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Fünf Flüchtlinge klettern über den Zaun in Melilla. Bild: AP/AP
«doch Europa verschliesst die Augen»

Diese Flüchtlinge und 30'000 weitere wollen über den Grenzzaun von Melilla

17.02.2014, 12:1322.02.2014, 09:22

Bei einem erneuten Ansturm auf die spanische Exklave Melilla an der marokkanischen Küste sind am Montag rund 150 afrikanische Flüchtlinge in das EU-Gebiet gelangt. Laut der spanischen Zeitung «El País» warten etwa 30'000 afrikanische Flüchtlinge in Marokko auf eine Gelegenheit, in die Europäische Union zu gelangen. Die Grenzbeamten seien völlig überfordert, betonte die Polizeigewerkschaft UFP. «Wir sind nicht darauf vorbereitet, dem Druck von 30'000 Menschen standzuhalten», sagte der UFP-Sprecher Serafín Giraldo. Er forderte ein stärkeres Engagement der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die Lage sei hoffnungslos, aber Europa verschliesse die Augen.

Nach erfolglosem Erklettern des Zaunes zeigt dieser Migrant seine verletzten Hände.Bild: AP/AP

«Enormer Migrationsdruck»

In Marokko bringen nach Informationen der Zeitung gut organisierte Schieberbanden die Afrikaner aus Staaten südlich der Sahara bis in die Nähe der spanischen Exklaven. In Polizeiberichten ist demnach von einem «enormen Migrationsdruck» auf die beiden Städte die Rede. Flüchtlinge mit genügend Geld gelangten mit Hilfe der Schieber in präparierten Fahrzeugen oder Booten auf spanisches Gebiet.

«Wir sind nicht darauf vorbereitet, dem Druck von 30'000 Menschen standzuhalten»
Sprecher der spanischen Polizeigewerkschaft, Serafín Giraldo

Mittellose Afrikaner versuchten dagegen, in einem Massenansturm von marokkanischem Gebiet aus die Grenzbefestigungen der spanischen Stadt-Territorien bei Ceuta und Melilla zu durchbrechen.

Der Durchbruch von etwa 150 Flüchtlinge am Montag nach Melilla war nach Angaben der spanischen Behörden einer der grössten Anstürme seit Monaten. Bei Ceuta waren am 6. Februar mindestens 15 Afrikaner bei dem Versuch, die spanische Exklave schwimmend zu erreichen, im Meer ertrunken.

Bild: AP/AP
Bild: AP/AP

Sieben Meter hoher Zaun

Während die Flüchtlinge in Melilla versuchen, über den sieben Meter hohen Zaun zu gelangen, richten sich in Ceuta die dort ebenfalls regelmässig organisierten Massenanstürme auf den Grenzübergang und den Strand.

Die Regierung in Madrid gab inzwischen zu, dass Gummigeschosse eingesetzt wurden, um die Flüchtlinge abzuwehren. Ihren Angaben nach wurde aber nicht direkt auf die Flüchtlinge geschossen. Die Überlebenden berichteten dagegen in den Medien und gegenüber Menschenrechtlern, es sei gezielt auf die Flüchtlinge und die Schwimmringe geschossen worden, die sie benutzten, da viele von ihnen nicht schwimmen konnten. (kub/sda)

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