Schweiz
Wallis

Die Morettis haben die Kaution zusammen – Freilassung bald möglich

epa12637566 French owners of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques and Jessica Moretti arrive for questioning by the Valais public prosecutor's  ...
Auch Jacques Moretti könnte demnächst gegen Kaution freikommen.Bild: keystone

Morettis haben Kaution zusammen – Freilassung soll «innert Tagen» erfolgen

Das Betreiberpaar des Unglückslokals von Crans-Montana hat eine Möglichkeit gefunden, die Kaution zu finanzieren. Eine Freilassung aus der Untersuchungshaft für Jacques Moretti soll demnächst erfolgen.
20.01.2026, 04:3620.01.2026, 06:12

Die Morettis haben den von der Walliser Justiz geforderten Betrag für die Freilassung aus der Untersuchungshaft aufgebracht. Laut franceinfo verfügen sie nun über die 200'000 Schweizer Franken, die als Kaution für die Entlassung von Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft verlangt wurde.

Seit rund zehn Tagen in Haft konnte der Miteigentümer des Constellation auf eine bedingte Freilassung hoffen, unter der Voraussetzung, mehrere Auflagen einzuhalten, darunter das Tragen einer elektronischen Fussfessel, die Abgabe seiner Ausweispapiere und die Zahlung der Kaution. Sein Anwalt bestätigte gegenüber franceinfo, dass der Betrag tatsächlich aufgebracht worden sei.

Woher kommt das Geld?

Das Geld stammt nicht direkt von dem Ehepaar. Ein Bekannter der Eheleute Moretti ist laut den Informationen als Bürge eingesprungen und hat sich bereit erklärt, die Mittel für Jacques Moretti, aber auch für seine Ehefrau Jessica Moretti zu zahlen. Sie musste demzufolge ebenfalls eine gleich hohe Kaution leisten, um unter Ersatzmassnahmen auf freiem Fuss zu bleiben.

Die Justiz muss noch die Identität des Geldgebers, dessen Hintergrund sowie die Herkunft der Mittel überprüfen, bevor die Freilassung bestätigt wird. Sollten diese Kontrollen erfolgreich abgeschlossen werden, könnte die Entlassung von Jacques Moretti bald erfolgen. «Sein Anwalt versichert, dass es eine Frage von Tagen ist», berichtet franceinfo.

Parallel dazu soll das Betreiberpaar ab Dienstagmorgen erneut von der Justiz angehört werden – eine Vorladung, die eher überraschend kam, da die Behörden bislang von einer Anhörung Ende des Monats gesprochen hatten.

Die beiden französischen Staatsangehörigen stehen im Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Brandstiftung nach dem Feuer in der Neujahrsnacht, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen und 116 verletzt wurden. Es gilt die Unschuldsvermutung. (jah/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
36 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Dr. Rodney McKay
20.01.2026 05:13registriert September 2024
Diese Freilassung wird der Justiz noch Probleme bereiten. Hoffe das zumindest die Pässe eingezogen bleiben…Wobei man mit genügend Geld und krimineller Energie auch ohne relativ schnell in ein Land ohne Auslieferungsabkommen kommt.
6215
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fritz_Forelle
20.01.2026 05:41registriert März 2022
„Vielleicht hat ihr verhalten zum Tod von 40 Menschen geführt! Aber wenn sie ein Batzli deponieren können sie gerne wieder frei kommen!“

Wenn er abtauchen würde, kann man die Gerechtigkeit dann mit dem Geld kaufen?
559
Melden
Zum Kommentar
avatar
manuel0263
20.01.2026 06:27registriert Februar 2017
Warum setzte man nach all den bereits passierten Pannen die Kaution nicht einfach so hoch an, dass sie nicht mal eben bezahlt werden kann? Oder es wäre keine Kaution aus Fluchtgefahr möglich. Diese Katastrophe fliegt Crans-Montana, dem Wallis und der Schweiz längst um die Ohren...und die für ihre Verantwortung teils hoch dotierten Personen versuchen genau diese abzuschieben; wie praktisch immer.
5012
Melden
Zum Kommentar
36
Ruag MRO-Chef Ralf Müller tritt nach Skiunfall ab
Ralf Müller, Chef der Ruag MRO Holding, stellt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. Der Grund ist ein Skiunfall, der eine längere Rekonvaleszenz nach sich zieht, wie die Ruag am Dienstag mitteilte.
Zur Story