Gesellschaft & Politik
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Gefahr für globale Sicherheit

epa04403536 US President Barack Obama delivers remarks at the Centers for Disease Control and Prevention after a briefing on the response to the deadly Ebola virus epidemic in west Africa in Atlanta, Georgia, USA, 16 September 2014. The White House announced that 3,000 US military troops will be involved in the international efforts to fight the largest Ebola outbreak.  EPA/HYOSUB SHIN  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

«Ausser Kontrolle»: Obama über Ebola. Bild: EPA/ATLANTA JOURNAL-CONSTITUTION

Obama drängt Weltgemeinschaft zum Handeln gegen Ebola-Epidemie

17.09.14, 02:22 17.09.14, 09:22

US-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft zum raschen Handeln gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika gedrängt, bevor «Hunderttausende» infiziert sind. «Das ist eine potenzielle Gefahr für die globale Sicherheit», sagte Obama am Dienstag.

Obama besuchte das Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC) in Atlanta, bei dem er einen US-Aktionsplan gegen die Epidemie vorstellte. Demnach werden die USA 3000 Militärangehörige nach Westafrika schicken, um beim Aufbau von Gesundheitszentren zur Bekämpfung der tödlichen Seuche zu helfen.

«Hier ist die harte Wahrheit: In Westafrika ist Ebola inzwischen eine Epidemie, wie wir sie noch nicht gesehen haben.»

US-Präsident Barack Obama

«Hier ist die harte Wahrheit: In Westafrika ist Ebola inzwischen eine Epidemie, wie wir sie noch nicht gesehen haben», sagte Obama. «Sie gerät ausser Kontrolle. Es wird schlimmer. Sie breitet sich schneller und exponentiell aus. Heute sind tausende Menschen in Westafrika infiziert. Diese Zahl kann rasch auf zehntausende anwachsen.»



Wenn die Epidemie nicht gestoppt werde, könnten sich gar hunderttausende Menschen infizieren. Dies hätte tiefgreifende politische, ökonomische und sicherheitspolitische Konsequenzen, warnte der US-Präsident.

17 Stationen mit 100 Betten

Aus US-Regierungskreisen war zuvor verlautet, dass die US-Militäreinheiten in Westafrika insgesamt 17 Behandlungszentren mit je 100 Betten für Ebola-Patienten errichten sollen. Im Zentrum der Bemühungen steht demnach das am schlimmsten betroffene Liberia. In der dortigen Hauptstadt Monrovia soll eine Kommandozentrale geschaffen werden, um den Einsatz zu koordinieren.

Zudem soll in Liberia ein Ausbildungszentrum eingerichtet werden, in dem mindestens ein halbes Jahr lang wöchentlich 500 Ortskräfte im Umgang mit Ebola-Patienten geschult werden sollen.

U.S. President Barack Obama shakes hands as he arrives at MacDill Air Force Base in Tampa, Florida September 16, 2014.      REUTERS/Larry Downing   (UNITED STATES - Tags: POLITICS MILITARY)

Schickt Armeeangehörige in den Kampf gegen Ebola: US-Präsident Obama. Bild: X00961

Weiterhin werde Washington mit 65 Experten aus dem Gesundheitswesen ein Lazarett für an Ebola erkranktes medizinisches Personal aufbauen. In Zusammenarbeit mit dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef soll die US-Entwicklungshilfebehörde USAID ferner Schutz- und Präventionspakete an 400'000 Familien in Liberia verteilen, die als besonders gefährdet gelten.

Neben Liberia leiden auch Sierra Leone und Guinea besonders stark unter der Epidemie, an der in Westafrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 2400 Menschen gestorben sind.

USA bringen UNO-Resolution ein

Die US-Regierung brachte unterdessen im UNO-Sicherheitsrat eine Resolution zu Ebola ein. Der Entwurf, der am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP vorlag, ruft die Staatengemeinschaft auf, Feldspital und andere dringend benötigte Hilfe nach Westafrika zu schicken.

epa04400488 A photograph made avaiable 14 September 2014 shows Liberian health care workers disenfecting an Ebola burial team after collecting the body of an Ebola victim in Westpoint, Monrovia, Liberia, 13 September 2014. The World Health Organization (WHO) has said the number of deaths from Ebola has risen to 2400 in West Africa with half that number coming from Liberia the hardest hit country in the region.  EPA/AHMED JALLANZO

Massnahmen gegen die Ausbreitung von Ebola in Liberia. Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Zudem werden die Länder aufgerufen, Reisebeschränkungen aufzuheben und Flug- und Schifffahrtslinien werden gedrängt, ihre Verbindungen zu den betroffenen Ländern aufrechtzuerhalten. Es wird erwartet, dass der Sicherheitsrat die Resolution bei einer Dringlichkeitssitzung am Donnerstag annimmt. (kad/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Glück 17.09.2014 10:25
    Highlight Für einmal sollte man den USA auch Dankeschön sagen! Es sind immer wieder die USA und die EU die humanitäre Hilfe leisten. Die anderen beiden Grossmächte, China und Russland halten sich seit vielen Jahren bei der humanitären Hilfe weltweit immer mit vornehmer Zurückhaltung zurück, dies obwohl ihre Staatskassen übervoll sind!
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