Schweiz

Eine Million Dollar hat das Staatssekretariat für Wirtschaft an die Hilfsorganisation bezahlt. Bild: KEYSTONE

Hochriskant angelegt: Eine Million Dollar Schweizer Steuergelder sind verschwunden

Bei der Hilfsorganisation «International Tropical Timber Organisation» (ITTO) sind 18 Millionen Dollar verschwunden. Auch Schweizer Steuergelder sind von der Affäre betroffen.

06.11.16, 17:22 06.11.16, 17:35

Die Hilfsorganisation «International Tropical Timber Organisation» (ITTO, englisch für Internationale Organisation für tropisches Holz) setzt sich mit der finanziellen Unterstützung von staatlichen Spendengeldern für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der tropischen Regenwälder ein. Nun ist die ITTO jedoch offenbar zum Opfer von Betrügern geworden, wie die «Sonntagszeitung» schreibt; 18 Millionen Dollar Spendengelder sind bei der Hilfsorganisation abhanden gekommen.

Neben den Regierungen von Japan und den Vereinigten Staaten liegt auch die Schweiz auf der Liste der Geschädigten. Rund 1 Millionen Schweizer Steuergelder hat das Staatssekretaritat für Wirtschaft (Seco) an die Hilfsorganisation bezahlt – und nun verloren. Bei Japan beläuft sich der Verlust auf 11 Millionen Dollar, den USA kamen 1,3 Millionen Dollar abhanden.

Spendengelder in Betrugssystem investiert

Das ITTO-Management hat die 18 Millionen Dollar hochriskant angelegt, wie die «Sonntagszeitung» weiter schreibt: Die staatlichen Spendengelder flossen in ein mutmassliches Betrugssystem, in welches zwei Hedge Funds auf den Cayman Islands und eine Firma in den USA involviert seien. Sowohl das FBI wie auch das US-Justizministerium wurden eingeschaltet.

Auch dem Seco ist eine «lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse» wichtig, wie Lorenz Jakob, Informationsbeauftragter Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der «Sonntagszeitung» versichert: «Es sollen alle verantwortlichen Personen und Institutionen zur Rechenschaft gezogen werden.»

An der morgigen Sitzung des ITTO-Ratsausschuss, an der auch die Schweiz teilnimmt, werden nächste Schritte beschlossen. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • banda69 07.11.2016 07:29
    Highlight Die Verluste und Nachteile fürs Volk in das Investment in die SVP sind um einiges nachhaltiger und grösser.
    5 9 Melden
  • Spooky 06.11.2016 23:55
    Highlight Hilfswerke verbieten! Die helfen ja gar nicht - ausser sich selber.
    9 4 Melden
  • naitsabeS 06.11.2016 21:35
    Highlight Klingt nach viel aber für den Haushalt des Bundes ist das wie wenn unsereiner einen 2 Fränkler im Einkaufswagen liegen lässt.
    23 4 Melden
    • Alnothur 06.11.2016 22:45
      Highlight Ja, leider... Man bedenke nur, dass sich das Bundesbudget seit '95 mehr als verdoppelt hat.
      6 0 Melden
  • pamayer 06.11.2016 20:33
    Highlight Wir geben im Parlament kurz einen Hut herum und das Problem ist gentle(wo)man- like diskret gelöst. Keine grosse Sache.
    13 5 Melden
    • Spooky 08.11.2016 20:13
      Highlight Der Hut wird aber leer sein, wenn er zurückkommt.
      0 0 Melden
  • Pius C. Bünzli 06.11.2016 20:24
    Highlight wie wärs mit spendengelder in der Bank lagern und zweckmässig auszugeben?
    8 2 Melden
  • inmi 06.11.2016 20:09
    Highlight Ich wette, dass ist nicht der einzige Fall, bei dem Steuergelder durch gefährliche Investments verschwinden. Und das ist keine hochriskante Wette.
    17 1 Melden
    • pamayer 07.11.2016 22:00
      Highlight Zum Glück habe ich nicht dagegen gewettet. Ich hätt verloren.
      0 0 Melden
  • Alnothur 06.11.2016 19:24
    Highlight Es wäre ja schon nur schlimm genug, dass der Staat Spendengelder verteilt.
    9 10 Melden
  • Neiaberau 06.11.2016 19:01
    Highlight Warum wundert mich das nicht?
    13 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.11.2016 18:53
    Highlight Es ist wie mit vielen Hilfswerken in Afrika.. Die Plakete an der Wand und der Spruch des Hilfsbringers auf der Fahne sind entscheidend.. Was mitm Chole passiert isch dänn völlig egal....

    Gute Projekte leiden unter der Sesselfurzerei.
    15 2 Melden
  • Toto 06.11.2016 18:48
    Highlight darum spenden wir NIE irgendwem sondern gehen wir, meine Frau und ich direkt hin und zahlen selber das Nötige und überwachen Alles.
    15 2 Melden
  • Kookaburra 06.11.2016 17:40
    Highlight Tja dann! Alle im seco entlassen und verklagen!
    34 39 Melden
    • Doeme 06.11.2016 19:42
      Highlight Was können die im Seco dafür?
      7 7 Melden
    • The Destiny 06.11.2016 19:53
      Highlight Falsch, man verklage die Amerikanische Firma die in dieses Konstrukt verwickelt ist !
      Der einzig richtige weg ;)
      The american way of life.
      11 1 Melden
    • Hippie-ster 06.11.2016 20:19
      Highlight Was für ein wohlüberlegter und aufschlussreicher Kommentar.
      5 1 Melden

Zu viele private Drohnen-Gesuche – Bundesamt verhängt Stopp

Die Digital-News im Überblick:

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ist überfordert von der Flut und der Komplexität der Drohnen-Anfragen für private Zwecke, wie SRF Online berichtet. In den nächsten Monaten würden deshalb keine Anfragen mehr bearbeitet. Das BAZL habe auf seiner Website die Informationen angepasst und prüfe nun, wie intern die Abläufe vereinfacht werden könnten, ohne neue Stellen zu schaffen.

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Die kommerziellen Gesuche hätten nun …

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