Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
SAN FRANCISCO, CA - MARCH 9: Apple CEO Tim Cook announces the Apple Watch during an Apple special event at the Yerba Buena Center for the Arts on March 9, 2015 in San Francisco, California. Apple Inc. is expected to unveil more details on the much anticipated Apple Watch, the tech giant's entry into the rapidly growing wearable technology segment. (Photo by Stephen Lam/Getty Images) *** BESTPIX ***

Mit der goldenen Watch tritt Apple gegen Rolex und Co. an. Bild: Getty Images North America

Apple will im Revier der Schweizer Uhrmacher wildern – eine zentrale Frage bleibt



Apple hat in den vergangenen Jahren schon etliche Branchen durcheinander gewirbelt. Nach der Musik- und Filmindustrie und der Mobilfunkbranche steht nun das Luxusgeschäft auf der Apple-Agenda. Ob das Konzept aufgeht, muss sich noch beweisen.

Eine Computeruhr zum Preis eines Kleinwagens und ein zierliches Notebook, das es auch in Gold-Optik gibt – die letzten Zweifel, dass Apple jetzt auch ein Luxusmode-Anbieter ist, wurden am Montag zerstreut. Der Konzern aus der kalifornischen Kleinstadt Cupertino, der vor knapp 40 Jahren mit einem handgelöteten Computer-Bausatz in einer Garage seinen Anfang nahm, wird seine Uhren nun unter anderem im Herzen der Modewelt im Pariser Konsumtempel Galeries Lafayette präsentieren.

Im Revier der Schweizer Uhrmacher

Mindestens 10'000 Dollar wird die «Edition»-Version der Apple Watch mit einem Gehäuse aus 18-Karat-Gold kosten. Das übersteigt um ein Vielfaches alle Preise der Konkurrenz. Aber in dieser Liga heissen die Rivalen der Apple Watch auch nicht Samsung, LG oder Huawei, sondern Hublot, Rolex oder TAG Heuer.

Gegen manche von ihnen wirkt auch der Preis der «Edition» noch relativ günstig. Apple greift nicht nur im Smartwatch-Geschäft an, sondern im Uhrenmarkt insgesamt – und prescht vor allem ins Revier der Schweizer Uhrmacher vor.

Auf den ersten Blick ist es eine Abkehr von einem demokratisierenden Eckpfeiler der Apple-Philosophie: Ob Student, König oder Milliardär – mehr als das Top-Modell eines iPhone konnte auch alles Geld der Welt nicht kaufen.

Damals trat Apple als Underdog gegen IBM an

Play Icon

Der legendäre Apple-Werbespot aus dem Jahr 1984. video: youtube

Mit der Uhr als Mode-Statement kann man nun erstmals bei Apple tausende Dollar mehr für die gleiche Technik bezahlen, nur weil sie in einer anderen Hülle steckt. Damit ist die Logik umgedreht: Egal wie viel man bezahlt – technisch steckt ein und die selbe Computeruhr drin.

Eine Folge ist, dass viele der aktuell 453 Apple Stores nun auch zu Uhren-Fachgeschäften werden. Statt Gigabyte an Speicher und anderen technischen Daten wird es an diesen Vitrinen um Material-Auswahl, Farben des Leder-Armbands oder die Form der Verschlüsse gehen. Die frühere Burberry-Chefin Angela Ahrendts soll Apple als Verantwortliche für die Konzern-Läden über dieses fremde Feld führen.

Katzengesichter zeichnen ab 399 Euro

Für die Funktionen der Apple Watch müssen die iPhone-Fans aber nicht unbedingt 10'000 Euro auf den Tisch legen: Das kleinere Einsteiger-Modell «Sport Edition» ist in Deutschland für 399 Euro zu haben, die etwas grössere Uhr kostet 50 Euro mehr. Das Standardmodell «Watch» startet bei 649 Euro, je nach Armband werden aber bis zu 1249 Euro fällig. 

