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Mehrere Kinder vergewaltigt – St.Galler Kantonsgericht verzichtet auf Verwahrung



Das St.Galler Kantonsgericht verzichtet auf die Verwahrung eines 61-jährigen Mannes, dem sexuelle Handlungen mit Kindern und Pornografie vorgeworfen werden. Zudem hat das Gericht die Freiheitsstrafe von sieben auf sechs Jahre reduziert.

Gemäss dem Urteil soll der Verurteilte stationär behandelt werden, wie das Kantonsgericht am Mittwoch mitteilte. In Frage komme eine das Testosteron senkende Therapie (chemische Kastration). «Ist diese Behandlung nicht erfolgreich, wird die Verwahrung des Beschuldigten zu prüfen sein», schreibt das Gericht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Schweizer soll zwei Enkel über längere Zeit sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Einer der beiden war damals erst acht Jahre alt.

Einen weiteren minderjährigen Jugendlichen lernte er über das Internet kennen. Mit ihm soll er zwischen 2007 und 2009 eine sexuelle Beziehung unterhalten haben. Laut Anklage lud er den Knaben regelmässig in seine Wohnung ein und machte ihm Geschenke.

Laut Gutachten nicht therapierbar

Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte den Mann Mitte 2016 wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern und Pornografie zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Anschliessend sollte der Mann verwahrt werden. Laut einem Gutachten ist er nicht therapierbar, und es besteht Wiederholungsgefahr.

Der Verurteilte zog das Urteil ans Kantonsgericht weiter, das den Fall am Dienstag verhandelte. Der Verteidiger forderte eine kürzere Freiheitsstrafe von fünf Jahren und den Verzicht auf eine Verwahrung. Dem folgte das Kantonsgericht jetzt teilweise.

Strafmindernd berücksichtigte es, dass der Beschuldigte in seiner Kindheit und Jugendzeit selbst mehrfach Opfer sexuellen Missbrauchs geworden war. Auf eine Verwahrung werde zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet. Eine solche sei gemäss Bundesgericht nicht zulässig, solange es noch Therapiemöglichkeiten gebe, heisst es. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ms. Song 11.05.2017 08:07
    Highlight Highlight Solche Urteile sind für die meisten, inklusive mir, einfach unverständlich. Ein sexueller Missbrauch beeinflusst das ganze Leben. Wenn dieser von einer Vertrauensperson, wie dem Grossvater passiert, zerstört dies das Urvertrauen. Das ganze wurde auch noch gefilmt. Der Mann hat das Leben anderer Menschen zerstört und gilt als nicht therapierbar und dafür bekommt er 6 Jahre? Das ist einfach nur schwer nachvollziehbar.
    3 2 Melden
  • Zürichiind 10.05.2017 22:24
    Highlight Highlight "Laut einem Gutachten ist er nicht therapierbar, und es besteht Wiederholungsgefahr."

    Und

    "Auf eine Verwahrung werde zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet. Eine solche sei gemäss Bundesgericht nicht zulässig, solange es noch Therapiemöglichkeiten gebe, heisst es."


    Kann ich nicht verstehen... :(
    16 2 Melden
    • JoeyOnewood 11.05.2017 06:22
      Highlight Highlight Das Wort Therapie ist zwar etwas verwirrend, aber eigentlich geht es aus dem Text hervor, as damit gemeint ist. Er kann nicht therapiert und "gesund" werden, weshalb man ihn nun versucht chemisch zu kastrieren. Ist das erfolgreich, ist es eigentlich nicht vertretbar ihn zu verwahren, da von ihm dann keine Gefahr mehr ausgeht. Alles klar?
      2 1 Melden
  • Phrosch 10.05.2017 21:47
    Highlight Highlight "Mehrfach einschlägig vorbestraft" und trotzdem wird das Strafmass reduziert: warum???
    19 3 Melden
  • Alpha3 10.05.2017 20:40
    Highlight Highlight Was soll der reisserische Titel?
    Stationäre Massnahme heisst soviel wie eingesperrt. Ohne erfolgreiche Therapie kommt der nicht raus.
    16 5 Melden
  • Michel@sith 10.05.2017 19:58
    Highlight Highlight Kann ich nicht verstehen.
    11 2 Melden
  • Dan Ka 10.05.2017 19:51
    Highlight Highlight Wenn ich als Kind verprügelt oder beklaut wurde, dann wirkt sich das nicht strafmildernd aus. Spannend wie das Gericht der (belegten?) Opferstrategie folgt. Der Typ gehört für immer (so lange ist das ja nicht mehr) weggesperrt. Schon nur als Signal gegenüber anderen Kinderschändern.
    13 4 Melden
    • phreko 10.05.2017 22:19
      Highlight Highlight Das Signal wirkt nicht. In den USA wirkt nicht mal die Todesdtrafe...

      0 4 Melden
    • atomschlaf 11.05.2017 00:44
      Highlight Highlight Na, dann verzichten wir doch gleich auf jegliche Bestrafung... 😵
      5 2 Melden
    • fcsg 11.05.2017 04:29
      Highlight Highlight @Dan Ka
      Ihre Wut ist natürlich verständlich. Aber härtere Strafen haben insbesondere bei psychischen Krankheiten ( was Pädophilie ist) keine abschreckende Wirkung. Zur Beruhigung: Vor dem erfolgreichen Abschluss einer stationären Behandlung (chemische Kastration) wird er nicht auf freiem Fuss sein.
      1 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 10.05.2017 18:55
    Highlight Highlight "Ist diese Behandlung nicht erfolgreich, wird die Verwahrung des Beschuldigten zu prüfen sein"

    Wie stellt man fest, ob die Behandlung erfolgreich ist?
    27 3 Melden
    • Imfall 10.05.2017 19:42
      Highlight Highlight frag ich mich auch...
      14 1 Melden
    • JoeyOnewood 11.05.2017 06:17
      Highlight Highlight die chemische Kastration? ich glaube, das kann man zum Beispiel über den Testosteronspiegel relativ einfach herausfinden.
      0 1 Melden
    • Olaf! 11.05.2017 08:59
      Highlight Highlight Wie? Wenn er das nächste Kind vergewaltigt, so findet man raus, dass es leider doch nicht funktioniert hat...
      3 2 Melden
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  • pamayer 10.05.2017 18:25
    Highlight Highlight Trotzdem zu milde Strafe.
    34 3 Melden
  • Bau Mol Ain 10.05.2017 18:22
    Highlight Highlight Wortlos, I glaub das nidd...
    35 3 Melden

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