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Aktueller Amtsinhaber abgewählt

Sri Lanka bekommt nach zehn Jahren einen neuen Präsidenten

09.01.2015, 05:1209.01.2015, 11:57

Der seit zehn Jahren regierende Präsident von Sri Lanka hat überraschend die Wahlen verloren. Mahinda Rajapaksa räumte die Niederlage nach Angaben seines Sprechers am Freitag ein. Wahlsieger ist der bisherige Gesundheitsminister Maithripala Sirisena.

«Der Präsident hat denjenigen, die ihn unterstützt haben, gedankt und gesagt, dass er die Entscheidung des Volkes akzeptiert», sagte der Sprecher, noch bevor das Ergebnis offiziell vorlag.

Mahinda Rajapaksa nimmt die ersten Zwischenresultate konsterniert zur Kenntnis. 
Mahinda Rajapaksa nimmt die ersten Zwischenresultate konsterniert zur Kenntnis. Bild: DINUKA LIYANAWATTE/REUTERS

Der 63-jährige Sirisena sollte nach Medienberichten noch am Freitag vereidigt werden. Er hatte die wachsende Machtfülle Rajapaksas kritisiert und demokratische Reformen angekündigt. Einer seiner ersten grossen Auftritte dürfte die Begrüssung von Papst Franziskus sein. Dieser wird am Dienstag in Colombo erwartet.

Die Stimmenauszählung war einen Tag nach dem Wahlgang noch im Gange. Nach Angaben von Fernsehsendern lag Sirisena nach vorläufigen Ergebnissen mit 53 Prozent der Stimmen vor Rajapaksa mit 46 Prozent. Mehrere weitere Kandidaten hatten sich aufstellen lassen.

Sirisena war jahrelang ein enger Mitarbeiter Rajapaksas. Im November brach er überraschend mit seinem Chef, um bei den Wahlen gegen ihn anzutreten. Rajapaksa wertete dies als schweren Vertrauensbruch.

Der Neue: Maithripala Sirisena. 
Der Neue: Maithripala Sirisena. Bild: Sujeewa Kumar/AP/KEYSTONE

Rajapaksa war als Favorit in die Wahl gegangen. Er hatte stets grossen Rückhalt in der Bevölkerungsmehrheit der Sinhalesen. Dreiviertel der 20 Millionen Einwohner des Inselstaates sind Sinhalesen. Sie halten Rajapaksa zugute, dass er den jahrzehntelangen Bürgerkrieg gegen tamilische Rebellen 2009 beendete und die Wirtschaft ankurbelte.

Forderungen nach einer internationalen Untersuchung möglicher Menschenrechtsverletzungen beim Militäreinsatz gegen die Rebellenorganisation der Tamilen (LTTE) lehnte er stets ab.

Sirisena hat versprochen, das Parlament zu stärken und die Macht zu dezentralisieren. Er unterstützt die Forderungen nach einer internationalen Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen. (feb/sda/afp)

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