Apple versuchte bei der Präsentation erneut, attraktive Nutzungsszenarien für die Computeruhr zu präsentieren. Kommunikation zwischen zwei Watch-Nutzern solle der Schlüssel sein, betonte der von Adobe zu Apple gewechselte Manager Kevin Lynch. Er malte mit dem Finger ein Katzengesicht auf dem Watch-Display, das zeitgleich auf einer anderen Uhr auftauchte. Er zeigte, wie man den Herzschlag an einen Partner übertragen oder mit dem Finger Klopfzeichen senden kann.

Apple's Kevin Lynch discusses the Apple Pay feature of the new Apple Watch on Monday, March 9, 2015, in San Francisco, Calif.  (AP Photo/Eric Risberg)

Kevin Lynch bei seinem Keynote-Auftritt. Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Lynch demonstrierte, wie Anrufe angenommen werden können, sich mit der Uhr Hotelzimmer und Garagentüren öffnen lassen, wie Einkäufe bezahlt sowie Sprachkommandos makellos ausgeführt werden. Doch Lynch hastete durch seine Präsentation und hinterliess eher den Eindruck, dass erst der Alltag auch über den Sinn der Apple Watch – genauso wie der gesamten Klasse der Computeruhren – entscheiden wird. Dazu sollen auch unzählige App-Entwickler beitragen, die ihre Programme für die Apple Watch entwickeln.

Eine zentrale Frage bleibt offen

Auch bei der goldenen Apple Watch blieb am Montag eine zentrale Frage offen. Schweizer Uhren können auch viele tausend Franken kosten – aber es sind dafür oft auch langlebige Präzisionswerkzeuge, die bei guter Pflege von Generation zu Generation weitergegeben werden können.

Eine Smartwatch hingegen wird absehbar nach nur wenigen Jahren obsolet sein. Wird es für das Geld also eventuell eine Upgrade-Option geben? Oder richtet sich die «Edition» an ein Publikum, das soviel Geld hat, dass dies keine Rolle spielt?

Gegenpunkt zum neuen Image gesetzt

Apple bemühte sich bei dieser Vorstellung jedoch auch, einen Gegenpunkt zum neuen Image des Luxus-Konzerns zu setzen. So veröffentlicht das Unternehmen eine Software mit dem Namen «Research Kit». Damit will Apple Wissenschaftler bei ihren medizinischen Studien unterstützen, wenn sie Krankheiten wie Diabetes, Brustkrebs oder Parkinson bekämpfen wollen. Die Software wird anders als andere Apple-Programme als Open Source veröffentlicht, was dem Konzern in sozialen Netzwerken viele positive Kommentare einbrachte. (sda/dpa)

Alles Wissenswerte zur Apple Watch

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wird von Apple als «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • just sayin' 11.03.2015 12:00
    Highlight Highlight ich glaube nicht, dass es "die uhr" gibt

    die bandbreite an uhren reicht von der goldenen rolex submariner, die weitervererbt werden kann - bis zur 30.- wegwerfuhr von der tankstelle.

    so wie früher das radio ein zentrales möbelstück war (der ort, an dem sich die ganze familie versammelte) und heute fast in vergessengeit geraten ist - ändert sich die zeit. und mit ihr unsere bedürfnisse und wünsche.

    imho: die zeit wird zeigen, ob die apple watch einen markt hat. aber wenn apple etwas wirklich kann, so ist es unsere bedürfnisse erahnen und geeignete produkte dafür zu entwickeln.
    2 0 Melden

Nicht nur Apple, auch Samsung hat Geräte absichtlich verlangsamt 😡

In Italien ist nun auch der Smartphone-Hersteller Samsung bestraft worden.

Apple und Samsung müssen büssen, weil sie die Leistung älterer Geräte gezielt mit Software-Updates gedrosselt haben. Die italienische Kartellbehörde hat am Mittwoch Geldstrafen in Millionenhöhe angekündigt, wobei der iPhone-Hersteller doppelt so viel bezahlen muss wie Samsung.

Pikant: Samsung hatte öffentlich behauptet, es würden keine Geräte per Software-Update verlangsamt. Der südkoreanische Smartphone-Hersteller war mehrmals angefragt worden, nachdem die fragwürdige Praxis im …

Artikel lesen
Link to Article