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Four sub-Saharan migrants climb over a metallic fence that divides Morocco and the Spanish enclave of Melilla, as a Red Cross worker is on-hand to offer humanitarian assistance, Monday Feb. 17, 2014. A Spanish official says about 200 sub-Saharan migrants stormed a barbed-wire border fence along Spain's northwest African enclave of Melilla, with about 50 of them making it over. A spokesman for the Interior Ministry's office in Melilla said the melee began early Monday. The Spanish city of Melilla lies on the African continent, surrounded by Morocco and the Mediterranean Sea. Migrants hoping to get to Europe camp on the Moroccan side, with several thousand trying each year to enter the city and Spain's other coastal enclave of Ceuta.  (AP Photo/ Jesus Blasco de Avellaneda)

Fünf Flüchtlinge klettern über den Zaun in Melilla. Bild: AP/AP

«doch Europa verschliesst die Augen»

Diese Flüchtlinge und 30'000 weitere wollen über den Grenzzaun von Melilla

17.02.14, 12:13 22.02.14, 09:22

Bei einem erneuten Ansturm auf die spanische Exklave Melilla an der marokkanischen Küste sind am Montag rund 150 afrikanische Flüchtlinge in das EU-Gebiet gelangt. Laut der spanischen Zeitung «El País» warten etwa 30'000 afrikanische Flüchtlinge in Marokko auf eine Gelegenheit, in die Europäische Union zu gelangen. Die Grenzbeamten seien völlig überfordert, betonte die Polizeigewerkschaft UFP. «Wir sind nicht darauf vorbereitet, dem Druck von 30'000 Menschen standzuhalten», sagte der UFP-Sprecher Serafín Giraldo. Er forderte ein stärkeres Engagement der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die Lage sei hoffnungslos, aber Europa verschliesse die Augen.

In this photo taken on Wednesday Jan. 15, 2014 a sub-Saharan migrant shows the wounds on his hands after climbing the fence that separates Morocco and the Spanish enclave of Melilla, Spain. Authorities say some 250 mostly sub-Saharan migrants have made a joint attempt to scale fences into Spain's northwest African enclave city of Melilla, with about 50 making it over the barbed wire and onto European soil. Melilla authorities said in a statement that three migrants were hurt Monday Jan 20 as they tried to scale the metal fence, which is 6 meters (20 feet) high and 10 kilometers (6 miles) long. Melilla is surrounded by Morocco and the Mediterranean. Migrants hoping to get to Europe camp on the Moroccan side, with several thousand trying each year to enter Melilla. (AP Photo/Jose Colon)

Nach erfolglosem Erklettern des Zaunes zeigt dieser Migrant seine verletzten Hände.Bild: AP/AP

«Enormer Migrationsdruck»

In Marokko bringen nach Informationen der Zeitung gut organisierte Schieberbanden die Afrikaner aus Staaten südlich der Sahara bis in die Nähe der spanischen Exklaven. In Polizeiberichten ist demnach von einem «enormen Migrationsdruck» auf die beiden Städte die Rede. Flüchtlinge mit genügend Geld gelangten mit Hilfe der Schieber in präparierten Fahrzeugen oder Booten auf spanisches Gebiet.

«Wir sind nicht darauf vorbereitet, dem Druck von 30'000 Menschen standzuhalten»

Sprecher der spanischen Polizeigewerkschaft, Serafín Giraldo

Mittellose Afrikaner versuchten dagegen, in einem Massenansturm von marokkanischem Gebiet aus die Grenzbefestigungen der spanischen Stadt-Territorien bei Ceuta und Melilla zu durchbrechen.

Der Durchbruch von etwa 150 Flüchtlinge am Montag nach Melilla war nach Angaben der spanischen Behörden einer der grössten Anstürme seit Monaten. Bei Ceuta waren am 6. Februar mindestens 15 Afrikaner bei dem Versuch, die spanische Exklave schwimmend zu erreichen, im Meer ertrunken.

Bild: AP/AP

Bild: AP/AP

Sieben Meter hoher Zaun

Während die Flüchtlinge in Melilla versuchen, über den sieben Meter hohen Zaun zu gelangen, richten sich in Ceuta die dort ebenfalls regelmässig organisierten Massenanstürme auf den Grenzübergang und den Strand.

Die Regierung in Madrid gab inzwischen zu, dass Gummigeschosse eingesetzt wurden, um die Flüchtlinge abzuwehren. Ihren Angaben nach wurde aber nicht direkt auf die Flüchtlinge geschossen. Die Überlebenden berichteten dagegen in den Medien und gegenüber Menschenrechtlern, es sei gezielt auf die Flüchtlinge und die Schwimmringe geschossen worden, die sie benutzten, da viele von ihnen nicht schwimmen konnten. (kub/sda)



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