seien in den vergangenen Wochen vier weitere Minderjährige von den ICE-Beamten festgenommen worden.
Wo sich der Fünfjährige und sein Vater zurzeit befinden und ob sie noch beisammen sind oder getrennt wurden, ist nicht bekannt. (nib)
